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USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 05:30
von domizil
Die USA bereiten sich vor, Luftverteidigungsstreitkräfte zur Absicherung von Militärflügen, auf dem Territorium Polens zu stationieren.
Die Einheiten (Jäger vom Typ F-16 und Transportflugzeuge C-130 Herkules) werden im Herbst diesen Jahres als Flugsicherstellungseinheiten stationiert. Dies ist das erste Mal in der Geschichte, dass amerikanische Truppen auf polnischem Territorium stehen – erklärte der Vertreter des Pentagon Georg Littl. Er unterstrich weiterhin, dass die Ankunft des amerikanischen Truppenkontingentes ein weiterer Schritt vorwärts in der Entwicklung der Beziehungen zwischen den USA und Polen darstellt und die militärische Zusammenarbeit festigt – so übermittelt von Interfax-Ukraine.
Diese Erklärung erfolgte nach Gesprächen zwischen den Verteidigungsministern der USA Leon Panettoi und seinem polnischen Kollegen Tomash Semonjak. Weiterhin wurde mitgeteilt das diese Flugzeuge im Jahre 2013 nach dem „Routationsprinzip“ stationiert werden.

Kommentar UN: Zusammen mit den Elementen des Raketenabwehrsystems der USA, die ebenfalls auf dem Territorium Polens stationiert werden und diesen Flugzeugen, hat die USA nun ein nicht unerhebliches Militärpotenzial an der Westgrenze Russlands, direkt ante Portas Kaliningrad, stationiert und somit eine weitere Lücke in der militärischen Einkreisung Russlands geschlossen. Ein Schelm der sich Böses dabei denkt.
Als die Sowjetunion 1962 auf Kuba, also in unmittelbarer Nähe zur USA, Raketen stationierte - fühlten sich die USA dermaßen bedroht, das dies fast zu einem dritten Weltkrieg geführt hätte. Die Sowjetunion entschloss sich daraufhin die Raketen abzuziehen. Heute machen die USA genau dasselbe – oder ist es nicht dasselbe? Nein, natürlich nicht. Denn damals waren es böse kommunistische Raketen und heute handelt es sich um USA-demokratische Waffensysteme. Und dann „wundert“ man sich noch mit geheuchelter Empörung, wenn Russland auf seinem eigenen Territorium Sicherheitsmaßnahmen ergreift. Mit dicken, fetten Lettern verbreiten die unabhängigen Massenmedien der westlichen Demokratien, dass Kaliningrad nun wieder militärisches Aufmarschgebiet der Russen wird. Wann hört endlich diese Scheinheiligkeit auf?

Quelle: http://kaliningrad.ru/news/society/item ... s-v-polshe
Uwe Niemeier

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 12:30
von Apollo
Ich kann weder in den Jägern noch im Raketenschirm auf den ersten Blick nachhaltiges Bedrohungspotential für die Russische Föderation erkennen, gleichzeitig ist es aber deren gutes Recht Iskander, S300 oder S400 dort zu stationieren wo man es für richtig hält.
Wobei ich denke, dass eine Iskander wesentliche offensivere Technologie darstellt als ein wie auch immer gearteter "Raketenabwehrschirm".

Beim "heucheln" schenken sich beide nix.

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 12:53
von domizil
... sei doch bitte mal so freundlich und gib "Flugzeug F-16" in Google ein und schau mal was z.B. Wikipedia schreibt.
Bei der Gelegenheit wollte ich nochmal kurz erinnern was die Amerikaner und die Deutschen beim Einigungsvertrag den Russen versprochen haben: Keine Natotruppen auf ehemaligem DDR-Gebiet, keine NATO-Truppen auf anderen Gebieten der ehemaligen Sowjetunion bzw. der Teilnehmer des Warschauer Vertrages. Die Russen ham´s geglaubt - tja, Pech gehabt...
Uwe Niemeier

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 15:10
von pippie
Da sehen wirs wieder, wenn 2 das Gleiche machen, ist es noch lange nicht das Selbe...
Eins hat der Westen Russland auf alle Fälle voraus, der Gehirnschiß funktioniert perfekter.

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 15:18
von domizil
pippie hat geschrieben:der Gehirnschiß funktioniert perfekter.
... ein hartes Wort mit weichem Inhalt - aber es trifft den Kern der Sache - leider ...
Uwe Niemeier

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 15:44
von Apollo
domizil hat geschrieben:... sei doch bitte mal so freundlich und gib "Flugzeug F-16" in Google ein und schau mal was z.B. Wikipedia schreibt.
Wendiger Jet für den Luftkampf, offensichtlich Begleitschutz für die Transporter.

Was Klauseln im Einigungsvertrag angeht, die kenne ich ehrlich gesagt nicht alle. Kann mir aber nicht vorstellen, dass derartige Regelungen Bestandteil eines Vertrages zwischen der BRD und der DDR waren. Im 2+4 Vertrag steht es wohl auch nicht drin, der bezieht sich auch nur auf das Territorium der ehemaligen DDR.

Bleibt die Frage ob und wo so etwas vertraglich von wem geregelt worden ist als Nebenaspekt.
Wohl irgendwie, warum auch immer, nie schriftlich. Zumindest wenn man dem Spiegel glaubt. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67871653.html

Ich finde wesentlich interessanter wo das konkrete Bedrohungspotential liegen soll. Insbesondere beim Raketenabwehrschild.

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 15:51
von domizil
Apollo hat geschrieben:Ich finde wesentlich interessanter wo das konkrete Bedrohungspotential liegen soll. Insbesondere beim Raketenabwehrschild.
... sagt Dir der militärische Begriff "Vorwarnzeit" etwas? Wenn nicht, wird es etwas schwierig und für die meisten Forumteilnehmer etwas langweilig darüber zu sprechen.
Zu den vertraglichen Vereinbarungen im Rahmen Wiedervereinigung. Ich habe auch nicht alles griffbereit (letztendlich ist das kalter Kaffee von gestern - wie die Praxis zeigt), aber außer schriftlichen Abmachungen gab es auch Gespräche und vieles davon ist auch nicht öffentlich gemacht wurden. Aber vielleicht könntest Du meinem Gedanken folgen: Es war eine einmalige Gelegenheit im Jahre 1990, die DDR beendete ihre Existenz, die bewaffneten Organe der DDR wurden defacto aufgelöst, die Sowjettruppen wurden zurückgezogen. Es entstand somit eine entmilitarisierte Zone. Es wäre doch gut wenn dies einfach so geblieben wäre. Ebenso mit Truppen in Polen, Litauen und und und. Die sowjetischen Truppen raus - prima! Und bitte keine neuen fremden Truppen mehr rein - ein guter Gedanke?
Uwe Niemeier

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 16:09
von Apollo
domizil hat geschrieben:... sagt Dir der militärische Begriff "Vorwarnzeit" etwas? Wenn nicht, wird es etwas schwierig und für die meisten Forumteilnehmer etwas langweilig darüber zu sprechen.
Zu den vertraglichen Vereinbarungen im Rahmen Wiedervereinigung. Ich habe auch nicht alles griffbereit (letztendlich ist das kalter Kaffee von gestern - wie die Praxis zeigt), aber außer schriftlichen Abmachungen gab es auch Gespräche und vieles davon ist auch nicht öffentlich gemacht wurden. Aber vielleicht könntest Du meinem Gedanken folgen: Es war eine einmalige Gelegenheit im Jahre 1990, die DDR beendete ihre Existenz, die bewaffneten Organe der DDR wurden defacto aufgelöst, die Sowjettruppen wurden zurückgezogen. Es entstand somit eine entmilitarisierte Zone. Es wäre doch gut wenn dies einfach so geblieben wäre. Ebenso mit Truppen in Polen, Litauen und und und. Die sowjetischen Truppen raus - prima! Und bitte keine neuen fremden Truppen mehr rein - ein guter Gedanke?
Uwe Niemeier
Der Begriff Vorwarnzeit sagt mir was, wo das Bedrohungspotential im Hinblick auf den Raketenschild liegt darfst Du mir aber gerne noch erklären.
Ob das bei einer Staffel Jäger relevant ist sei mal dahingestellt.

Nein, aus deutscher Sicht wäre eine entmilitarisierte Ex DDR keine gute Idee gewesen. Zum Zeitpunkt der Vereinbarung existierte noch der Warschauer Pakt. So wie ich den Spiegel Artikel verstehe war dessen Existenz und die fehlende Vorstellung von dessen Auflösung wohl der Grund, warum eben hier nichts schriftlich fixiert wurde, bzw. nur Regelungen auf die ehemalige DDR bezogen getroffen wurden.

Das ist ja auch zunächst kein grundsätzliches Problem der NATO wenn Polen oder Ungarn beispielsweise, aus welchen Gründen auch immer, dem Bündnis beitreten wollen.

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 17:08
von domizil
... ich versuche mich kurz zu fassen: Wenn ich mit meinem Wohnungsnachbar 20 Jahre Tür an Tür wohne und dieser Wohnungsnachbar sich entscheidet einen Untermieter reinzuholen und dieser Untermieter in die Wohnungstür einen Sichtspion einbaut - dann regt mich das zum nachdenken an. Ich kann nun auch so einen Sichtspion in meine Tür einbauen oder ich kann es sein lassen. Wenn ich es sein lasse ist der Nachbar im Vorteil: Er sieht mehr als ich und kann das gegen mich ausnutzen - gemeinsam mit seinem Untermieter. Etwas primitiv von mir dargestellt, aber es ist alles so augenscheinlich das es auch gar keinen Erklärungsbedarf gibt.
Uwe Niemeier

Re: USA ante Portas

Verfasst: 27 Jul 2012, 20:26
von Daten-Salat
Ich finde es immer bemerkenswert, dass in so vielen Beiträgen dieses Forums ein gegensätzliches Interesse, wenn nicht gar eine feindselige Grundhaltung zwischen USA und Russland als Selbstverständlichkeit unterstellt wird. Hoffentlich sehen es Politiker und Diplomaten differenzierter!

Meines Erachtens sitzen wir vom "christlich-abendländischen Kulturkreis" (wenn man "Kultur" noch ohne Erröten sagen kann) in nicht allzu ferner Zeit in denselben Schützengräben, egal ob wir in Friedenszeiten in San Francisco, Berlin oder Wladiwostok ansässig gewesen sind. Das wirkliche Problem ist nicht, dass die Buben in Moskau und Washington ab und zu Cowboy und Indianer spielen; der Ernst der Lage geht von den Milliarden verhungernden und verdurstenden Farbigen im Süden unserer Grenzen aus. "Not kennt kein Gebot", sagt der Volksmund; und wenn die Verelendeten mal ins Laufen kommen, ist es ihnen egal, ob sie verhungern, ersaufen oder wenigstens beim Versuch, an unsere Kühltruhe zu gelangen, an unseren Grenzen verrecken. Wenn Joe, Fritz und Iwan vor lauter Mißtrauen und Konkurrenzneid verpennen, die Fronlinie gemeinsam zu halten, dann Gnade uns Gott.

Unmaßgebliche Meinung von:
Armin