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Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 06:57
von AnuLeB
Norbert hat geschrieben: 15 Apr 2026, 00:34
Bleiben wir doch ganz einfach mal bei den drei Personen, die sich für den Erhalt des Forums bemühen. Alle drei Deutsche, mit sehr sehr unterschiedlichen Meinungen. Oder, wenn es losgelöst davon sein soll, die Diskussionen von kamensky mit Axel Henrich. Ja, auch alles Deutsche, aber immerhin ein Austausch der zwei gegensätzlichen Meinungen. Hört man sich dabei wirklich zu? Wahrscheinlich selten. Ich schätze den Austausch dennoch, weil er mir Gedankenanregungen gibt, die ich dann in Russland und Deutschland weitertrage.
Ich bin natürlich noch nicht so lange in diesem Forum, habe aber den Eindruck, dass man sich hier schon gegenseitig respektiert und akzeptiert, also "zuhört". Nur sollte man realistisch genug bleiben, und daher nicht erwarten, dass man mit seinem Geschreibsel sowas wie einen Gesinnungswandel erreicht. Dafür ist die eigene Sicht auf die Dinge auch zu sehr in die eigene Lebenswirklichkeit und -philosophie eingepaßt. Und das sehe ich ausdrücklich wertfrei.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 11:10
von Jenenser
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 01:22
Hier hat doch keiner wirklichen Zugang, stark vereinfacht ausgedrückt, zu dem durchschnittlichen russischen Staatsbürger über einen längeren Zeitraum.
Ich komme nochmal zu den Städtepartnerschaften Deutschland–Russland zurück.
Wladimir30 schrieb, dass kanpp 70 diese Idee verfolg(t)en.
Kennste Russen, die da aktiv mitmachen?
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 12:03
von fugen
Jenenser hat geschrieben: 15 Apr 2026, 11:10
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 01:22
Hier hat doch keiner wirklichen Zugang, stark vereinfacht ausgedrückt, zu dem durchschnittlichen russischen Staatsbürger über einen längeren Zeitraum.
Ich komme nochmal zu den Städtepartnerschaften Deutschland–Russland zurück.
Wladimir30 schrieb, dass kanpp 70 diese Idee verfolg(t)en.
Kennste Russen, die da aktiv mitmachen?
Nö, keinen einzigen.
Die einzigen russischen Staatsbürger mit Interesse für Europa etc sind vermögende die einfach nur dem unbeschwerten Reisen etc. Nachtrauern.
Auch dieehemalige Schule meiner Tochter hat ihren Austausch mit einer Schule aus spb beendet.
Und den Grund kann man bei Wladimir ja lesen - macht was wir euch sagen und es geht weiter wie bisher.
Das schlimme ist dass die Russen Europa wieder mit Energie versorgen werden, oder glaubt hier tatsächlich einer Europa könnte ohne die Ressourcen auch nur annähernd bestehen im weltweiten Vergleich?!
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 12:13
von Wladimir30
AnuLeB hat geschrieben: 14 Apr 2026, 20:25
Ich habe mich schon immer an dem Begriff NATO-Osterweiterung gestört. Dieser Begriff suggeriert, dass sich die NATO aktiv um neue Mitglieder im Osten bemüht hat. Ich denke jedoch, dass es nicht der Westen war, welcher sich Richtung Osten ausgebreitet hatte, sondern eher die ehemaligen Ostblockstaaten waren, welche sich dem Westen anschlossen.
Nun, dieser Gedanke drängt sich auf, und die von Dir aufgezeigte Chronologie scheint dies auch zu bestätigen. Meinem Wissensstand nach ist es aber anders, und ich denke, man sollte schon etwas differenzierter die Situation beurteilen. Nehmen wir mal ein einfaches allen bekanntes Beispiel. Du bist Glaser und stark daran interessiert, dass mehr Leute Fensterscheiben bei Dir kaufen. Das macht so aber keiner, warum auch. Also schickst Du einen Jungen, der sich Steine sucht und anfängt, Scheiben einzuschmeißen. Natürlich haben sich dann die Leute selber an den Glaser gewandt. Aber wie kam es dazu? So sehe ich es auch hier. Es gibt eine alte US-Doktrin, die besagt, dass die UdSSR und dann Russland zu bekämpfen sei, so dass nur noch ein Lieferant von billigen Rohstoffen übrig bleibt. Diese Doktrin wurde von niemandem außer Kraft gesetzt. Ich will nicht sagen, dass die UDSSR da nichts gemacht hat aus eigenem Antrieb. Die NATO Osterweiterung ist aber schon zum größten Teil als Umsetzung des alten, auf viele Jahre angelegten Planes zu sehen.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 13:39
von Jenenser
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 12:03
Das schlimme ist dass die Russen Europa wieder mit Energie versorgen werden, oder glaubt hier tatsächlich einer Europa könnte ohne die Ressourcen auch nur annähernd bestehen im weltweiten Vergleich?!
Hast Du `ne Ahnung, was hier im Forum beschriebenen „danach“ so alles passieren wird! ??
Schaun mer mal!
Wladimir30 hat geschrieben: 15 Apr 2026, 12:13 Es gibt eine alte US-Doktrin, die besagt, dass die UdSSR und dann Russland zu bekämpfen sei, so dass nur noch ein Lieferant von billigen Rohstoffen übrig bleibt. Diese Doktrin wurde von niemandem außer Kraft gesetzt.
Es ist schon erstaunlich, der ehemalige Erlanger Partnerschaftsbeauftragte hat sich wohl nie irgendwie mit Geopolitik beschäftigt. Es ist eben doch nicht nur ein Russland-Ukraine-Konflikt. Anders kann ich mir seine aktuellen Ausfälle gegenüber Russland nicht erklären.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 13:56
von Norbert
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 01:22Hier hat doch keiner wirklichen Zugang, stark vereinfacht ausgedrückt, zu dem durchschnittlichen russischen Staatsbürger über einen längeren Zeitraum.
Die Jungs aus NN, Wladimir und Saransk wohl noch am meisten und doch sind die auf einem anderen Planeten.
Steile These. Sicher sind "unsere" russischen Freundeskreise noch eine Bubble und nicht repräsentativ für den durchschnittlichen russischen Staatsbürger. Aber spätestens bei Familienangehörigen und Nachbarn habe selbst ich viel Kontakt zum Durchschnitt. (Kollegen bei mir nicht, weil in der IT-Bubble, aber auch das ist bei einigen unserer Mitstreiter hier klar "Durchschnitt".)
Ich glaube Du verwechselst "uns" da mit dem klassischen Expat, der für wenige Jahre irgendwo im Elfenbeinturm lebt und nur mit Englisch sprechenden Kontakten redet.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 14:10
von Wladimir30
Jenenser hat geschrieben: 15 Apr 2026, 13:39
Es ist schon erstaunlich, der ehemalige Erlanger Partnerschaftsbeauftragte hat sich wohl nie irgendwie mit Geopolitik beschäftigt. Es ist eben doch nicht nur ein Russland-Ukraine-Konflikt. Anders kann ich mir seine aktuellen Ausfälle gegenüber Russland nicht erklären.
In der Tat, derartige Diskussionen hatten wir nie. Na ja, er hat persönlich ganz andere Interessen, in denen er sich in der Tat supergut auskennt. Nur haben da geopolitische Aspekte nun wirklich keinen Raum drin.
Übrigens Deine vorherige Frage, ob Du einen gewissen Optimismus aus meinen Ausführungen raushörst. Ich fürchte, dass dies nicht beabsichtigt war, so schade ich dies tief im Inneren gerne hätte. Erlangen hat sich breitgefächert abgewandt, und Wladimir hat dieses Thema bevölkerungsweit abgehakt. Der Käs ist gegessen. Immer mehr Leute lernen Chinesisch, manche Arabisch. Europäische Sprachen sind da abgemeldet.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 14:20
von fugen
Jenenser hat geschrieben: 15 Apr 2026, 13:39
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 12:03
Das schlimme ist dass die Russen Europa wieder mit Energie versorgen werden, oder glaubt hier tatsächlich einer Europa könnte ohne die Ressourcen auch nur annähernd bestehen im weltweiten Vergleich?!
Hast Du `ne Ahnung, was hier im Forum beschriebenen „danach“ so alles passieren wird! ??
Schaun mer mal!
Ich schätze es wird wieder ein Versuch unternommen die Ressourcen gerecht zu verteilen?
Aber das ist nur so bling geraten.
Hast du eine Idee?
Norbert: denke nicht dass ich die hier schreibenden mit expats verwechsle.
Eben, eure Nachbarn und Freunde, danke für die Bestätigung, sind sicherlich keine durchschnittlichen Staatsbürger die aufm Land für 30000 bis 60000 arbeiten gehen den ganzen Monat. Klar werden vereinzelt welche dabei sein aber da finden Gespräche sicherlich nur ganz oberflächlich statt, weil eben andere Einkommensverhältnisse. Ist ja ganz normal das man sich mit Personen umgibt mit vergleichbaren Möglichkeiten.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 15:13
von Wladimir30
fugen hat geschrieben: 15 Apr 2026, 14:20 keine durchschnittlichen Staatsbürger die aufm Land für 30000 bis 60000 arbeiten gehen den ganzen Monat. Klar werden vereinzelt welche dabei sein aber da finden Gespräche sicherlich nur ganz oberflächlich statt, weil eben andere Einkommensverhältnisse. Ist ja ganz normal das man sich mit Personen umgibt mit vergleichbaren Möglichkeiten.
Jein. Bei uns im Betrieb arbeiten knapp 100 Leute, ca. 70 in der Produktion. Einfache Arbeiter. Im Laufe der Zeit lernste doch einige auch privat näher kennen. Außerdem ist mir immer wichtig zu erfahren, was die Leute, für die ich letztendlich irgendwie auch verantwortlich bin, so beschäftigt.
Re: Städtepartnerschaften Deutschland-Russland
Verfasst: 15 Apr 2026, 16:27
von fugen
Ich wusste dass du es schreibst :-)
Ich verstehe dich und es würde mir auch so gehen.
Nur der Großteil, vereinzelt werden da sicherlich welche dabei sein, der russischen Staatsbürger erzählt ja nicht einfach so was ihn wirklich beschäftigt.
Könnte ja alles gegen ihn verwendet werden :-)