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Re: "Wahlen" 2011 - gigantische Menge der Fälschungen

Verfasst: 10 Feb 2012, 13:24
von bauplan
Saboteur hat geschrieben:
Gorbatschow hat es vertraglich vereinbart gehabt, dass die NATO nicht nach Osteuropa erweitert werden soll.
Kannst du mir sagen wann und wie der Vertrag hierß. Das wirdja immer mal wieder als Argument angeführt aberf den Vertraghabe ich noch nciht gelsen, dass will ich mal tun...

Es gibt keinen schriftlichen Vertrag.

Ich habe im Mai 2009 ein sehr langes Gespräch mit Egon Bahr u.A. auch darüber geführt. Bahr hat erklärt, dass Gorbatschow im Rahmen der Wiedervereinigung einfach zu blauäugug war und den Versicherungen von Kohl, Bush dem ersten und Mitterant geglaubt hat.

Es gab eine Vereinbarung bei den 4+2 Gesprächen, bzw. es war eine Bedingung Gorbatschows, dass die NATO sich nicht weiter als das Gebiet der ehemaligen DDR vergrößert. Das hang auch damit zusammen, dass Gorbatschow sonst die deutsche Wiedervereinigung innenpolitisch nicht hätte durchsetzen können.

Laut Egon Bahr, der nicht überall dabei war, sollte das aber nur ein mündliches Versprechen gewesen sein.

Valentin Falin, der bei den Gesprächen anwesend war, hat erzählt, dass es zwar eine schriftliche Vereinbarung gab, aber nicht als Vertrag.

Bahr wie auch Falin haben Gorbatschow totale Naivität den NATO-Mächten gegenüber vorgehalten, weil er denen geglaubt hat.

Daher dürfte auch herrühren, dass man in Russland den NATO-Staaten nicht mehr alles glaubt und gerne 120%ige wasserdichte Verträge haben will.
Was wäre denn auf dem Hintergrund eine Aussage wert, dass die Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet ist, man das aber von natoseiten nicht schriftlich bestätigen will.

Re: "Wahlen" 2011 - gigantische Menge der Fälschungen

Verfasst: 10 Feb 2012, 14:31
von Dietrich
bauplan hat geschrieben:Daher dürfte auch herrühren, dass man in Russland den NATO-Staaten nicht mehr alles glaubt und gerne 120%ige wasserdichte Verträge haben will.
Was wäre denn auf dem Hintergrund eine Aussage wert, dass die Raketenabwehr nicht gegen Russland gerichtet ist, man das aber von natoseiten nicht schriftlich bestätigen will.
Was ist eine schriftliche Bestätigung wert, wenn sie dann doch im Zweifelsfall gegen russische Raketen eingesetzt werden? Wenn erstmal russische Raketen in der Luft sind, wer kümmert sich dann noch um solche Verträge?
Die Frage ist doch, was nach Willen Russlands in dieser Bestätigung noch alles aufgenommen werden soll, bzw. warum die Nato diese schriftliche Bestätigung nicht geben will. Dann ein einfaches "die Raketenabwehr ist nicht gegen Russland gerichtet", wäre doch wohl kein Problem. Soo einfach scheint die Sache also nicht zu sein.

Und zum Thema NATO-Erweiterung:
"Zwischen" DDR und Russland sind in der Zwischenzeit souveräne Staaten entstanden. Wieso sollen diese Staaten nicht selbst entscheiden dürfen, welchem Verteidigungsbündnis sie beitreten möchten? Zwingen darf man sie weder in die eine noch in die andere Richtung, aber wenn sie sich eben eher dem Westen zugehörig fühlen, dann fände ich es nicht O.K., ihnen mit den Worten "Nein, wir haben es eurem ehemaligen großen Bruder versprochen, wir dürfen euch nicht aufnehmen", die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Das Russland das anders sieht, dass ist nicht verwunderlich.

Re: "Wahlen" 2011 - gigantische Menge der Fälschungen

Verfasst: 10 Feb 2012, 14:41
von bauplan
Dietrich hat geschrieben:
Und zum Thema NATO-Erweiterung:
"Zwischen" DDR und Russland sind in der Zwischenzeit souveräne Staaten entstanden. Wieso sollen diese Staaten nicht selbst entscheiden dürfen, welchem Verteidigungsbündnis sie beitreten möchten? Zwingen darf man sie weder in die eine noch in die andere Richtung, aber wenn sie sich eben eher dem Westen zugehörig fühlen, dann fände ich es nicht O.K., ihnen mit den Worten "Nein, wir haben es eurem ehemaligen großen Bruder versprochen, wir dürfen euch nicht aufnehmen", die Tür vor der Nase zuzuschlagen. Das Russland das anders sieht, dass ist nicht verwunderlich.

Damit ist doch zumindest klar, dass sich die NATO einen feuchten Kehricht um Absprachen kümmert.
Man hätte ja auch versuchen können Vertrauen aufzubauen.
Mit so einem Verhandlunspartner, der mich bei jeder Gelegenheit aufs Kreuz legen will, wäre ich dann auch vorsichtig.
In Libyen hat die NATO die Resulotion ja auch sehr individuell ausgelegt.