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Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 19 Mai 2026, 19:01
von Wladimir30
Das auf alle Fälle.

Sogar Bluewolf hatte ja zugegeben, dass 20% der Aussagen von Frau Mendel stimmen. Wenn man das extrapoliert, dann ergibt sich in der Tat ein finsteres Bild. Das kam ja immer wieder durch, wo sich sogar Macron gewundert hatte, wo das ganze Geld denn nun sei.

Was mich nur wundert, ist, dass es so viele Leute gibt, die mit großen Augen dastehen und nicht glauben wollen, dass die Zustände in der Ukraine so sind, wie - meist unter Hand oder relativ verdeckt - immer wieder mal beschrieben. Die Person des Präsidenten der Ukraine kann man sehr gut verstehen. Vom Kömidianten zum Präsidenten in Null auf Hundert, wer würde sich nicht verheddern in diesem dichten Netz aus Verbindlichkeiten, schwindelerregenden Geldsummen, die anzapfbar sind, plötzlich inmitten der ganz Großen der Weltpolitik, hofiert. Wem, der aus einer kleinen sowjetischen Gemeinschaftswohnung kommt, würde da nicht schwindelig werden? Es geht nicht um ihn, sondern um die Leute, die hinter ihm stehen. Und dieses Netz wurde angedeutet in diesem Interview.

Warum dieser Krieg immer noch weiter geführt wird? Frau Mendel hatte ja in einem herzzerreißenden Statement auf russisch an die Menschlichkeit Putins appelliert. Wenn es denn nur darum ginge. Norbert hat es ja in seinem Schlußsatz fast am Rande angemerkt. Es stecken ganz andere Interessen hinter dem Krieg, und diese werden den westlichen Politikern schon sehr deutlich nahegebracht. Es geht nicht um Landgewinne, Land hat Russland wahrlich genug. Es geht um Sicherheit. Und darum, das eigene, immer offensichtlicher werdende marode Wirtschaftssystem des Westens am Leben zu halten. Die bewährteste Methode von inneren Problemen abzulenken war und ist nunmal ein Krieg.

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 19 Mai 2026, 23:17
von Bluewolf
Btw3 fand ich den israelischen Beitrag besser als den deutschen, von Sarah Engels.
Wow. Ich bin mit Axel einer Meinung :alc:
Aber nochmal. Ihr habt mich schwer missverstanden.
Keiner bestreitet, dass wo Rauch ist, auch ein Feuer sein muss.
Aber in diesem Interview werden ständig Dinge BEHAUPTET, aber nicht EIN Beweis dafür erbracht. Das steht dann so im Raum. Und jetzt soll ich das widerlegen? Ernsthaft? Ich bin akademisch erzogen worden. Ohne substantiellen Beweis, aka Fakten, kein Glaube. In ihrem Buch (hat das überhaupt jemand so als Diskussionsgrundlage mal geyandext oder gar gelesen?) stehen fundamental andere Aussagen. Ich sage morgen meiner KI, schreib mal einen Artikel über Wladimirs Grosseltern. Füge jüdisch, Nazis und Zigeuner ein, und gebe als Quelle die Prawda an. Füge ein paar Fake Bilder ein. Poste es in sozialen Netzwerken. Was passiert wohl? Wladimir wird sich verteidigen und dafür soviel Kraft und Zeit verbrauchen, dass ihm für andere Dinge die Zeit fehlt. SO etwas ist ein Teil hybrider Kriegsführung und nimmt inzwischen überhand. DESHALB verschwende ich keine Zeit damit, egal wer behauptet, aber du musst doch... Quellen... Widerrede... Nein. Punkt. Deshalb mein Hinweis auf die gegenwärtige Tendenz des Forums. Menschen, die sowieso schon eine zementierte Meinung haben erreiche ich nicht mehr. Da versuche ich eher an anderer Stelle Unsichere/ Uninformierte zu erreichen. Zeit ist nicht unendlich, und sorry, da ist mir Deutschland dann doch wichtiger. Transatlantiker, ja klar. Geht es nicht ein µm origineller? Ausgerechnet ich?
Und ernsthaft, wir reden jetzt darüber, ob ein Land wie die Ukraine (Korruptionsindex 2026 Platz 104) oder Russland (Platz 151) weniger korrupt ist? Ist das objektiv messbar?
Was mir bei der Diskussion immer hinten runterfällt;
Es ist eben kein Vaterländischer Krieg. Nicht gegen eine Macht von ausserhalb der slawischen Grenzen. Dabei ist es auch total irrelevant ob es ein Stellvertreter Krieg ist. Für mich ist das ein Bürgerkrieg. Die sowjetischen Völker haben mit großer Hilfe der USA das faschistische Deutschland eingebremst. Und es ist Erbsenzählerei (ja Axel ein Trigger), ob jetzt Belarus, Kernrussland oder die Menschen aus der heutigen Ukraine den größeren Blutzoll bezahlt haben. Fakt ist, die Menschen aus diesen Landstrichen waren schon immer sehr erfindungsreich und haben sich schnell angepasst.
Das Problem vor dem Russland steht: die Ukrainer können das auch als "Brudervolk". Und inzwischen scheinbar besser.

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 19 Mai 2026, 23:30
von Bluewolf
Die Person des Präsidenten der Ukraine kann man sehr gut verstehen. Vom Kömidianten zum Präsidenten in Null auf Hundert, wer würde sich nicht verheddern in diesem dichten Netz aus Verbindlichkeiten, schwindelerregenden Geldsummen, die anzapfbar sind, plötzlich inmitten der ganz Großen der Weltpolitik, hofiert.
Und nebenbei noch einmal. Selensky hatte durchaus in seiner Serie "Diener des Volkes" ein prophetisches Talent. Kann man natürlich jetzt auch wieder eine Verschwörungstheorie daraus basteln. Ich glaube allerdings nicht, dass ihn die Leute tatsächlich nur als Gag deswegen gewählt haben.

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 04:31
von Axel Henrich
Bluewolf hat geschrieben: 19 Mai 2026, 23:17
Btw3 fand ich den israelischen Beitrag besser als den deutschen, von Sarah Engels.
Wow. Ich bin mit Axel einer Meinung :alc:
Wie sagt ein chinesisches Sprichwort ...:
"Auch der weiteste Weg beginnt mit dem ersten Schritt" .... : :lol:

-ah-

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 06:14
von HJ52
Bürgerkrieg
Nur wurde dieser Krieg bewusst in Kauf genommen. So ist jedenfalls meine, keinesfalls zementiere, Meinung.

Unsere Region wird aktuell (seit etwa 3 Uhr, deswegen sind wir wach) mit tieffliegenden Marschflugkörpern angegriffen. Man schreibt, knapp über der Baumlinie navigieren die Hunde. Sind das schon Grüsse aus Deutschland?

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 08:24
von Wladimir30
@bluewolf, diese Erklärungen von Deiner Seite verstehe ich voll und ganz. Meine Sicht sollte ebenfalls nicht so rüberkommen, wie sie wohl angekommen ist.

Vorab, nein, ich habe das Buch nicht gelesen und auch nicht gegoogelt. Es ging in diesem thread um das Interview, das ich auch als Grundlage für meine Ausführungen genommen habe. Dafür habe ich es zweimal gehört, als Ausgleich sozusagen.... Ich wollte auch keine Diskussion über die Person Julia Mendel, was sie wann wo gesagt/geschrieben hat.

Meine Frage nach Konkretika vom Deiner Seite war durchaus ernst gemeint, nicht als Lust am Streiten oder um Dich bloßzustellen. Nein, es ging mir schon wirklich um die Aussagen, welche falsch sind (und im Umkehrschluß dann, welche als richtig übrig bleiben). Mein verlässlich scheinendes Wissen über das Machtgefüge in UA ist vergleichsweise dünn, nun, über die Person Sel. schon größer, aber ich bin froh, wenn ich Tatsachen bekomme, die meinen Wissensstand aufzufüllen imstande sind. Deshalb meine Fragen (vielleicht zu spitz formuliert?).

Mir geht es nicht im einen Wettstreit, ob nun RU oder UA korrupter seien, ob es sich um einen innerslawischen oder transatlantischen Krieg handelt (ich sag das mal so salopp, klar ist letzteres mehr als wichtig). Mir ging (und geht) es um Wissensvermehrung, die möglichst ohne Propaganda daherkommt (und hier liegt ja der tote Hund begraben).

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 11:02
von Norbert
HJ52 hat geschrieben: 20 Mai 2026, 06:14 Nur wurde dieser Krieg bewusst in Kauf genommen. So ist jedenfalls meine, keinesfalls zementiere, Meinung.

Unsere Region wird aktuell (seit etwa 3 Uhr, deswegen sind wir wach) mit tieffliegenden Marschflugkörpern angegriffen. Man schreibt, knapp über der Baumlinie navigieren die Hunde. Sind das schon Grüsse aus Deutschland?
Die Frage ist eben für mich am Ende doch: Das russische Narrativ ist ja, alles wäre viel schlimmer, hätte man im Februar 2022 nicht etwas unternommen. Und ich will niemand provozieren mit der Frage, aber glaubt ihr das wirklich? Würden heute Drohnen über N. Novgorod fliegen (oder irgendein schlimmeres Szenario), hätte man auf die "spezielle Militäraktion" ab Februar 2022 verzichtet?

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 12:08
von Axel Henrich
Bluewolf hat geschrieben: 19 Mai 2026, 23:17Aber in diesem Interview werden ständig Dinge BEHAUPTET, aber nicht EIN Beweis dafür erbracht. Das steht dann so im Raum. Und jetzt soll ich das widerlegen? Ernsthaft?
Liegt doch aber in der Natur der Sache. Wir waren alle nicht dabei, müssen(!) also entweder der einen, oder anderen Seite glauben, je nach Erziehung, Sozialisierung, eigene Erfahrung, etc.. Aber wenn ich sage, etwas stimmt nicht, dann kann man ja auch 1, oder 2 Punkte benennen, welche man kritisch sieht, oder?! Diese wären dann zwar auch keine Beweise für das Gegenteil, wie auch, aber das weiß man ja. Es ist eine Diskussion, ein Austausch.
Beispiel:
Sie sagt, Sie hätte nie gesehen, wie Sel das Pulver nimmt, er wurde gebrieft (er lässt sich wohl alles vorlesen), dann verschwand er im Bad und kam "voller Energie" zurück ...
Das kann man kritisieren, weil subjektiv und ohne Beweiskraft sowieso.
Ein weiterer Punkt die Kausa Johnson ... (inzwischen wird ja sogar ein Israeli mit ins Spiel gebracht, welcher zusammen mit Johnson UA die Weiterführung des Krieges angeraten haben soll. Auch hier, wenn Johnson nicht selber sagt "ja so war es", gibt es keine Beweise.

Usw. ... ;)
Bluewolf hat geschrieben: 19 Mai 2026, 23:17Und es ist Erbsenzählerei (ja Axel ein Trigger), ob jetzt Belarus, Kernrussland oder die Menschen aus der heutigen Ukraine den größeren Blutzoll bezahlt haben.
Nein, so habe ich das nicht gemeint, ist aber mein Fehler.
Ich wollte eigentlich Sowjetunion schreiben, um genau deine Reaktion zu vermeiden, deswegen schrieb ich am Ende auch "und ja, darunter auch Russen":
Wenn man mal nachdenkt, mit welcher Erinnerungskultur aus dem 2.Wk man heuer Israel begegnet und dagegen Russland mit 3/4 der Opfern und ja, darunter auch Russen ...
Ich werde das noch ändern, danke für den Anstoß.

-ah-

Edit: habs geändert

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 12:41
von Wladimir30
Norbert hat geschrieben: 20 Mai 2026, 11:02 Würden heute Drohnen über N. Novgorod fliegen (oder irgendein schlimmeres Szenario), hätte man auf die "spezielle Militäraktion" ab Februar 2022 verzichtet?
Tja, im Konjunktiv ist es immer schwierig, über Geschichte zu reden.

Meinem rein persönlichen Verständnis nach. Letzte Nacht wären vielleicht tatsächlich keine Drohnen über NN geflogen. Aber es geht hier nicht um kurzfristige Ereignisse und Folgen dieser Ereignisse. Es geht um Prozesse, die Jahre dauern (können), nur je später sie angegangen werden, desto schwieriger wird es. Wie sagte Putin 2022, zugegebenermaßen mehr als flapsig. Wenn eine Prügelei unausweichlich ist, sollte man zuerst zuschlagen. Klar, die Frage ist, ob diese "Prügelei" wirklich unausweichlich war. Viele sind ja der Meinung, dass die Prügelei nicht nur unausweichlich war, sondern bereits begonnen hatte. Diese Theorie wurde hier, in diesem Forum ja mehrmals ausgiebig besprochen, wobei die Fronten größtenteils sehr verhärtet waren (ich empfinde es so, dass jetzt doch mehr Bereitschaft zu einer differenzierteren Sichtweise vorhanden ist).

Also, zurück zur Frage nach den Drohnen über NN. Wir wissen es einfach nicht, aber es ist nicht auszuschließen, dass ganz andere Dinge, die die Sicherheitsinteressen Russlands in erheblichem Maße geschadet hätten, passiert wären. Gestern, heute, morgen, keine Ahnung.

Re: Interview mit Selenskijs ehemaliger Pressesprecherin

Verfasst: 20 Mai 2026, 13:37
von AnGro
Wladimir30 hat geschrieben: 20 Mai 2026, 12:41 keine Ahnung.
Das geht uns allen so, objektiv betrachtet; subjektiv mag das der ein oder andere anders sehen, aber bisher konnte mir keiner eine sinnvolle Rationale bieten, die diesen Krieg als unausweichlich oder zumindest notwendig darlegt, von sinnvoll ganz zu schweigen. Es ist nix offensichtliches vorhanden, außer "die werden sowas ja nicht ohne guten Grund machen". Und wenn der "gute Grund" nix mit dem Wohlergehen des Landes zu tun hat? Warum wird immer unterstellt, dass eine Regierung für das Wohlergehen des von ihr regierten Landes arbeitet? Sind in der Regierung nicht auch nur Menschen mit ihrer doch oft sehr persönlichen eigenen Agenda?
Norbert hat geschrieben: 19 Mai 2026, 15:59 Diese Kriegsgeilheit ist einfach zum Kotzen, weil schlicht vergessen wird, dass jeder Tag dieses Krieges unzählbares menschliches Leid kostet.
Ich würde noch das Gelaber ergänzen, welches Dritten die Schuld zuspricht, dass Russland diesen Krieg noch nicht als Gewinner beendet hat, wie z.B., einem gewissen Boris J. aus L. Auch das finde ich einfach nur zum Kotzen. Wer schießt denn hier wo auf wen?
Norbert hat geschrieben: 19 Mai 2026, 15:59 Und niemand - außer ein paar Waffenproduzenten - wirklich davon profitiert.
Wenn das so wäre, gäbe es kein Krieg. Da profitieren noch viele mehr davon. Und diese sind immer in dem Kreis der Entscheider zu finden. Waffenproduzenten machen nur Geld, in dem sie Waffen herstellen und verkaufen. Aber wer entscheidet denn, dass Waffen benutzt und daher als solche dafür gekauft werden?