Hier findest Du Insiderinformationen zum mittel- oder langfristigen Aufenthalt in Russland die Dir helfen das Leben in Russland zu meistern. Du lebst (noch) nicht in Russland? Dann könnte dieses Unterforum für Dich besonders interessant sein, damit Du von unseren Erfahrungen profitierst. Expats are welcome!
Wäschespinne für den Außenbereich. So eine hat es in den Video Beitrag von einem sehr bekannten Deutschen Auswanderer geschafft. Weil, so eine Wäschespinne gibt's nicht in Russland, nicht für Geld und gute Worte. Kernaussage für potentielle Neubürger: Leute, bringt Euch aus Deutschland eine Wäschespinne mit! Unbedingt! In Russland unbekannt. Der Youtuber wird mit Sicherheit im Netz und Unterstützung von Russisch sprechenden Personen ausgiebig gesucht haben.
Meine Frau gefragt, sie kannte durch ihren Auslandsaufenthalt in Deutschland zumindest das Konzept "Wäschespinne Außenbereich". Begriff im Russischem? Keine Ahnung.
Складная уличная сушилка для белья с гнездом. Das Angebot ist zwar begrenzt, die Preise astronomisch, aber es gibt sie.
Moral von der Geschichte. Ohne Kenntnisse der russischen Sprache wird's selbst bei den einfachsten Dingen des täglichen Lebens schwierig.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
Nun ja, mit der Sprqche ist natürlich richtig, aber dass man eine Fremdsprache "fühlt", das dauert lange. Das ist aber beim Einbürgern oder zumindest Fussfassen noch nicht so entscheidend. Da ist erstmal wichtiger, die Verwaltungswege einschätzen zu können, das Verhalten der Beamten, zu erkennen, wann er/sie eher wohlgesonnen ist, oder ob man gerade auf Granit beißt. Das ist für jemanden aus dem deutschen Kuluturkreis anfangs kaum zu erkennen. Und hierbei ist eben doch ein Einheimischer sehr hilfreich, welcher im Regelfall der Ehepartner ist.
Klar, die russische Sprache sollte bei Grenzübertritt schon einigermaßen beherrscht werden, wobei das Niveau, sich am Bahnhof einen Kaffee zu kaufen und nach dem Weg zu McDonald's zu fragen, nicht ausreichen wird. Denn hier geht es schon los. Wenn ein Russe dir erklärt, dass es McDonald's nicht mehr gibt, und du es nicht verstehst, wird du ihn für unfreundlich halten, weil er dir den Weg nicht zeigen will... Wie willst du dann die administrativen Wege beschreiten? Es wird kaum der Glücksfall eintreten, dass man jemanden finden wird wie die Frau von HJ52, und wenn, dann kostet es nicht wenig. Bauchgefühlt hilft hier wenig (eher gar nicht), und Englisch auch nur sehr, sehr bedingt.
Und, äh, ja also ich glaube auch nicht, dass eine Wäschespinne beim Versuch, in Russland die bürokratischen Hürden zu nehmen und sich einen Wohnbereich zu schaffen, in der Einkaufsliste ganz oben steht. Solche Begriffe wird es immer geben, und als Nichtmuttersprachler wird es kaum gelingen, diese Begriffe alle zu erlernen. Lustiger wird es beim umgekehrten Fall, also bei Begriffen für russische Realien, für die es kein deutsches Äquivalent gibt. Solcherlei versteht man deshalb nicht nur sprachlich nicht, sondern inhaltlich noch weniger. Форточка ist da noch eines der harmlosesten Beispiele.
Wladimir30 hat geschrieben: 22 Okt 2025, 08:51
also ich glaube auch nicht, dass eine Wäschespinne beim Versuch, in Russland die bürokratischen Hürden zu nehmen und sich einen Wohnbereich zu schaffen, in der Einkaufsliste ganz oben steht.
Sinnbildlich!
Es geht natuerlich nicht um das Problem Wäschespinne.
Je stärker die Nato, desto sicherer der Weltfrieden.
Es gibt sicher viele Menschen, der gern Tipps geben und helfen. Sogar kostenlos. Aber natürlich in einem begrenzten Umfang. Eine Migration in ein fremdes Land mit fremder Kultur ist jedoch nicht Kurzstrecke, sondern Langstrecke oder gar Marathon. Genau darauf zielte mein Hinweis ab: Am Ende muss man die Bürokratie selbst durchstehen.
Wer ist interessiert, über mehrere Jahre gemeinsam diesen hürdenreichen Weg zu gehen? Selten ein gewöhnlicher, gut gewillter Kontakt, auf welchen man vor allem durch das Kriterium "Fremdsprachenkenntnisse" getroffen ist. In der Praxis habe ich drei Varianten erlebt:
Hilfe durch den Partner, bei dem die persönliche Beziehung die Energiequelle ist
Hilfe durch einen Arbeitgeber, dem man einen deutlichen Mehrwert (fachlich, sprachlich, kulturell, persönlich, mental, ...) bietet
Hilfe durch Agenturen, welche die Bezahlung motiviert
Aber es braucht eben wirklich eine Motivation, um hier einen mehrjährigen Prozess nennenswert zu unterstützen.
Aber mein Angebot einige Postings früher ist ernst gemeint: Ich bin ab und zu in Sochi, ich habe dort Freunde - gern konkrete Fragen an mich, bei denen ich weiter unterstützen kann. Sicher kann ich nicht die Lösungen auf die von mir angesprochenen Themen bieten, aber vielleicht ja doch Fragen nach den nächsten Schritten beantworten, falls dies von Interesse ist.
Die Verwaltung in Russland ist schon was besonderes; auch wenn viele Vorgänge jetzt digitalisiert sind, so sind doch sehr viele Vorgänge nötig, die woanders einfach nicht existieren.
Wenn es bei der Suche nach einer neuen Heimat vorrangig um die klimatischen Bedingungen geht, dann wäre meine Alternative zu Sochi ganz sicher Südwestfrankreich. Ähnliches Klima, Meer und Skifahrberge sind da auch schön. Die Bürokratie ist auch vorhanden, aber harmlos und insgesamt alles viel einfacher. Es gibt auch genug kulturelle Herausforderungen, um keine Langeweile aufkommen zu lassen, aber es geht nie um das große Ganze, sondern immer nur um Nuancen. Es ist unendlich viel einfacher, da anzukommen. Ganz besonders nochmal unter aktuellen Hindernisrandbedingungen. Und die Zeiten, dass man als Deutscher dort immer auch als potentieller Spion und damit als Gefahr wahrgenommen wird, sind zum Glück vorbei.
Russland ist was Besonderes; aber dafür braucht man sprachlichen und kulturellen Zugang zu den Einheimischen.
AnGro hat geschrieben: 22 Okt 2025, 12:57
Russland ist was Besonderes; aber dafür braucht man sprachlichen und kulturellen Zugang zu den Einheimischen.
Alles richtig. Eine kleine Anmerkung oder Korrektur (aus meiner Sicht). Der sprachliche und kulturelle Zugang ist der zweite Schritt. Der erste Schritt dürfte wohl die BEREITSCHAFT, sich auf eine andere Kulutr einzulassen, sein. Hier kommen zwar immer wieder solche Sprüche wie "Na klar, ist ja logisch, da bin ich natürlich offen für!". Aber wenn es denn so weit ist, und man überall auf Schritt und Tritt auf ungewohnte und aus deutscher Sicht oft falsch anmutende Verhaltensweisen der Einheimiwchen stößt, dann ist bei sehr viele dieses vollmundige Bekenntnis schnell überm Haufen.
Wladimir30 hat geschrieben: 22 Okt 2025, 15:10
Hier kommen zwar immer wieder solche Sprüche wie "Na klar, ist ja logisch, da bin ich natürlich offen für!". Aber wenn es denn so weit ist, und man überall auf Schritt und Tritt auf ungewohnte und aus deutscher Sicht oft falsch anmutende Verhaltensweisen der Einheimischen stößt, dann ist bei sehr viele dieses vollmundige Bekenntnis schnell überm Haufen.
Jep. Und ich würde der Thread-Erstellerin unterstellen, dass sie sich da schon recht intensiv mit beschäftigt hat und wirklich offen für die Kultur ist. Aber selbst in diesem Fall gibt es Themen, welche plötzlich sehr befremdlich sein können. Beispiele: Was versteht man unter Umwelt schützen, Umgang mit Tieren, Arten der Konfliktlösung, Geschlechterrollen (nicht im Sinne "traditionelle Werte" sondern im alltäglichen Kontakt, in der Kommunikation), ...
Mit der Zeit schätzt man einige Dinge, die man zunächst sehr ungewöhnlich fand. Ein ganz banales Beispiel: Inzwischen finde ich es sehr angenehm, dass man sich in Russland bemüht, beim Naseschnauben seine Umwelt so wenig wie irgendwie möglich teilhaben zu lassen.
Ein sehr einleuchtendes Beispiel......
Ich stimme auch hier voll und ganz zu, nach anfänglichem Staunen und Fremdeln kommt immer häufiger der Punkt, wo man diese unterschiedlichen Verhaltensformen als anfänglich dann doch gar nich mal soooo schlecht empfunden hat und irgendwann vielleicht sogar als gut. Genauso interessant ist dann zu sehen, wo man dann eben doch die eigenen, deutschen Verhaltensmuster nicht nur nicht vollständig ablegen kann, sondern es sogar gar nicht will. Für mich ein typisches Beispiel ist das Einhalten gegebener Zusagen. Zumindest bei uns hier in der Gegend ist das etwas, wo sich viele nicht unbedingt daran halten.