Reisebericht nach Workuta
Verfasst: 03 Feb 2018, 16:56
Dies ist eine Auskopplung von http://forum.aktuell.ru/viewtopic.php?f=109&t=19730, da der Reisebericht sonst im anderen Thread verloren geht. Wir haben leider keine echte Eisenbahnrubrik, daher in der Rubrik "Transsib", auch wenn die Strecke überhaupt nichts mit der Transsib zu tun hat. Norbert, Vize-Admin
Spät kommt er, doch er kommt:
Mein Bericht über 4000 km Fahren mit der russischen Eisenbahn - fast eine Odyssee?
Seit Jahren, ja, fast seit Jahrzehnten war die russ. Eisenbahn, hier besonders die Transsib, die längste Eisenbahnstrecke der Welt, ein Mystikum und somit ein Traum von mir. Da es organisatorisch nie so richtig klappte, dachte ich mir, ich teste mal diese russ. Eisenbahn in einer Strecke von Moskau, Jaroslavsky Bhf, nach Vorkuta, immerhin schlappe 2000 km, bei einer Nonstop-Fahrt in 41 Std. Fahrzeit.-
Vorweg: Die Webseite der http://www.rzd.ru ist sehr gut aufgebaut, auch in English, die Mail-Korrespondenz klappte auch sehr gut, Antworten kamen zeitnah u. im perfekten English. Ich buchte also online den Nachtzug, 21.50 h ab Moskau u. bezahlte mit der CC. Mein "kleiner" Fehler war, zu lange mit der Buchung gewartet zu haben, die Preise stiegen unaufhaltsam, je länger ich wartete; das geht aber manchmal nicht anders, Termine müssen ja erst mal gesetzt + abgestimmt werden, auch sollte man alles wohlüberlegt haben, um kostspielige Storno's zu vermeiden. Die Preisschwankungen bei der RZD nennen sich DYNAMIC PRISING, welches mir vom RZD-Büro, Moskau, genauestens erklärt wurde. Dynamic P. bedeutet nicht nur das Steigen der Preise, sie können auch fallen.
Sehr angenehm empfand ich die kompetente Korrespondenz, das Ticketing, das Bezahlen + das Zusenden des Tickets, alles online.
Als noch angenehmer empfand ich aber die Pünktlichkeit der Züge, und das ohne wenn + aber . . .
Nun gut, man kann jetzt sagen, bei der "atemberaubenden" Geschwindigkeit, mit der die Züge fahren, ist das keine Hexerei, trotzdem wird dies als angenehm empfunden. Ob es wirklich so ist, wie mir ein Passagier mitteilte: "Wenn Sie vorn während der Fahrt aussteigen, einen Strauß Blumen pflücken, dann können Sie im letzten waggon wieder zusteigen - so langsam fährt der Zug", kann ich nicht beurteilen.
Die Hinfahrt von 2000 km buchte ich nonstop in einem 4-Pers.-Coupe, unteres Bett, letztes Abteil, daneben gleich die Toilette.
Die Rückfahrt gliederte ich in 4 unterschiedlich lange Etappen, teils aus Gründen der Abwechslung, des Vergleiches u. auch um die Strecken nicht wieder ermüdend lang werden zu lassen; davon waren drei Strecken im platzkartnaya + die viertem die Kürzeste im Sitzplatzabteil.
Die Teilstrecken verliefen: Vorkuta - Kotlas - Jaroslavl - Aleksandrow - Moskau Jar.
Zur Hinfahrt: Das 4-P.-Coupé war sehr klein, definitiv viel kleiner, als ich dachte. Schon, wenn 2 Pers. im Cpupé standen, war es zu eng, man bekam Platzangst. Ich war die erste Std alleine, dann kam eine Familie mit halbwüchsigem Sohn, der sich in ein oberes Bett legte, dort das mitgebuchte Inet strapazierte + dort oben auch fast die ganze Zeit verharrte - gut so! - Papa beschlagnahmte das Bett über mir, Mama mir gegenüber. Der Papa krabbelte desöfteren aus seinem oberen Bett + setzte sich auf meines, Stähle gab's ja keine. Ob mir das nun gefiel oder nict, spielte keine Rolle. - Ganz kritisch wurde für mich, als sich abends alle die Schuhe auszogen + in die Betten gingen. Übelste, unangenehmste Gerüche durchzogen das gesamte Coupé, wahrscheinlich betäubten diese üblen Gerüche mein ZNS, jedenfalls verfiel ich in einen Tiefschlaf.
Als ich wieder mal aufwachte, ging ich aus Neugier in den Speisewagen, und aß dort eine Soljanka, mein "Leibgericht" in RUS, kenne ich aus der DDR. Der Preis von 400 R, schockte + schmerzte mich [ich bin ein ganz armer Hund !!], aber ich hab die mittlere Qualität der Suppe genossen. Die Bierpreise waren für ein "bewegliches Transportmittel" normal, um die 200 R.
Obwohl der Zug voll war, auch unendlich lang, waren mirt mir nur zwei Passagiere im Speisewagen, nehme mal an, daß es für die Russen schlicht zu teuer ist - ich beobachtete viele Leute, die mit einer 5-min-Terrine zum Heißwasserboiler gingen, sich diese Terrine gleich im Plastikbecher erhitzten und diese aßen. Auch sah ich viele Leute in den Abteilen, ihre Butterbrote, teils mit Riesensalamistücken versehen, essen, ich kann's verstehen.- Negativer Nebeneffekt für mich war das alte Lied: Ich war wieder alleine, bar jeglicher Konversation - nahe an Depressionen.
Spät kommt er, doch er kommt:
Mein Bericht über 4000 km Fahren mit der russischen Eisenbahn - fast eine Odyssee?
Seit Jahren, ja, fast seit Jahrzehnten war die russ. Eisenbahn, hier besonders die Transsib, die längste Eisenbahnstrecke der Welt, ein Mystikum und somit ein Traum von mir. Da es organisatorisch nie so richtig klappte, dachte ich mir, ich teste mal diese russ. Eisenbahn in einer Strecke von Moskau, Jaroslavsky Bhf, nach Vorkuta, immerhin schlappe 2000 km, bei einer Nonstop-Fahrt in 41 Std. Fahrzeit.-
Vorweg: Die Webseite der http://www.rzd.ru ist sehr gut aufgebaut, auch in English, die Mail-Korrespondenz klappte auch sehr gut, Antworten kamen zeitnah u. im perfekten English. Ich buchte also online den Nachtzug, 21.50 h ab Moskau u. bezahlte mit der CC. Mein "kleiner" Fehler war, zu lange mit der Buchung gewartet zu haben, die Preise stiegen unaufhaltsam, je länger ich wartete; das geht aber manchmal nicht anders, Termine müssen ja erst mal gesetzt + abgestimmt werden, auch sollte man alles wohlüberlegt haben, um kostspielige Storno's zu vermeiden. Die Preisschwankungen bei der RZD nennen sich DYNAMIC PRISING, welches mir vom RZD-Büro, Moskau, genauestens erklärt wurde. Dynamic P. bedeutet nicht nur das Steigen der Preise, sie können auch fallen.
Sehr angenehm empfand ich die kompetente Korrespondenz, das Ticketing, das Bezahlen + das Zusenden des Tickets, alles online.
Als noch angenehmer empfand ich aber die Pünktlichkeit der Züge, und das ohne wenn + aber . . .
Nun gut, man kann jetzt sagen, bei der "atemberaubenden" Geschwindigkeit, mit der die Züge fahren, ist das keine Hexerei, trotzdem wird dies als angenehm empfunden. Ob es wirklich so ist, wie mir ein Passagier mitteilte: "Wenn Sie vorn während der Fahrt aussteigen, einen Strauß Blumen pflücken, dann können Sie im letzten waggon wieder zusteigen - so langsam fährt der Zug", kann ich nicht beurteilen.
Die Hinfahrt von 2000 km buchte ich nonstop in einem 4-Pers.-Coupe, unteres Bett, letztes Abteil, daneben gleich die Toilette.
Die Rückfahrt gliederte ich in 4 unterschiedlich lange Etappen, teils aus Gründen der Abwechslung, des Vergleiches u. auch um die Strecken nicht wieder ermüdend lang werden zu lassen; davon waren drei Strecken im platzkartnaya + die viertem die Kürzeste im Sitzplatzabteil.
Die Teilstrecken verliefen: Vorkuta - Kotlas - Jaroslavl - Aleksandrow - Moskau Jar.
Zur Hinfahrt: Das 4-P.-Coupé war sehr klein, definitiv viel kleiner, als ich dachte. Schon, wenn 2 Pers. im Cpupé standen, war es zu eng, man bekam Platzangst. Ich war die erste Std alleine, dann kam eine Familie mit halbwüchsigem Sohn, der sich in ein oberes Bett legte, dort das mitgebuchte Inet strapazierte + dort oben auch fast die ganze Zeit verharrte - gut so! - Papa beschlagnahmte das Bett über mir, Mama mir gegenüber. Der Papa krabbelte desöfteren aus seinem oberen Bett + setzte sich auf meines, Stähle gab's ja keine. Ob mir das nun gefiel oder nict, spielte keine Rolle. - Ganz kritisch wurde für mich, als sich abends alle die Schuhe auszogen + in die Betten gingen. Übelste, unangenehmste Gerüche durchzogen das gesamte Coupé, wahrscheinlich betäubten diese üblen Gerüche mein ZNS, jedenfalls verfiel ich in einen Tiefschlaf.
Als ich wieder mal aufwachte, ging ich aus Neugier in den Speisewagen, und aß dort eine Soljanka, mein "Leibgericht" in RUS, kenne ich aus der DDR. Der Preis von 400 R, schockte + schmerzte mich [ich bin ein ganz armer Hund !!], aber ich hab die mittlere Qualität der Suppe genossen. Die Bierpreise waren für ein "bewegliches Transportmittel" normal, um die 200 R.
Obwohl der Zug voll war, auch unendlich lang, waren mirt mir nur zwei Passagiere im Speisewagen, nehme mal an, daß es für die Russen schlicht zu teuer ist - ich beobachtete viele Leute, die mit einer 5-min-Terrine zum Heißwasserboiler gingen, sich diese Terrine gleich im Plastikbecher erhitzten und diese aßen. Auch sah ich viele Leute in den Abteilen, ihre Butterbrote, teils mit Riesensalamistücken versehen, essen, ich kann's verstehen.- Negativer Nebeneffekt für mich war das alte Lied: Ich war wieder alleine, bar jeglicher Konversation - nahe an Depressionen.