Seite 4 von 25
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 05 Mär 2025, 14:15
von Axel Henrich
bella_b33 hat geschrieben: 05 Mär 2025, 12:59Auf jeden Fall sehr interessante Wendungen in letzter Zeit, die wohl ohne Trump nicht so einfach zustande gekommen wären.
... und das im Prinzip gegen den westlichen Rest!
Wobei ich dem Braten immer noch nicht traue ... Ich möchte gern glauben, dass Trump, der "den Laden kennt und weiß, wie es läuft" nun beim 2. Mal alles besser machen möchte, als Friedensbringer in die Geschichte eingehen möchte und dabei ist "Amerika first", nicht mal ein schlechter Gedanke, wenn man bedenkt, dass die Mitglieder der europäischen Staatengemeinschaft fast gänzlich auf Individualität verzichten. Andererseits hat auch Norberts Argument etwas, dass diese ideologisch tief sitzende und verwurzelte Feindschaft mit Russland auch unglaublich Ressourcen verbraucht und "nicht mehr wichtig, bzw. nicht der beste Weg" ist ...
Aber ingwie überzeugt mich diese "360° Wende" noch nicht ... Vlt. ist Trump aber auch wirklich der Pragmatische und weniger Politiker. Wer mich da momentan eher überzeugt, ist Vence!
Man muss aber auch sehen, daß Sel mitnichten Trump persönlich angeschrieben hat, wurde auch gerade auf RTR - 60 минут angemerkt, sondern über X ...
Obwohl ich mich heute früh bei NTV doch schon fast an meinem cross getoasteten Vollkornbrot verschluckt hätte ... Einer dieser typischen ausgewiesenen Spezialisten meinte, nachdem nun Sel seine Bereitschaft zu Friedensverhandlungen erklärt hatte: "Nun ist Russland dran zu liefern, das ist der Lackmustest" ...
-ah-
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 06 Mär 2025, 06:53
von HJ52
Axel Henrich hat geschrieben: 05 Mär 2025, 14:15
"Nun ist Russland dran zu liefern, das ist der Lackmustest" ...
-ah-
Nun reist das Trio Infernale ja erst einmal in die USA.

Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 06 Mär 2025, 11:32
von Norbert
Das größte unlösbare Problem bleibt für mich: Die Oblaste Cherson und Saporischschja, die Russland bereits eingemeindet hat, aber gar nicht nennenswert kontrolliert. Ein Schritt zurück ist hier kaum denkbar, aber ein Schritt vor logisch nicht begründbar. Und nu?
Lugansk, Donetsk und die Krim sowieso, und Kursk ganz selbstverständlich ... die werden nicht mehr ukrainisch. Das hätte man nur diplomatisch vor 2022 klären können. Nun isses vorbei.
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 06 Mär 2025, 16:58
von Jenenser
Norbert hat geschrieben: 06 Mär 2025, 11:32
Das größte unlösbare Problem bleibt für mich: Die Oblaste Cherson und Saporischschja, die Russland bereits eingemeindet hat, aber gar nicht nennenswert kontrolliert. Ein Schritt zurück ist hier kaum denkbar, aber ein Schritt vor logisch nicht begründbar. Und nu?
Lugansk, Donetsk und die Krim sowieso, und Kursk ganz selbstverständlich ... die werden nicht mehr ukrainisch. Das hätte man nur diplomatisch vor 2022 klären können. Nun isses vorbei.
Wenn man heute in Foren und Kommentaren russische Patrioten liest, ist die Sache eigentlich ganz einfach:
Schau in die Verfassung der RF, da steht alles drin. Und der sind wir verpflichtet - es gibt da nichts zu diskutieren!
Aber wie sieht die Praxis aus?
Wir sind ja auch einst in einem eigenständigen Land geboren, auf dessen Territorium der Nachbarstaat nach seinem Grundgesetz Anspruch erhob und seine Politik auch so ausrichtete.
Weil der Vollzug aber nicht sofort durchführbar erschien, gab sich dieser Staat einen speziellen Artikel (23) in seiner Verfassung, um der Hoffnung Ausdruck zu geben.
Letztendlich kam er damit durch:
„Dieses Grundgesetz gilt zunächst im Gebiete der Länder Baden, Bayern, Bremen, Groß-Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. In anderen Teilen Deutschlands ist es nach deren Beitritt in Kraft zu setzen.“
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 06 Mär 2025, 22:19
von paramecium
Jenenser hat geschrieben: 06 Mär 2025, 16:58
Wir sind ja auch einst in einem eigenständigen Land geboren, auf dessen Territorium der Nachbarstaat nach seinem Grundgesetz Anspruch erhob und seine Politik auch so ausrichtete.
Weil der Vollzug aber nicht sofort durchführbar erschien, gab sich dieser Staat einen speziellen Artikel (23) in seiner Verfassung, um der Hoffnung Ausdruck zu geben.
Letztendlich kam er damit durch:
Und zwar auf friedliche Weise, weil BEIDE Seiten das wollten. Der Vergleich hinkt daher extrem.
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 07 Mär 2025, 06:27
von Axel Henrich
Jenenser hat geschrieben: 06 Mär 2025, 16:58Wenn man heute in Foren und Kommentaren russische Patrioten liest, ist die Sache eigentlich ganz einfach:
Schau in die Verfassung der RF, da steht alles drin. Und der sind wir verpflichtet - es gibt da nichts zu diskutieren! Aber wie sieht die Praxis aus?
Das wäre so wohl, auch international, nicht durchsetzbar! Stell dir mal Gibraltar vor, oder Taiwan, wobei letzteres aus Sicht der Chinesen ja gar nicht mall so abwegig ist!
Aber auch wenn der Westen, situationsbedingt natürlich die Amis, aber auch Deutschland das natürlich anders sehen... Stell dir mal vor, die Amis nehmen Kanada und den Panama Kanal einfach in ihre Verfassung auf und damit gehört das Ihnen...
Ich denke mal, die Verhandlungen werden an dieser Stelle festfahren und scheitern, oder man klammert das vorerst aus .... und einigt sich auf eine spätere, diplomatische Lösung. Bis dahin Verwaltung durch ... <insert your favorit>, Wahrung der Rechte der russischsprachigen Bevölkerung, entmilitarisierte Zone (ergo Istanbul) und alles sowas ..., keine Ahnung ...
-ah-
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 07 Mär 2025, 06:55
von Norbert
paramecium hat geschrieben: 06 Mär 2025, 22:19
Jenenser hat geschrieben: 06 Mär 2025, 16:58
Wir sind ja auch einst in einem eigenständigen Land geboren, auf dessen Territorium der Nachbarstaat nach seinem Grundgesetz Anspruch erhob und seine Politik auch so ausrichtete.
Weil der Vollzug aber nicht sofort durchführbar erschien, gab sich dieser Staat einen speziellen Artikel (23) in seiner Verfassung, um der Hoffnung Ausdruck zu geben.
Letztendlich kam er damit durch:
Und zwar auf friedliche Weise, weil BEIDE Seiten das wollten. Der Vergleich hinkt daher extrem.
Es geht glaube ich nicht darum, ob es das Gleiche ist, sondern ob dies für Russland eine Lösung wäre, den Status Quo irgendwie vorerst als Kompromiss anzunehmen. Weniger als der Status Quo ist nicht akzeptierbar (von etwas Gebietsaustausch mal abgesehen), mehr ist aber auch nicht sonderlich realistisch ohne Fortsetzung der militärischen Auseinandersetzung.
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 07 Mär 2025, 11:53
von Jenenser
Norbert hat geschrieben: 07 Mär 2025, 06:55
Es geht glaube ich nicht darum, ob es das Gleiche ist, sondern ob dies für Russland eine Lösung wäre, den Status Quo irgendwie vorerst als Kompromiss anzunehmen...
Und da komme ich doch noch mal zum Beginn der Diskussion:
HJ52 hat geschrieben: 01 Mär 2025, 09:03
"Ohne Vorwarnung wurde Selenkiy gedemütigt und beleidigt"...
Solch Wortgefechte sind sicher Normalität, hinter verschlossenen Tueren. Bei Live Uebertragung ein No-Go.
In den 1980ern gingen die damaligen Chefs bei meinem herausgekramten Beispiel im wahrsten Sinne des Wortes "diplomatischer" vor.
Doch irgendwann später kam dann doch alles raus, was so abging in Konferenzräumen von Hotels oder Gästewohnungen in irgendwelchen Schlössern.
https://www.spiegel.de/spiegel/vorab/go ... 00505.html
Und was noch passieren musste, um das Ergebnis dann so zu verkünden:
paramecium hat geschrieben: 06 Mär 2025, 22:19 auf friedliche Weise, weil BEIDE Seiten das wollten...
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 07 Mär 2025, 14:37
von HJ52
Norbert hat geschrieben: 06 Mär 2025, 11:32
aber ein Schritt vor logisch nicht begründbar. Und nu?
Und militärisch, mit der momentanen Personalstaerke, kaum durchführbar. Die Russen haengen am Ostufer des Don fest.
Re: Rumble in the Jungle
Verfasst: 09 Mär 2025, 00:17
von Axel Henrich
Aktuelles Interview der Weltwoche mit GKS zum Thema:
https://youtu.be/bQPnDHSE3og?si=98Bk6_EDsSmN8XFT
-ah-