Hallo,
hier wie versprochen meine Tipps. Also die Idee mal anch Wolgograd zu fahren ist sicher sehr gut, da die Stadt geschichtlich wirklich sehr interessant ist.
Anreise
Es gibt die Möglichkeit mit dem Zug runterzufahren, dass habe ich selber schon etliche Male gemacht und kann es im Prinzip auch empfehlen. Allerdings sollte man dafür die nötige Zeit haben, da man ca. 24 bis 30 Stunden unterwegs ist. Die Fahrt loht sich aber allemal, gerade im letzten drittel, wo man langsam in die Steppe "eintaucht".
Jahreszeit
Die Frage nach der Reisezeit ist sicherlich nicht unwichtig. Zu beachten ist, dass es im März meist taut und dann im März und April schon sehr schönes warmes Wetter sein kann. Die Monate Juli und August haben es in sich und nicht selten mit Temperaturen an und um die 40°C. Interessant ist, das es im Sommer in der Steppe nach bitterem Wehrmut riecht der in der Literatur des Bürgerkriegs und des 2. Weltkrieges immer mal wieder auftaucht und beschrieben wird. Dieser Geruch der Steppe ist tatsächlich einzigartig und wirklich "riechenswert"... Das Gefühl der Steppe bzw. die charakteristische Farbe und Trockenheit der Steppe kam ebenfalls erst im Sommer auf. Aber das ist hier wahrscheinlich nicht sooo wichtig.
Wichtigste Sehenswürdigkeiten
Empfehlenswert sind meiner Meinung nach sogar 3-4 Tage aber immer je nach dem was man so vorhat. Sehenswert ist meiner Meinung nach auf den jedanfall die gesamte Innenstadt (Damit ist der Bereich in der Umgebeung des Bahnhofs gemeint, also der zentralnij Rayon und die angrenzenden Rayons) mit den Gebäuden aus den 50er Jahren die teilweise von deutschen Kriegsgefangenen wiederaufgebaut wurde. Natürlich kann man sich über den Architekturstil streiten -ich denke aber er hat was. Ab und an findet man noch ein paar kleine rote Häuser die den Krieg überstanden haben. Empfehlen würde ich also das ausgiebige Spazierengehen im
Zentrum und natürlich ein Besuch an der riesigen
Treppe die zur Wolga herunterführt. Die Stadt ist ja knapp 60 km lang aber nur wenige Kilometer breit. Auch in der Nähe des Zentrums beginnt Richtung Westen schnell die "Vorortzone" und nach Norden und Süden eben die weiteren Rayons.Desweiteren ist der Besuch des Gedenkkomplexes
Mutter Heimat auf dem Mamaev Kurgan (Mamaev Hügel, militärisch : Höhe 102,0) lohnenswert. Für einen Besuch würde ich ca. 3 Stunden einkalkulieren. Zu erreichen ist er mit der in Wolgograd teilweise unterirdisch fahrenden Strassenbahn. Die Stationen zum (unterirdischen) einsteigen im Zentrum sind auf dem Leninprospekt (die zentral am besten geeingeste Station heißt sogar so). Man kommt in die Bahn wie in die Moskauer Metro. Die Station für den Gedenkkomples ist "Mamaev Kurgan".
Auf der gleichen Strecke findet man dann die Station "
Leninplatz". An der ausgestiegen kommt man dann zum
Panoramamuseum für das man auch ca 2-3 Stunden Zeit einplanen sollte. Für die Umgebung mit Pawlowhaus (
http://de.wikipedia.org/wiki/Pawlows_Haus) solltes du dir auch bissl Zeit nehmen. Ich würde nicht unbeding alles an einem Tag machen, da einen das ziemlich erschlagen kann. Interessant ist , natürlich je nach Interesse, auch ein Besuch des
"Paulus" Museums im Keller des Univermag. Das Gebäude ist übrigens historisch und bei fast allen Stalingradreportagen zu sehen. Allerdings nicht der Haupteingang sondern der Nebeneingang den ich gerne bei Interesse beschreiben kann. Nun das Museum war Paulus letzter Befehlsstand und ist fragwürdig (u.a. Stroboskobblitzer und Puppen in Paulus Raum) ausgestattet, jedoch - als Ort- sehenswert wenn man sich für Geschichte interessiert.
Sehenswert ist natürlich auch das
Bahnhofsgebäude und das
Postamt - je nach dem was man mag. Im Zentrum gibt es auch ein kleines
Heimatmuseum (gegenüber vom Bahnhof in einem kleinen roten Backsteinbau). An der Ecke des Museum findet man übrigens einen Strom-/Laternenpfahl aus dem Krieg. Also Augen auf!
optionale Sehenswürdigkeiten
Ich würde an deiner Stelle darüber nachdenken dann noch eine
Tour auf oder der/die Wolga zu machen. Der Fluss ist wirklich majestetisch und eine Fahrt auf oder über den (im Zentrum) 1,5 Kilometer breiten Strom wirklich beeindruckend. Abfahrt ist am Retschnoi Voksal. Das große runde Gebäude rechts neben der Freitreppe. Ist nicht zu übersehen.
Meiner Meinung nach, solltest du unbedingt eine kleine Tour nach Außerhalb realisieren. Nicht weit von der Stadt (20km, hinter Gumrak) gibt es einen deutsch-russischen
Soldatenfriedhof in der Nähe des Dorfes
Rossoschka. Die genaue Lage und wie du dahin kommst kann ich dir bei Bedarf beschrieben. Dort liegen ca. 40.000 deutsche und knapp 10.000 russiche Soldaten auf gegenüberliegenden Friedhöfen. Ich denke ein Besuch lohnt sich, da dieser Komplex wirklich interessant ist und in meinen Augen einen kleinen Gegenwentwurf zur sowjetischen "Monumental-Gedenkkulturarchitektur" darstellt. Darüber hinaus bist du dann mal wirklich in der Steppe und kann auch ein 2 Dörfer weiter fahren und bekommst einen Eindruck von dem Lebensstandart der dortigen ländlichen Region - teilweise wirklich erschreckend! Falls du daran interese hast, melde dich per PN. Ich kann einen Kontakt zu Bekannten herstellen, die dir den russichen Friedhof zeigen könnten. Auérdem bist du in Rosssochka schon auf der halben Strecke zum stillen Don! - je nach Jahreszeit und Interesse ein Muss!
Wohnen
Zur Übernachtungsfrage kann ich dir sagen, dass du dort genauso wie sonst oft in Russland Sowjetstil zu Westpreisen findest. Aber auch Weststil zu Westpreisen²

Allerdings habe ich schon Jahre nicht mehr im Hotel genächtigt sondern nur bei Freunden. Ich weiß aber dass das Hotel Intourist (
http://www.volgograd-intourist.ru/ru/index.php), Hotel Volgograd (Volgograd
ulitsa Mira, 12, gorod Volgograd, Volgogradskaya oblast', Russische Föderation, 400131
+7 844 255-12-55 ) und das Juschnaja (
http://www.hotelug.ru) zentrale, recht gute aber teure Hotels sind. Im Hotel Oktjaberskaja (
http://www.mcfort.ru/gostinitsy/15/) ist mal ein Freund abgestigen der es als "okay" bezeichnet hat. Das Hotel ist bezahlbar aber wohlmöglich eher runtergerockt... Dieses hier habe ich auch gefunden:
http://www.litehotel.ru/
vllt. findest du hier auch eine Wohnung?
http://volga.kvartirka.su/ - auf die Lage würde ich aber sehr achten!
Sonstiges
Übrigens ist es auch schön sich in den Abendstunden an der Wolga aufzuhalten - allerdings musst du dort gerade in der Nähe der großen Treppe auf die Milizia achten - da wird gerne Kasse gemacht. Und außerderm würde ich von einen nächlichen Besuch und teilweise überhaupt von einem Besuch in den "Arbeiterrayons" abraten...
Als kleinen Tipp kann ich dir ein kleines unscheinares Restaurant empfehlen welches ein wirklich gutes Schaschlik anbietet. Du findest es im Zentrum wenn du an der Post entlang Richtung Bahnhof gehst. Es ist wirklich klein und leicht zu übersehen - aber ein Besuch lohnt sich!
Je nach Lust und Laune kann man dann in Wolgograd auch ins
Kino, in
McDonalds, ins
Theater oder in ein
Puppentheater, ins (von der DDR geschenkte - inklusive DSF Logo draußen dran)
Planetarium, den angeblich größten
Lenin der Welt am Wolga-Don Kanal angucken, ein paar Reste russlanddeutscher Kultur (Wohnhäuser und Kirche) in
Sarepta ansehen, den
Staudamm entlangfahren oder die
Steppen mit den Balkas inspizieren,
Salzseen (Tagesreise!) im Süden besuchen und sich wunderschöne
Kreidehügel
mit Klosteranlage und in Berge getriebene Stollen der Mönche sowie ein
Freilichtmuseum mit Bebauungen die das Dorfleben der Vergangenheit zeigen sollen ,.. melde dich wenn du darüber noch was wissen willst.
Okay, das wars erstmal. Wenn du noch konkrete Fragen oder Tipps suchst, dann melde dich einfach. ich versuche dier zu helfen. Was einscannen (Stadtplan) kann ich dir auch oder dir schonmal ein paar Foros per Mail senden... schreib einfach
Schönen Start in die Woche