pippie hat geschrieben:
Wenn ein 6 - monatiges Praktikum verlangt ist, wieso wurde sie eigentlich nach 3 Monaten zur Prüfung zugelassen?
Weil es, nach Ermessen des Krankenhauses eben auch nach 3 Monaten möglich ist. Und nach Aussage der Betreuer bestand wenig auszusetzen.
pippie hat geschrieben:In den Berufsausbildungen sind Theorie und Praxis gut aufeinander abgestimmt. Es gibt doch sicher Bücher für eine solche?
Vielleicht hätte man ja in den zweiten 3 Monaten noch eine Menge lernen können, was für die Prüfung wichtig ist.
Natürlich gibt es Bücher. In Hülle und Fülle, soviel kann man gar nicht alleine tragen.
Und um das "lernen, was für die Prüfung wichtig ist", geht es ja eben. Das passiert im Praktikum eben nicht in dem Maße, wie es die anschließende Prüfung verlangt. Deshalb passen diese beiden Instrumente eben schlecht zusammen.
pippie hat geschrieben:Und was die Bezahlung angeht, was glaubst du, wieviele Hochschulabsolventen deutscher Universitäten unbezahlte Praktika machen, um überhaupt ins Jobleben reinzukommen?!
Praktikanten werden eben überall als billige Arbeitskräfte eingesetzt. Wenn ein derartiges Praktikum dazu benutzt wird, um den in der Firma Zuständigen zu beweisen/zeigen, was man kann und mit welcher Einstellung man arbeitet, dann mag das für eine bestimmte Zeit O.K. sein. Aber dann muss eben am Ende dieses Praktikums dieses auch von den während des Praktikums anwesenden Leuten bewertet werden.
Alle KollegInnen meiner Frau sind aus allen Wolken gefallen, als sie gehört haben, wie die Prüfung abgelaufen ist.
Es geht doch bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse kaum darum, ob man jede Kleinigkeit genau so macht, wie es in deutschen Krankenpflegeschulen gelehrt wird. Oder meinst du, eine erfahrene spanische, italienische oder rumänische Krankenschwester, die ihren Abschluss ohne Probleme anerkannt bekommt und ab Tag 1 als vollständige Krankenschwester arbeiten darf (sogar im Prinzip ohne Sprachkenntnisse) würde eine solche Prüfung ablegen können?
Ja, ob das Diplom erworben oder gekauft wurde, dass ist z.B. auch für Russland durchaus eine sehr wichtige Frage. Aber genau DAS kann man eben in einem Praktikum doch sehr gut überprüfen. Auch ohne eine schulische Prüfung, die wohl auch die meisten deutschen Krankenschwestern 5 Jahre nach ihrer eigenen Ausbildung kaum noch bestehen würden, da sich das Gelernte und das im echten Beruf Gelebte im Gesundheitswesen sehr stark unterscheiden. Und genau diese Krankenschwestern leiten dich im Praktikum an und sind u.U. sehr zufrieden mit deiner Arbeit. Was dir aber dann für die Prüfung nichts bringt. Gar nichts.
Alle in Deutschland jammern über den Pflegenotstand und (nicht nur) da über Fachkräftemangel. Aber wenn dies die Art und Weise ist, wie man arbeitswillige ausländische Fachkräfte behandelt, dann wundert mich in dem Bereich nichts mehr.