Referendum Donezk

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Alex KA
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Alex KA »

Menschen in Donezk sprechen Russisch und Ukrainisch, so wie in Bayern sprechen bayrisches Dialekt und Hochdeutsch.. Das heißt nicht das Bayern nicht zu Deutschland gehört..
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CSB_Wolf
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von CSB_Wolf »

Alex KA hat geschrieben:Menschen in Donezk sprechen Russisch und Ukrainisch, so wie in Bayern sprechen bayrisches Dialekt und Hochdeutsch.. Das heißt nicht das Bayern nicht zu Deutschland gehört..
Servus :lol:

Gruss
wolf
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

Alex KA hat geschrieben:Menschen in Donezk sprechen Russisch und Ukrainisch, so wie in Bayern sprechen bayrisches Dialekt und Hochdeutsch.. Das heißt nicht das Bayern nicht zu Deutschland gehört..
Bei den Bayern bin ich mir da nicht so sicher.

Aus eigener Erfahrung nach 6 Wochen in Donezk vor einiger Zeit, spricht man überwiegend Russisch -- auch die Ukrainer dort -- liest aber überwiegend Ukrainisch. Hinweisschilder, Straßennamen, bei den Ämtern und Behörden und selbst bei Geschäften sieht man fast nur Ukrainisch. Ist ja auch "Amtssprache" (gewesen).
Mein persönlicher Eindruck, verstärkt durch einige Gespräche, ist, dass man diese Amtssprachen-Regelung ziemlich blöd findet und schon aus Opposition und Solidarität sich in Russisch unterhält. Bis vor ein paar Monaten war es dort auch absolut kein Thema, wer Ukrainer oder Russe ist, alle waren Donezker und brave ukrainische Staatsbürger. Pro-Russland-Russen oder gar Pro-Russland-Ukrainer sind mir nie über den Weg gelaufen.
Die Schulen hatten manchmal Probleme mit Russisch als (nur) Zweitsprache.

Vor paar Tagen war ich in der Oberlausitz. Obwohl die Sorben eine Minderheit sind, sind z.B. Straßennamen, Ortsschilder und sonstige Hinweise und öffentlich sichtbare Texte in Deutsch und Sorbisch. So eine Lösung wäre für den Donbass auch angebracht.
Ich fürchte, da werden jetzt alle Schilder abgerissen und durch russische ersetzt. Ein Wahnsinn löst den anderen ab.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
kamensky
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von kamensky »

Berlino10 hat geschrieben:
kamensky hat geschrieben: Bedauernswert ist jedoch die gesamte ukrainische Bevölkerung, egal ob Ost oder West, denn die leiden am meisten.
Eben, genau das steht u.a. darin, dass auch die Separatisten die Bevölkerung fremdbestimmen und selbst fremdbestimmt sind,
dass sie eine Entwicklung vorantreiben, die vom Volk eigentlich nicht gewünscht wird, und auch nicht gut für Land und Leute.
Sie haben das nicht gelesen, oder?
Es ist doch letztendlich so, wie Sie selbst erwähnten, dass die wirklich Betroffenen, also die GESAMTE ukrainische Bevölkerung am wenigsten zu sagen haben, geschweige dann Mitspracherecht wie sich das Land in Zukunft gestalten soll und sich präsentieren wird, wer es beschützt, welche und wie viel kulturelle Werte (Bspw: russische Sprache) in der Verfassung verankert wird. Nein, es sind doch 1 Weltmacht + 1 Weltmacht die es wieder werden möchte + 1 Nebenschauschpieler welche das sagen haben. Die immense Sensationslust und Pressegeilheit " tötet " zwar nur indirekt, doch langzeitig und im grösserem Umfang. Sehen Sie sich einmal um in den Medien allgemein, wie viele Artikel Sie über die letzten sagen wir einmal 2 Monate zum Krisenherd Syrien finden versus Ukraine!
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 »

kamensky hat geschrieben: Es ist doch letztendlich so, wie Sie selbst erwähnten, dass die wirklich Betroffenen, also die GESAMTE ukrainische Bevölkerung am wenigsten zu sagen haben, ....
Ja, eben, da bin ich mit ihnen einverstanden - deshalb habe ich den Russischen Beitrag auch übersetzt und publiziert -
weil er von nicht-propagandistischer Seite kritisch und aus Sicht des Volkes die Süd-Ost Bewegung beleuchtet.
Auch die "Republik Donezk" ist nicht das Werk des Volkes, sondern bestimmt von fremden Kräften Achmetov, Januko, RUS, ... die die Entwicklung dort treiben
So wie auf der West-Seite der Maidan dem Volk gestohlen und verraten wurde und wird ... die alte Nomenklatura bestimmt wieder, Oligarchen, ...
die EUSA ... sehen wir ja an der Aufteilung von Burisma ...
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

kamensky hat geschrieben:Die immense Sensationslust und Pressegeilheit " tötet " zwar nur indirekt, doch langzeitig und im grösserem Umfang. Sehen Sie sich einmal um in den Medien allgemein, wie viele Artikel Sie über die letzten sagen wir einmal 2 Monate zum Krisenherd Syrien finden versus Ukraine!
Beim Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung (HIIK) kann man sich ziemlich umfassend, wenn auch nicht tagesaktuell informieren, wo es derzeit auf der Welt brennt, also Krisen, Konflikte und Kriege Menschenleben kosten. Es ist erschütternd!
Bei aller emotionalen Nähe zur Ukrainekrise ist das im Vergleich zu anderen Regionen nahezu ein kleiner Nachbarschaftsstreit.
Andere Konflikte und Kriege fordern täglich mehr Menschenleben, als bisher in der Ukraine zu beklagen sind.

Dramatischer finde ich, dass es in der bisherigen Geschichte der postsowjetischen Ukraine relativ friedlich zuging. Die jetzt so aufgebauschten Differenzen zwischen Prorussen und Proukrainern waren kaum ein Thema bis zum Winter 2013. Erst jetzt wird es zum blutigen Drama gemacht -- ja, gemacht, denn es ist kein lange schwelender Brand, der jetzt aus sich heraus erst aufgelodert ist. Da sind andere Mächte im Spiel, die dieses Feuer zum eigenen Vorteil schüren.

Um den Gedanken mal weiter zu spinnen: Wann geht es los mit den probelarussischen, propolnischen, proslowakischen, proungarischen, prorumänischen, ja proeuropäischen bzw. proamerikanischen Ukrainern? Da gäbe es doch sicherlich auch noch genug Zündstoff! Oder ist das Interesse der Anrainer auf der anderen Seite zu gering? Haben die keine Lust auf irgendwelche Referenden, die die Ukraine weiter aufteilen? Das passt doch garnicht zu den Agitprop-Parolen über die Kriegshetzer und Russenhasser aus EU/USA. Wenigstens die Nazis und Faschisten im Westen könnten doch zusammenhalten und aufmischen.

Also Mord und Totschlag überall auf der Welt, aber nicht in den aktuellen Schlagzeilen.

Da es hier nun mal ein Russland-Forum ist, auch ein vergleichender Blick gen Osten:
Wie viele Tote gab es eigentlich bisher bei den ethnisch-politischen Konflikten des postsowjetischen Russlands? Wie viele in der Putin-Ära?
Als Quasi-Kolonialmacht ist Russland auch nicht gerade zimperlich.
Aber dafür werden die Putin-/Russlandfans sicher eine plausible Erklärung haben.
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Jenenser
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Jenenser »

klaupe hat geschrieben: Aus eigener Erfahrung nach 6 Wochen in Donezk vor einiger Zeit, spricht man überwiegend Russisch -- auch die Ukrainer dort -- liest aber überwiegend Ukrainisch. Hinweisschilder, Straßennamen, bei den Ämtern und Behörden und selbst bei Geschäften sieht man fast nur Ukrainisch. Ist ja auch "Amtssprache" (gewesen).
Mein persönlicher Eindruck, verstärkt durch einige Gespräche, ist, dass man diese Amtssprachen-Regelung ziemlich blöd findet und schon aus Opposition und Solidarität sich in Russisch unterhält. Bis vor ein paar Monaten war es dort auch absolut kein Thema, wer Ukrainer oder Russe ist, alle waren Donezker und brave ukrainische Staatsbürger. Pro-Russland-Russen oder gar Pro-Russland-Ukrainer sind mir nie über den Weg gelaufen.
Leider wird oft argumentiert, das Ukrainische wäre nur ein Dialekt des Russischen. Es besteht natürlich eine Verwandtschaft. Und Russisch, Ukrainisch und noch Weißrussisch bilden gemeinsam die Familie der ostslawischen Sprachen. Ein Ukrainer bewies mir darüber hinaus noch viele Gemeinsamkeiten seiner Muttersprache mit dem Polnischen, einer westslawischen Sprache und betonte, dass die Grenze eben zum Polnischen gar nicht so groß ist im Gegensatz zum Russischen.

In Vorbereitung meiner ersten Ukrainereise nach der Unabhängigkeit kaufte ich mir den Reiseführer „Die Ukraine entdecken“ vom Trescher Verlag, das Internet war ja noch nicht so ausgeprägt. Fast jubelnd wurde verkündet, dass Russisch in der Ukraine immer mehr verdrängt wird. Zu meiner Überraschung nahmen selbst in Kiew die Einwohner keinen Gebrauch von diesem geschenkten Souveränitätsrecht. Sie sprachen weiterhin Russisch. Warum? Ich weiß es nicht. Es hat sich bis heute in der Stadt daran nichts geändert. Richtig grotesk wirkten Fernsehinterviews im lokalen TV von Dnjepropetrowsk und in Saporoschje im Jahr 2009. Die Fragen stellte man in Ukrainisch, weil gesetzlich vorgeschrieben, geantwortet wurde in Russisch. Dass in den Amtsstuben eine andere Sprache, wie auf der Straße gesprochen wird, hat in Deutschland einen anderen Sinn. Vor allem in der Ostukraine galt und gilt das jedoch wörtlich. Im Bereich Marketing/Vertrieb gibt es im Zusammenhang mit dem Sprachenkonflikt vor allem in der Ostukraine handfeste Probleme, sei es bei der Präsentation der Waren, der Gestaltung von Firmenlogos oder Werbespotts.
klaupe hat geschrieben: Vor paar Tagen war ich in der Oberlausitz. Obwohl die Sorben eine Minderheit sind, sind z.B. Straßennamen, Ortsschilder und sonstige Hinweise und öffentlich sichtbare Texte in Deutsch und Sorbisch. So eine Lösung wäre für den Donbass auch angebracht.
Ich fürchte, da werden jetzt alle Schilder abgerissen und durch russische ersetzt. Ein Wahnsinn löst den anderen ab.
Das glaube ich nicht! In Russland wird in den Autonomen Republiken mit der Zweisprachigkeit genau so souverän umgegangen, wie von Dir beschrieben, bei uns in der Lausitz. Solltest Du mal in die beeindruckende Hauptstadt Tatarstans, Kasan, reisen, kannst Du Dich davon überzeugen. Straßennamen, Metrostationen zum Beispiel sind ausgezeichnet in Russisch und Tatarisch, die zwei Hauptsprachen der Region. Der Donbas wird diesem Vorbild folgen.

Auf der Krim geht man nach der Vereinigung mit Russland endlich auch diesen Weg und hat sogar Krimtatarisch als dritte Amtssprache neben Russisch und Ukrainisch etabliert.
http://tv.crimea.com/index.php/novosti/ ... rvye-za-mn
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

Jenenser hat geschrieben:Leider wird oft argumentiert, das Ukrainische wäre nur ein Dialekt des Russischen.
Das ist natürlich Unfug und ein Lacherfolg bei jeden Linguistiker. Dann wäre Holländisch/Flämisch auch ein Dialekt des Deutschen. Eine Sprachverwandtschaft besteht durchaus und es gibt genügend Ähnlichkeiten, um sich mit etwas gutem Willen und etwas Sprachbegabung zu verstehen.
Als ich auf einem sowjetischen Schiff arbeitete und mich manchmal versuchte mit Tschechisch oder Kroatisch zu verständigen, wurde mir entgegnet, dass das Ukrainisch ist und man es nicht versteht.
Fast jubelnd wurde verkündet, dass Russisch in der Ukraine immer mehr verdrängt wird. Zu meiner Überraschung nahmen selbst in Kiew die Einwohner keinen Gebrauch von diesem geschenkten Souveränitätsrecht. Sie sprachen weiterhin Russisch. Warum? Ich weiß es nicht. Es hat sich bis heute in der Stadt daran nichts geändert.
Verdrängt ist nun wirklich falsch. Eher kann man behaupten, das das Ukrainische sich immer mehr durchsetzt. Logisch, es ist Pflichtfach in den Schulen und Amtssprache. Ohne Ukrainisch hat man oft schlechte Karten. Im privaten Bereich ist diese Sprachteilung irrelevant.
Richtig grotesk wirkten Fernsehinterviews...
... oder den Film, den ich mal im TV sah, ich glaube es war "Das Boot". Deutscher Film, englisch synchronisiert, mit russischen Untertiteln (in weiß) und darüber wurden ukrainische Untertitel in rot geschrieben.
Dass in den Amtsstuben eine andere Sprache, wie auf der Straße gesprochen wird, ....
Das Problem ist die Zwangssprache, statt sich auf die örtlich bevorzugten Sprachen einzurichten. Auch andere Länder nutzen zwei Sprachen gleichzeitig, wenn es der guten Verständigung dient.
Auch die Letten sind da "Spezialisten". Im Süden hört man fast nur Russisch, aber im Konsulat in Berlin versteht man kein Wort. Lettisch oder Deutsch, sonst bleibt man vor der Tür stehen.
Das glaube ich nicht! In Russland wird in den Autonomen Republiken mit der Zweisprachigkeit genau so souverän umgegangen.... Der Donbas wird diesem Vorbild folgen.
Ich habe es schon gehört von Bekannten aus der Gegend. Nun kann es natürlich sein, dass es keine offizielle Regelung ist, sondern voreilige oder provokatorische Initiative prorussischer Extremisten.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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zimdriver
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von zimdriver »

... es ist ja auch kein Geheimnis, dass Herr Klitschko erst Ukrainisch lernen musste. Russisch ist seine Muttersprache.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

zimdriver hat geschrieben:... es ist ja auch kein Geheimnis, dass Herr Klitschko erst Ukrainisch lernen musste. Russisch ist seine Muttersprache.
Die Mutter war Ukrainerin, der Vater auch. Es ist also die Sprache des kirgisischen Exils, in dem er geboren wurde. Da gab es in der Schule nur Russisch im Angebot.
Vermutlich hat man in der CSSR auch nicht Ukrainisch gesprochen, so musste er nach Übersiedlung in die alte Heimat 1985 erst mal ukrainisch lernen.
Vermutlich hat er es schnell und gut begriffen, denn an der Uni von Perejaslaw-Chmelnyzkyj gibt es nur Vorlesungen in Ukrainisch.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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