leonidas hat geschrieben:... geografische Detailkenntnisse sind da auch ganz hilfreich.
Kann man erwerben oder sich das US-Imperialistische Google-Maps zur Hilfe nehmen. Den von den Türken angegebenen Kurs über türkisches Hoheitsgebiet habe ich mit genau 2,96 km (1,84 mi) ausgemessen. Der angeblich überflogene Landzipfel liegt südlich von Aşağıpulluyazı.
Ohne Daten des Flugschreibers kann man über die tatsächliche Geschwindigkeit über Grund nur spekulieren, die Dimension erscheint mir aber wahrscheinlich.
Ich bin kein Kampfpilot, um mögliche Anflugs- und Manöverbewegungen realistisch einschätzen zu können. Man muss davon ausgegangen werden, dass bei dem Manöver die Türken syrisches Gebiet überflogen haben.
Wo sie nun genau den russischen Jet erwischt haben, ist eine Frage des Glaubens, der Politik, auf jeden Fall Spekulation.
Mit Sicherheit haben die Türken, so weist es ja auch deren Darstellung der Route aus, den Kurs des russischen Fliegers schon länger verfolgt.
Mit großer Wahrscheinlichkeit haben sie sogar auf diese Gelegenheit gewartet und sich entsprechend vorbereitet.
Es ist anzunehmen, dass schon zuvor versucht wurde, solche Grenzverletzer zu "bestrafen", wenn zuvor auch oft erfolglos. Eine total überraschende Situation war es mit Sicherheit nicht.
Somit kann man auch über die Reaktionszeit nur spekulieren. Bei entsprechender Absicht und Vorbereitung und mit etwas Sicht auf den möglichen Flugverlauf, der ja nach beiden Darstellungen eine Annäherung an türkisches Gebiet darstellt, ist eine blitzschnelle Reaktion denkbar, die vielleicht sogar zu einem Treffer
im türkischen Luftraum führen konnte.
Das die Türkei nicht von der (möglichen) Grenzverletzung überrascht wurde, vermutlich sogar sehnsüchtig darauf gewartet hat, sollte man voraussetzen.
Auch bei dem von der Türkei angebotenen Kurs braucht man schon sehr viel schmutzige Phantasie, um an eine vorsätzliche Grenzverletzung, Aggression oder gar Angrif zu denken. Auch bei dem von den Russen angeboteten Kurs muss man schon blitzschnell reagieren, um den "feind" vom Himmel zu holen.
Dass nach einem Abschuss in Grenznähe das Wrack im Ausland niedergeht, ist für die Türken sicherlich ärgerlich, denn ein "Beweisstück" auf eigenen Boden wäre die bessere Trophäe.
In diesen Punkten hat Erdogan auf jeden Fall den "Schwarzen Peter" und die russische Wut ist verständlich.