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Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 23 Mär 2014, 00:42
von Frank1010
Nikolaus hat geschrieben:Ueberhoehte Preise werden einfach dazu fuehren, dass die Russen alternative Bezugswege schneller aufbauen.
Genauso wie Europa die Energiewende und alternative Lieferantenquellen schneller entwickeln/ausbauen wird. Russland ist weitaus mehr von den Einnahmen aus Gaslieferungen abhängig als die EU auf die Gaslieferungen. Die dramatisch gefallenen Aktienkurse z.B. der Gazprom zeigen wohin die Reise geht. Russland ist abhängig von Rohstofflieferungen ins Ausland. Das ist die Realität.

Gruss
Frank

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 23 Mär 2014, 02:07
von Romflens
Darum verstehe ich auch nicht, warum die EU einfach kein mehr russisches Öl- bzw. Gas impotiert? Damit wäre Russland am meisten zu treffen bei Sanktionen.

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 23 Mär 2014, 05:17
von Frank1010
So hoppladihopp geht das sicher nicht! Ausserdem ist da ja noch der Cheflobbyist des Herrn P. Ein gewisser Gerhard S.

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 23 Mär 2014, 18:00
von m1009
Die USA macht es moeglich... Schnell mal eine Leitung verlegt.... dauert sicher weniger als 10 Jahre...

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 01:12
von Axel Henrich
Frank1010 hat geschrieben:Aber wovon sollte sich die Ukraine das leisten können? Denn mittels Wegfall des Gasrabatts versucht Russland die Ukraine nun auch wirtschaftlich in die Knie zu zwingen.
Die Ukraine hatte zu Zeiten des Rabattes trotzdem schon wieder wieviel Schulden angehaeuft? Von welchem Geld hat die Ukraine eine erste Marge der Schulden abbezahlt? Hint: Wieviel Kredit hat Russland der Ukraine gewaehrt und was wurde von einem Teil dieses Kredites bezahlt?
Ich verstehe ja das Dilemma mit mangelnder Sprachkenntniss und der damit zwangslaeufig einhergehenden einseitigen Informationsbeschaffung ... man muss halt glauben was einem der Westen so vorsetzt, bzw. in diesem Fall schlicht vorenthaelt ... aber so ein bischen gesunder Menschenverstand koennte schon helfen, zumal sich die Geschehnisse ja wiederholen :roll:
Sich darueber zu wundern, dass die Ukraine inzwischen "marktuebliche" Preise bezahlen soll, faktisch tut sie es ja noch nicht, ist ja wohl sowas von Weltfremd (andere Bemerkungen geloescht ...) :roll: Was waere denn der Grund fuer einen gewaehrten Rabatt und was ist denn, wenn dieser Grund wegfaellt?
Frank1010 hat geschrieben:Hmmm, die Logik erschliesst sich mir nicht so ganz.
Ja das merkt man schon ne Weile ... auch zum Begriff Annektion ... :?

-ah-

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 03:48
von Frank1010
http://german.ruvr.ru/news/2013_06_18/U ... land-8080/
http://www.heise.de/tp/artikel/41/41298/1.html

Wie immer geht es um Energie. Mit den Öl- und Gasvorkommen vor der Krim hätte sich die Ukraine von russischen Gaslieferungen unabhängiger machen können. Das konnte Russland natürlich nicht zulassen oder?

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 07:08
von Norbert
Frank1010 hat geschrieben:Mit den Öl- und Gasvorkommen vor der Krim hätte sich die Ukraine von russischen Gaslieferungen unabhängiger machen können. Das konnte Russland natürlich nicht zulassen oder?
Dies sowie die militärstrategische Bedeutung waren natürlich die Gründe für die Übernahme der Krim. Ich denke dies wird Dir kein Stratege verneinen. Dass die um Anschluss bittenden Bewohner der Krim nur nettes Beiwerk waren, ist selbst vielen Russen klar.

Erst recht frage ich mich, welchen Weg nun Russland einschlägt. Variante A wäre: Ziel erreicht, weiter wie immer. Auf der Krim würde dies bedeuten, dass alle Aufbaugelder in die Taschen von Axjonow fließen, dessen Lebenslauf dafür prädestiniert scheint. Variante B wäre: nun zeigen wir es der Ukraine. Der Kreml sorgt dafür, dass die Krim wirklich aufblüht, um zu zeigen, dass sich die Krim im Gegensatz zu Lwiw richtig entschieden hat.

Für die Menschen kann man nur auf Variante B hoffen gepaart mit einem durch Europa finanzierten Gegenmodell in der verbliebenen Ukraine. (Als ehemalige DDR- und BRD-Bürger wissen wir ja, dass ein solcher Wettkampft für die Menschen einen hohen Lebensstandard bedeuten kann. Aber in Korea sehen wir ... nicht bedeuten muss.)

Zur Versorgung: Ich bin zufällig heute auf folgende Seite gestoßen: http://de.wikipedia.org/wiki/Nord-Krim-Kanal - de facto könnte also die Ukraine wirklich den Wasserhaushalt der Krim abstellen. Irgendwie wird man also doch miteinander reden müssen.

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 10:15
von Axel Henrich
Frank1010 hat geschrieben:Wie immer geht es um Energie.
Na die in jeder Hinsicht strategische Bedeutung ist ja wohl unbesritten ... Aber es ist doch Quatsch den Russen das Recht absprechen zu wollen ihre Preisgestaltung an Bedingungen zu knöpfen und in der Argumentation zu "vergessen", dass die Ukraine ihre Position/Funktion zu Europa in die Vertrags Gespräche nicht mit eingebracht hätte... bis hin zu Erpressung.

Krim ist ne andere Baustelle ...

-ah-

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 10:54
von Nikolaus
Wie zu erwarten war, versuchen die Russen wohl massiv den Norbertschen Plan B zu forcieren.
http://top.rbc.ru/economics/24/03/2014/912918.shtml
Eine "Besondere Wirtschaftszone Krim" soll, z.B. mit Steuererleichterungen, ..., fuer Investoren attraktiver machen. Staatliche Investitionen werden in einem speziellen foederalen Zielprogramm vereint. Russische Investoren haben bereits hierfuer 5 Milliarden Dollar angekuendigt...
Freilich waere es erstaunlich, wenn da die lokalen Machthaber und die "verbuendeten" Oligarchen leer ausgingen, aber es klingt erstmal entschlossen ...
Aber: Gegenseitige Wirtschaftssanktionen koennen solche Plaene natuerlich grundlegend gefaehrden. Und die beidseitigen Versuche sich von dem "Gegner" moeglichst unabhaengig zu machen, fuehren letztlich zu einer gigantischen Vernichtung bereits erfolgter Investitionen und Vergeudung von Mitteln fuer den Aufbau (wirtschaftlich) nicht effektiver alternativer Versorgungswege.
Deutschland ist da leider fuehrend, nach dem Motto "Koste es, was es wolle. Der Michel bezahlt's."; man braucht sich da nur an die ueberstuerzte, ineffektive Absage von der Atomenergie und die Missgeburt Energiewende erinnern.

Re: Wie soll die Krim versorgt werden?

Verfasst: 24 Mär 2014, 11:14
von Nikolaus
Wie man lesen konnte, ging der "Versorgungskrieg" nun schon los: Die Ukraine liefert der Krim nur noch 50% der benoetigten Elektroenergie.
http://top.rbc.ru/incidents/24/03/2014/912916.shtml
Nun, mangelnde Elektroenergie ist zwar schlimm, aber laesst sich "aushalten".
Wenn die Kiewer Falken jedoch auch die Wasserversorgung gefaehrden, wird es wohl "heiss" werden...
PS: Jazenjuk kann man eben doch nicht glauben; der hatte ja erst vor wenigen Tagen versichert, das so etwas nicht passieren wuerde. Die Frage ist nur, ob er so wenig Einfluss hat oder ob er schlicht geschwindelt hat.
Es geht ja hier nicht etwa um Geld, die Russen bezahlen doch wohl, sondern so heizt man eben Spannungen an.

PS. Wie der ukrainische Versorger wohl mitgeteilt hat, sind die Abschaltungen wegen einer Havarie an einer Hochspannungsleitung angeordnet worden.
http://www.krymenergo.com/n1442.html
PS2. Nun ist der Strom wieder da; war wohl doch nur eine Havarie. Sorry, Mr. Jazenjuk! :)
http://www.krymenergo.com/n1443.html