Was mir extrem auffällt ist das Thema Toleranz und Umgang miteinander. In einem Land das das Thema Toleranz quasi jeden Tag als "Monstranz"
vor sich her trägt ist genau diese Toleranz im Alltag sogut wie nicht vorhanden. Und da rede ich jetzt nicht von Medien und Politik, von dieser
Seite ist ja schon aus Gründen der Machterhaltung bzw. der Sicherung der Position im System keine Tolerierung einer anderen Meinung zu erwarten.
Was ich meine ist der Umgang der normalen Bevölkerung untereinander. Hier wurde es in den letzten Jahren geschafft ein gewisses Angstpotential
zu erzeugen wenn es um das Thema Politik geht. Also ein Großteil der Bevölkerung sagt sich "bevor ich irgendwo anecke, rede ich lieber übers Wetter"
...also so in etwa. Irgendwie hört auch keiner mehr richtig zu, es kommt schon gar kein Gespräch mehr zustande.Wenn ich mich erinnere, speziell
in der Wendezeit wurden Gespräche unter Menschen geführt die eigentlich völlig verschiedene Interessen hatten, aber jeder hat dem anderen mit
Interesse zugehört. Das ist irgendwie völlig weg. Heute merkt man richtig wie förmlich der innere Schalter aus geht, wenn ein Thema nicht
interessant ist oder eben eine von der eigenen Meinung abweichende das Gesprächsthema ist.
Nun ist natürlich klar das dies eine völlig andere Zeit war...ohne Handy und Internet. Trotzdem...ich find das sehr schade.
Und das macht die Kluft natürlich immer größer.
Ich hab es ja schon ein paarmal geschrieben,ich bin 54 und war noch nie in meinem Leben wählen. Anfangs war es Zufall, mittlerweile aus innerer
Überzeugung. Deutschland war einmal ein Land in dem man ohne politische Bekenntnis zu irgendeiner Partei ganz gut leben konnte. Man wurde
kaum bevormundet noch wurde versucht den Bürger politisch zu erziehen. So habe ich zumindestens die 90er und frühen 2000er Jahre in Erinnerung.
Das fand ich gut, Politik sollte kein alltagsbeherrschendes Thema sein. Wenn das so ist, dann funktioniert eine Gesellschaft. Politik sollte nur
die Rahmenbedingungen für einen angenehmen Alltag schaffen...Punkt aus.
Heute habe ich das Gefühl, da ich mich pausenlos zu irgendetwas bekennen soll, was ich nicht will. Zumindestens nehme ich das so war.
Und ich glaube so geht es vielen im Osten.
Wenn man aber immer nur mit der Nazikeule in Bezug auf die AfD kommt, dann verkauft man erstens die Wähler für dumm und fördert dadurch
erst recht die Position des Widerstands. Das ist simple Psychologie...mit Verboten ezieht man keine bockigen Kinder!!
Aber gut...was will man erwarten, Bildung ist gerade ein sehr rares Gut in der deutschen Politik!
Zum Schluß noch etwas "Populismus" von mir...das Grundübel aktuell in Deutschland sind zuerst die hohen Energiekosten.
Die deutsche Wirtschaft würde mit russischem Gas anders dastehen, das ist meine feste Überzeugung.
Wer hat nochmal Nordstream "beseitigt"? Und wieviel Geld fließt nach "Neupolen" für Waffen und Demokratie?
![Schaf [schaf]](./images/smilies/schaf.gif)