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Reisebericht über 2 Reisen durch Sibirien und die Mongolei

Verfasst: 26 Jan 2013, 13:59
von Chri1
Hallo

die letzten zwei Sommer waren wir mit dem Rad in östlichen Gefilden unterwegs und haben in diesem Forum auch wertvolle Informationen finden können, gerade die Anleitung zum online Ticket Buchen war Gold wert. Mittlerweile ist nun auch der Reisebericht von dem Sommer fertig und wer Interesse hat, kann gerne rein schauen. Am besten man steigt über den neuesten Blogeintrag ein und navigiert über die Routenkarten (es hat zwei Karten, zu 2011 und zu 2012) zu den interessierenden Gebieten:
http://bike-siberia.blogspot.com/

Altai-Mongolei-Baikal
2011 sind wir von Bijsk an den Baikal geradelt. Dabei durchquerten wir die Republik Altai, v.a. auf der Teerstrasse, mit einem interessanten, teils weglosen, Abschnitt dem Katun entlang. Bei Tashanta wurde die Grenze überschritten und es ging auf vielen Nebenstrecken (wobei die sich auch nicht grossartig von den Hauptstrecken unterscheiden) durch die Mongolei zum Asphalt bei Bulgan zurück. Von Kjachta wurde der Bus nach Ulan-Ude genommen, von wo aus wir zum Baikal und ins Bargusin-Tal geradelt sind. Da ein Zugticket ab Uojan vorlag, sind wir den 110 dorthin gefahren. Leider hat uns Regen und Hochwasser das Leben schwer gemacht, zum Glück ist nach drei Tagen Warten und als wir schon umgekehrt waren, doch noch ein fetter Kamaz in die richtige Richtung gefahren. Ich bin dann noch alleine die BAM entlang bis Kuanda gefahren, wo ich bei miserablen Wetteraussichten und Defekten am Rad aufgehört habe und über Krasnojarsk heimgefahren bin.
Altai-Tuva
Obwohl der Abschluss nicht so schön war, hat es uns im März auf einmal wieder gereizt nach Sibirien zu fahren und wir haben spontan einen Flug nach Barnaul gebucht. Dieses Mal trauten wir uns die Querung nach Tuva zu (wir hatten auch in diesem Forum Schauergeschichten zu Tuva gelesen, daher hatten wir uns 2011 für die Mongolei entschieden). Der kritische Pfad war dabei der Tuva-Track für den es ein Border-Permit bedurfte. Leider sind wir überall auf Granit gestossen, keine Agentur konnte uns helfen (ausser wir hätten eine komplette Tour gebucht). Wir haben dann den FSB direkt angemailt und 2 Monate nichts gehört. Magischer Weise ist aber doch alles glatt gelaufen und nachdem wir für den Altai-Permit auch noch Belaschy drauf gesetzt hatten (einen Tag vor Absenden der Mail, hatte ich im google earth noch das Ukok-Plateau entdeckt), konnten wir auch das Ukok-Plateau erkunden. Die Permits wurden tatsächlich gebraucht. 2012 durch den Altai war noch einmal eine deutliche Erlebnissteigerung gegenüber dem letzten Sommer, Teletskoye, Tschulyschman und Katu Yaryk, sowie das Ukok-Plateau waren herausragendste Landschaftserlebnisse. Und auch der supereinsame Tuva-Track war unglaublich schön (man kommt am sehr einsamen Kyndyktikul vorbei). Die erste Nacht in Tuva hat ein Déjà-Vu besorgt, Schüsse um Mitternacht hatten wir schon im letzten Jahr, sie hatten nur knapp unser Zelt verfehlt. Dieses Jahr war ein Tuviner wütend, dass sein nächtlicher Diebstahlversuch gescheitert war.
Mit Abbruchsgedanken fuhren wir zur ersten Ortschaft und danach zum Checkpoint, wo magischer Weise unser Border-Permit bereitlag. Danach ging es auf besserer Piste die mongolische Grenze entlang zur Teerstrasse, der wir nach Tschadan folgten. Durch Tuvas Hauptland nach Kyzyl war dann nicht mehr mühsam. Von Kyzyl nach Abakan gibt es auch schöne Landschaften, insbesondere, wenn man abschnittsweise, die nicht mehr benutzte alte Hauptstrasse benutzt. Leider regnete es bei den Ergakis, so dass wir nicht den berühmten Ausblick hatten. Um Krasnojarsk haben wir dann ausgespannt, bevor ich alleine weiter konnte, ich hatte ja noch eine Rechnung offen.
Baikal-Magadan
Per Zug ging es nach Irkutskt, von wo aus noch ein Abstecher nach Olchon erfolgt, wirklich sehr lohnenswert, wenngleich schon sehr touristisch. Einsamer ging es die obere Lena entlang und von Shigalowo zur BAM nahm ich gerne eine MFG in Anspruch. Die BAM entlang ging es bis Tynda, wobei ich von Uojan nach Kuanda den Nachtzug nahm (perfekt getimed). Dieses Mal hatte ich Riesenglück und kam wohl nach der Sommersintflug in Kuanda an, bis Tynda gab es nur noch Sonne. Von Tynda führte der Weg weiter nach Jakutsk und schliesslich nach Magadan, die Pisten sind ab Tynda gut und die Hälfte der Strecke nach Jakutsk Teer. Von Magadan bin ich über Moskau wieder Heim geflogen.
Dieses Jahr glaube ich werden wir allerdings nicht schon wieder nach Russland fahren, aber es gibt noch einige Regionen, die wir dort gerne sehen möchten.

Grüsse

Christian