Russland stürzt ins Finanzchaos – (1/2)
Die erste Schlacht im unerklärten Finanzkrieg entscheidet der Westen für sich
Jens Berger, NDS
Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der Reserven fest gebunden ist (z.B. IWF-Reserven, Kapital der beiden Staatsfonds) und somit nur rund 200 Milliarden US$ wirklich zur Verfügung stehen. Das ist nur rund ein Viertel der in Devisen dotierten Auslandsschulden des Landes.
Ein Problem entsteht jedoch, wenn eine Volkswirtschaft in einer fremden Währung verschuldet ist und technisch keinen Zugang zu frischen Mitteln in dieser Währung hat. Genau dieses Problem bricht Russland momentan offenbar das Genick. Bereits im Oktober berichtete das Wall Street Journal unter Verwendung von Daten der russischen Zentralbank von den von der russischen Wirtschaft kurzfristig benötigten Devisen, um die laufenden Kreditraten zu begleichen. Im Oktober waren dies 9,3 Mrd. US$, im November 10 Mrd. US$ und im Dezember werden es 34,2 Mrd. US$ sein – diese Zahl ist vor allem deshalb so hoch, weil einige Zahlungen am Ende des Jahres fällig werden.
Die russische Volkswirtschaft hat zwar genügend Geld, kommt aber nur sehr schwer an Devisen wie den Euro und den Dollar heran. Die russischen Banken sind durch die Finanzsanktionen der EU und der USA de facto vom Geld- und Kreditmarkt in diesen Währungen ausgeschlossen.
