arghmage hat geschrieben: 25 Apr 2025, 23:22
Jenenser hat geschrieben: 15 Apr 2025, 22:43
Dann die Zerschlagung der Sowjetunion 1991 und der Abzug der russischen Truppen aus osteuropäischen Staaten bis 1994, die mit ihren Verbündeten einst ein zweites 1941 verhindern sollten.
Hab ich was verpaßt? Wer hat denn da was zerschlagen? Das hört sich so an, als ob wiedermal andere Schuld wären.
Ich würde eher "Zerfall" sagen ... oder "Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit"
Finde übrigens interessant, wie hier das Gedenken zum 80jährigen Jubiläum begangen wird ... da zofft sich ja die Politik in D durchaus auch etwas.
Wobei ich da auf der Linie der unteren Ebenen (kommunale Politik) bin, pragmatisch handhaben .... laßt doch um Gottes Willen die Russen teilhaben, eine Rede müssen sie ja nicht unbedingt halten ... hätten sich viele profilierungssüchtige Politnieten allerdings auch sparen können, man muß nicht immer und bei jeder Gelegenheit bis aufs Letzte polarisieren, das macht nix besser.
Naja, die sowjetischen Militärs waren garantiert damals, 45 Jahre nach dem Sieg über Hitlerdeutschland, nicht glücklich mit dem Zerfall der Sowjetunion. Sie haben sich letztendlich den politischen Entscheidungen gebeugt, sieht man mal kurz von den Ereignissen vom August 1991 ab.
Zum 80. jährigen Jubiläum:.
Da zitiere ich mal den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland aus seiner Rede in Torgau:
"Es wäre schöner, angemessener, wenn auch Vertreter der Ukraine, Georgiens oder Belarus bei uns wären..., Dass sie nicht kommen, hat vermutlich mit der Anwesenheit des russischen Kollegen zu tun."
Da bekam also ein kleiner deutscher Lokalpolitiker, der sich als Hausherr aufspielte, die Möglichkeit, ein solches historisches Ereignis zu instrumentalisieren:
"Es war Russland, das einen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen hat. Nicht 2021, sondern schon 2014. Und es liegt an Russland, nur an Russland, diesen Krieg zu beenden".
In der Corona-Zeit, als Reisen ein bisschen kompliziert war, besuchte ich Torgau und auch die Seelower Höhen. Es lohnt sich, dort Geschichte zu atmen.
In Gotha in Thüringen geschah im April vor 80 Jahren übrigens noch folgendes: Die US-Amerikaner rückten vom Westen aus vor und drohten, die deutsche Stadt zu zerstören und dann einzunehmen. Der Stadtkommandant favorisierte eine „schmerzhafte Lösung“ und gab den Befehl „Gotha wird nicht verteidigt!“. Mit dieser Entscheidung rettete er Menschenleben und eben die Zerstörung der Stadt. Natürlich verstieß er dabei gegen Befehle, die Verfassung, das Völkerrecht... Und wurde deshalb am 5.4.1945 hingerichtet.
Wie erst jetzt bekannt wurde, hoben die Behörden der BRD dieses Urteil erst im Jahr 1997 auf.
Im Jahr 2003 besuchte ich erstmals Sewastopol auf der Krim. Am 9. Mai, am „Tag des Sieges“, gedachten militärische Einheiten der Ukraine und Russland gemeinsam mit Kränzen an den Denkmälern der Stadt ihrer Opfer im 2. Weltkrieg. Es ist viel passiert seit dieser Zeit. Der sächsische Ministerpräsident jongliert gern mit historischen Zahlen. Lässt aber doch manchmal einige unter den Tisch fallen...