Wir sind aktuell "mittendrin". Ich aus D, meine Partnerin aus Moskau. Heirat wird in Moskau sein. Wir werden noch eine Weile pendeln, weil ich in D auf meine betagte Mutter Rücksicht nehmen möchte. So sind wir ein paar Wochen hier, ein paar Wochen da. Später dann werden wir Moskau bevorzugen.
Ja, das SAGS 4 verlangt EFZ apostilliert (seit 09/2016) + apostillierte erweiterte Meldebescheinigung + Reisepass + Anmeldung МФЦ von mir (Stand 12/2016).
Das EFZ... Die längeren Emails und Gespräche finden halt doch mit deutschen Amtsstellen statt...
Mein örtliches kleinstädtisches fränkischen Standesamt war zunächst erstaunt, dass wir in Moskau heiraten und dann nicht gleich in D zusammen ziehen wollen. Ich hatte den Eindruck, ich war der erste Fall, in dem es andersrum ist.
Na ja, zunächst bekam ich die Standardunterlagenliste und los ging's. Meine ausländische Ehe würde auch im Ausland geschieden (CH und schon ne Weile her). Dennoch mussten die ganzen Scheidungsunterlagen zum OLG München, das dann die Scheidung nach 4 Monaten anerkannte. Die 'Heimstaatenregelung' griff nicht, w/deutsche Staatsangehörigkeit.
Währenddessen klärte ich mit dem Standesamt, welche Dokumente, die auf der Liste waren, es in Russland so gar nicht gibt. Warum zur Bescheinigung 'meiner Ehefähigkeit' der ganze Papierkram meiner Partnerin dazugehört, könnte mir leider keiner begreiflich machen. Und weil der ganze Zirkus in D schon so ausartet, hat halt das SAGS 4 gemerkt, dass es sich einen Haufen Arbeit spart, da die vom D-Standesamt für den russischen Partner mit erledigt wird.
Wir haben also russische Dokumente beschafft: Kopie des Inlandspasses (alle Seiten) apostilliert, Scheidungsurteil apostilliert, Abschrift/Справка aus dem russischen Heiratsregister (das Standesamt musste unbedingt etwas haben, aus dem Ort und Datum der Heirat hervorgehen), Geburtsurkunde apostilliert. Alles wurde übersetzt. Mein Standesamt ist (bis jetzt) damit zufrieden
Ich habe mir eine neue Geburtsurkunde besorgt, die erweiterte Meldebescheinigung (für Standesamt, nicht SAGS) brauch ich noch und mit meinem Pass in der Tasche habe ich nun auch alles zusammen.
Meine Partnerin kommt morgen für zwei Wochen, da werden wir noch ihren Reisepass vorlegen und dann sollte alles ok sein, das EFZ kann kommen.
Die deutschen Dokumente müssen dann noch in Moskau übersetzt werden und dann können wir beim SAGS das Aufgebot bestellen.
Ich möchte betonen, dass beide Damen (SAGS und Standesamt) unterstützten wo möglich und auch immer ein freundliches Gespräch stattfand. Letztlich müssen sie halt umsetzten, was von höherer Stelle, manchmal recht sinnfrei, gefordert wird. An höherer Stelle sollte mal über die Bücher gegangen werden - meine Meinung...
Spannend wird es sicher wieder bei der Anerkennung der Heirat in D und bei der Visa-Frage, die sich bald stellt. Denn in das Weltbild meiner kleinstädtischen ABH passt nach einem ersten Orientierungsgespräch das alles nicht....