Wie soll die Krim versorgt werden?

Die Krim hat eine Fläche von 26.844 Quadratkilometern und 2.353.100 Einwohner (2014) und wird laut Putin ab sofort zum russischen Staatsgebiet dazugerechnet. Aber vielleicht sieht das ja irgendjemand ganz anders ...
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Admix
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Admix »

Nikolaus hat geschrieben:Es geht ja hier nicht etwa um Geld, sondern so heizt man eben Spannungen an.
Mich haben die Euro-weichgespülten Äußerungen von Jazenjuk in den letzten Tagen irritiert (Ich werde hier keine Quellen und Zitate raussuchen, es war einfach mein Eindruck). Das da noch was kommen muß war ja abzusehen.
Und von wegen Spannungen anheizen: Der russische Schmusebär war ja bisher auch irgendwie eher hungrig und hat sich einen Scheiss um Entspannung gekümmert.
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klaupe
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe »

harald63 hat geschrieben:Auch hier können sich die Russen die deutsche Teilung zum Vorbild nehmen: Wie wurde damals Berlin während der Blockade versorgt?
Theoretisch wäre es denkbar, aber während der Blockade war die Versorgung gerade so, dass man überleben konnte. Das kann ja kaum das Ziel sein.
Immerhin ist der Seeweg offen, aber 2 Millionen kann man da auch nicht vernünftig befriedigen.
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klaupe
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe »

Norbert hat geschrieben:Zur Versorgung: Ich bin zufällig heute auf folgende Seite gestoßen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Krim-Kanal - de facto könnte also die Ukraine wirklich den Wasserhaushalt der Krim abstellen. Irgendwie wird man also doch miteinander reden müssen.
Der Kanal war ja ursprünglich mal die Ursache, warum die Krim von Chruschtschow "verschenkt" wurde. Das Politbüro hielt es für sinnvoller, dass sich nicht 2 Sowjetrepubliken mit dem Bau befassen mussten.. Das "Geschenk" hat erst einmal die Ukraine sehr belastet und ich weiß nicht, wieviele Flüche damals Nikita einstecken musste. Abgesehen von den paar Perlen an der Küste war die Krim weitgehend Steppe. Erst der Kanal machte Landwirtschaft möglich.
Eine Trinkwasserversorgung könnte man mit eigenen Quellen und Tiefbrunnen gerade noch hinbekommen, aber Füße Waschen ist dann schon nicht mehr drin, Tourismus kann man vergessen und für die Notdurft sollte man fix Donnerbalken einrichten.
Ohne den Kanal kann man aber die Landwirtschaft und Industrie komplett einstellen.

Die Krimbewohner wurden ja mit Prognosen gelockt, die ein besseres Leben versprachen. Das kann man in diesem Fall wohl komplett vergessen.
Da ergibt sich dann eher eine theoretische Chance für die Ukraine, demnächst ein Referendum zu veranstalten, um die Krim wieder der Ukraine anzugliedern. Ich denke, das Ergebnis wird ähnlich überzeugend sein, wie gerade demonstriert.
Nikolaus
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus »

Hm, ich lese ja des oefteren die Nachrichten von RBC. Die gelten freilich nicht gerade als Putin-freundlich, aber Prochorow, der ja wohl dahintersteckt, und Derk Sauer betreiben eine relativ vorsichtige Informationspolitik, wie mir scheint.
Und dort gab es vor kurzem eine Nachricht, in der am Rande festgestellt wurde, dass die Krim schon 2014 mehr Gas foerdern wird, als sie verbraucht.
"Черноморнефтегаз" полностью обеспечивает газом потребителей Крыма. Потребности полуострова составляют около 2 млрд куб. м, в 2013г. "Черноморнефтегаз" добыл 1,65 млрд куб. м газа, а в текущем году планирует увеличить добычу уже до 2,42 млрд куб. м. 26 марта с.г. первый замминистра топлива и энергетики Крыма Вадим Жданов сообщил, что в связи с избытком объема добычи была начата закачка газа в хранилища.
http://top.rbc.ru/economics/27/03/2014/913985.shtml
Es gab auch Einschaetzungen, dass die Krim hoechstens zwei Monate braucht, um sich vor den "notwendigen" Abschaltungen der Versorgung mit Elektroenergie durch die Ukraine zu schuetzen.
Na, und das Wasser will wohl hoechstens die offene Kriegstreiberin Timoschenko abschalten; aber mit deren Praesidentschaft wird es ja wohl Gottsei Dank nichts werden ...
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Axel Henrich
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Axel Henrich »

Nikolaus hat geschrieben:Na, und das Wasser will wohl hoechstens die offene Kriegstreiberin Timoschenko abschalten; aber mit deren Praesidentschaft wird es ja wohl Gottsei Dank nichts werden ...
I hope so, aber bist du Sicher?

-ah-
Nikolaus
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus »

Nein, wenn ich sicher waere, wuerde ich in London (oder Moskau) bei Buchmachern wetten. Ich glaube, die Putschisten versuchen, die Situation weiter so zu destabilisieren, dass im Mai keine Praesidentenwahlen stattfinden koennen und sie so weiter als "Maidan-Diktatur" regieren koennen. Ein Spiel mit dem Feuer. Einen wirklichen Krieg mit Russland, und der Krimbevoelkerung das Wasser abzusperren bedeutete wohl Krieg, wollen hoffentlich doch nur wenige.
_RGP_

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von _RGP_ »

Axel Henrich hat geschrieben:
Nikolaus hat geschrieben:...Kriegstreiberin Timoschenko ... aber mit deren Praesidentschaft wird es ja wohl Gottsei Dank nichts werden ...
I hope so, aber bist du Sicher?

Laut Tagesschau ist in aktuellen Umfragen Poroshenko Favorit:
Poroschenko ist derzeit Favorit bei den Wählern
...Derzeit ist Timoschenko jedoch nicht die Nummer eins in der Wählergunst.
Einer gestern veröffentlichen Meinungsumfrage zufolge würde sich derzeit jeder vierte Wähler stattdessen für Pjotr Poroschenko als Präsident entscheiden. Poroschenko ist Unternehmer und einer der Geldgeber der Maidan-Bewegung. Timoschenko und Vitali Klitschko erhielten derzeit lediglich neun Prozent der Stimmen und lägen beide auf Platz zwei.
http://www.tagesschau.de/ausland/iwf-ukraine104.html

Für wen sich der große Rest entscheiden würde, steht da leider nicht.
Vielleicht ist der "Weiß nicht"-Balken einfach nur sehr hoch.
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klaupe
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von klaupe »

Nikolaus hat geschrieben: Einen wirklichen Krieg mit Russland, und der Krimbevoelkerung das Wasser abzusperren bedeutete wohl Krieg, wollen hoffentlich doch nur wenige.
Wie nennt man das, wenn einem Staat die militärischen Einrichtungen und eine beachtliche Flotte von ca. 50 Kriegsschiffen abgeknöpft werden?
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
_RGP_

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von _RGP_ »

klaupe hat geschrieben:Wie nennt man das, wenn einem Staat die militärischen Einrichtungen und eine beachtliche Flotte von ca. 50 Kriegsschiffen abgeknöpft werden?
Da ist dann aber auch jedes kleine Ruderboot mitgezählt, oder?

Vor ein paar Wochen hatte ich mal gegoogelt. Die Angaben über die Größe der ukrainische Kriegsflotte variierten je nach Quelle von 9 bis 13 Kriegsschiffen.
Nikolaus
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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Beitrag von Nikolaus »

klaupe hat geschrieben:Wie nennt man das, wenn einem Staat die militärischen Einrichtungen und eine beachtliche Flotte von ca. 50 Kriegsschiffen abgeknöpft werden?
Nun, es ist sicherlich wenig verstaendnisfoerdernd, wenn man ignoriert, dass die Autonome Krimrepublik sich unabhaengig erklaert hat (sich von der Ukraine getrennt hat), ob nun im Resultat eines verfassungsmaessigen Verfahrens (wie das Krim-Parlament versichert) oder im Rahmen einer Rebellion (wie der Westen behauptet) ist wohl eigentlich egal. Denn auch durch eine Rebellion, warum auch immer, waere man voelkerrechtlich legitimiert, z.B. fuer die Unabhaengigkeitserklaerung und ein Referendum zur Rueckkehr zur Verfassung von 1992 (d.h. Ausscheiden aus der Ukraine,aber unabhaengige Republik) oder zum Anschluss an Russland.
Genau diese Argumentation hat der Westen zur Rechtfertigung der verfassungswidrigen Beschluesse der Kiewer Putschisten-Rada, z.B. zur Rueckkehr zur Verfassung von 2004, zum verfassungswidrigen Impeachment -Verfahren bzgl. Janukowitsch, zur verfassungswidrigen Entlassung der Richter des Verfassungsgerichtes, zur verfassungswidrigen Entlassung des Generalstaatsanwalts, zur verfassungswidrigen Bildung einer "Uebergangsregierung", ... angewendet.
Einen Krieg hat es wohl bisher nicht gegeben. Weder in Kiew noch auf der Krim. Aeusserlich sah es wohl sogar eher in Kiew nach (Buerger)Krieg aus, schien mir.
Tscha, und wenn ein Landesteil sich unabhaengig erklaert, dann trennt er sich wohl sehr selten von den auf seinem Gebiet gelegenen Werten. Ok, soweit die Kriegsschiffe nicht "uebergelaufen" sind, waere es vielleicht klug und spannungsmindernd, ihre Blockade aufzuheben und sie, wie die Marineinfanteristen aus den Stuetzpunkten nach Wunsch in das Kerngebiet der Ukraine auszuweisen.
Scheint mir. :)
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