Kultgrieche hat geschrieben:Die EU-Kommissare werden ja auch ernannt wie ein Graf einen in den Ritterstand erhebt - völlig undemokratisch.
Da erinnere mich doch spontan an Herrn Oettinger.
Den mochte irgendwann keiner mehr, und damit er der Union keinen Schaden zufügen kann, hat man ihn nach Brüssel wegbefördert. Mittlerweile fühlt er sich wie der größte Europäer, als hätte er nie für irgendwas anderes gelebt. Aber im großen und ganzen ist er weg aus der öffentlichen Wahrnehmen, und kann keinen (aus Sicht der Union) Mist mehr bauen.
Glider hat geschrieben:Und das Selbstbestimmungsrecht bestimmeter Bevölkerungsgruppen wird nicht nach dem Wind in Moskau gelebt. Das sollten wir nach der Tschechoslowakeigeschichte 1968 und der Breschniew-Doktrin zur eingeschränkten Souveränität wirklich hinter uns haben.
Wow, so weit holt man jetzt also schon aus, um Argumente gegen Putins Handeln zu finden?
Naja, nach der ARD-Reportage über Rußlands Zaren, die mehrmals auch Putin eingebaut hat, wundere ich mich nicht mehr.
Wladimir30 hat geschrieben:Klar, gibt und gab es die Bestrebungen in Tschetschenien.
Wären diese Bestrebungen, brächte man sie zur Abstimmung, denn erfolgreich?
Reichen die Tschetschenischen Öleinnahmen, um den Staat zu tragen?
Und wenn (wovon ich ausgehe) sie es nicht tun, würden sich die meisten Tschetschenen nicht ganz pragmatisch für Rußland entscheiden? Auch weil sie auf Verwandtschaft, die in Rußland arbeitet angewiesen sind, und nicht wirklich Lust haben, in einem Staat zu leben, der möglicherweise auf sich allein gestellt eine Entwicklung wie der Irak nach dem "Sieg der demokratischen Kräfte" nehmen könnte.
Ist nicht viel mehr so, daß viele Russen Tschetschenien (und am besten auch gleich noch Dagestan und Inguschetien) lieber heute als morgen rausschmeißen würden, daß man nach so einem "Rausschmiss", oder eben Entlassung in die Unabhängigkeit, ähnliche Unabhängigkeitsbestrebungen in anderen, reicheren Teilen des Landes erwarten müßte?
Wo der Moskauer die Verwendung "seines" Geldes für Tschetschenien kritisiert, wird so mancher in den Ölgebieten des Landes in gleicher Weise jedenfalls den Transfer "seines" Geldes nach Moskau kritikwürdig finden.
Und damit wir wieder zur EU zurückkommen: Parallelen zur Finanzierung der EU sind offensichtlich.
saransk hat geschrieben:
Die "Rest"-EU drängt wohl nur deshalb so, weil jedes Hinauszögern die ökonomische Unsicherheit verlängert, und damit zusätzliche negative Folgen auslöst.
Ich habe eher den Eindruck, die EU drängt jetzt so, weil ähnliche Referenden in anderen Ländern drohen, und man dem Bürger erst nach Beginn der Austrittsverhandlungen zeigen kann, daß der Austritt so richtig teuer wird. Ohne Fakten sind das nur Drohungen, und wenn Brüssel droht, wird das mittlerweile von den meisten als Argument gegen Brüssel wahrgenommen.