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Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 10 Jun 2026, 14:34
von Bluewolf
Noch ein bisschen Hintergrund zu dieser komischen Anfrage mit der Telefonnummer und vielleicht auch hilfreich.

Wie manche wissen helfe ich in meiner Freizeit manchmal mit bei Interfriendship mit der Hilfe von AntiScam bei den Backgroundchecks. IF arbeitet auch viel mit Agenturen in den Heimatländern zusammen. Dort müssen sich die Frauen natürlich verifizieren, so dass ein Eintrag "angemeldet über Agentur xxx" ein Sicherheitsmerkmal ist.
Durch den weiterhin laufenden Konflikt in der Ukraine schießen diese Agenturen aber wie Pilze aus dem Boden, und dann müssen natürlich erst einmal wiederum die Agenturen geprüft werden.

Seit etwa einem Jahr gibt es aber ein neues Problem. Künstliche Intelligenzen (KIs), die spezialisierte Aufgaben übernehmen, und eine komplette, kaum nachprüfbare Biographie aus dem Boden stampfen.

U. a. in Manchester steht eine Serverfarm. Die Zahl der CPUs schwankt, liegt aber meist zwischen 800 und 1000. Diese Computer haben nur eine Aufgabe: Telefonnummern nach einem vorgegebenen Algorithmus anzurufen. Hebt jemand ab, wird die Nummer im Datensatz als aktiv markiert. Es ist auch möglich inaktive Nummern herauszufinden. Also z. B. noch nicht aktivierte oder vorüber gehend gesperrt. Das ist vollkommen legal bis zu diesem Zeitpunkt. Man schätzt, das auf diese Weise bisher weit mehr als eine Million Nummern nur in Deutschland verifiziert wurden. Wer sich die Leute ansieht, die erst abnehmen und dann nachsehen wer es ist/ war, wundert sich nicht. Mir kommt das eher zu wenig vor.

Bildgeneratoren wie im seriösen Fall z. B. Canvas, brauchen nur ein Ausgangsbild aus Zeitungen oder sozialen Netzwerken, und erstellen daraus etwas Neues. Im Normalfall sind das Spielereien um Webseiten oder ähnliches aufzupeppen.
Es gibt aber auch die gefährlichere Variante von KI Bildgeneratoren, die mit perfiden und per se auch illegalen Methoden arbeiten. Jede Bilddatei hat eine EXIF Datei. Dort sind der Aufnahmezeitpunkt, Gerät, Belichtung usw. verzeichnet und im Idealfall auch der Aufnahmeort. Die KI ändert das Original aus dem Netz nur marginal ab. Z. B. geänderte Haar- oder Augenfarbe, kleinere Nase, grössere Wangenknochen usw. Und dann manipuliert sie die EXIF so, dass ein neues Original entsteht, auch mit angepasstem Aufnahmeort. Weiterhin können solche KIs auch Deepfakes erzeugen. Also anderen Kopf auf einen nackten Körper in einem Porno zum Beispiel. Interessanter ist aber die Möglichkeit aus dem manipulierten Original einen ganzen Satz von Bildern herzustellen in den unterschiedlichsten Lebenslagen, Arbeitskleidung, Umständen usw.

Textgeneratoren, wie zum Teil auch ChatGPT, erstellen dann aus diesen Bildern plausible Texte. Je nach Einstellung auch mit persönlicher Natur oder Feingefühl. Sie gehen dabei auch auf mindestens einen Teil einer Antwort des Opfers ein, um Vertrauen zu schaffen.
Geolokationen wie Google Maps (Yandex auch?). In mehr als 30% russischer Großstädte findet man Streetview Aufnahmen. Steht da zum Beispiel ein Haus mit Gewächshaus oder Pool, baut man das in seine Story ein.

Dokumentenmanipulatoren. Einstmals eine lustige Spielerei, erzeugen sie inzwischen täuschen echt wirkende Reisepässe, Einkommennachweise, Bankauszüge usw.

Was braucht man also um eine fiktive Person zu erstellen und was sind die Probleme einen Scammer zu stellen?

Noch bis vor ein paar Jahren war die Prüfung einfach. Ich stelle ein Lockvogelprofil bei IF ein. Dabei passieren manchmal auch lustige Sachen. Inzwischen habe ich zum Beispiel jeden Sonntag ein Teams Kaffekränzchen, wo sich drei Ukrainerinnen mit mir austauschen.
Einfach ist es, wenn einen 60 jährigen Mann eine 30 jährige Frau anschreibt, "weil sie ja so auf erfahrene Männer steht". Tja Anfängerfehler, zu 99,9% Scam.

Also was braucht es um überzeugender zu werden?
Ein Bild zum manipulieren. Nach der Manipulation ist es nicht mehr über die normalen Bildsuchwerkzeuge zu finden. Als maximale Wahrscheinlichkeit kommen 80% heraus, was zu wenig ist, um sicher zu sein.
Eine Einführungsgeschichte, die zu diesem Bild passt. Das Bild zeigt eine schöne Frau in einem Arztkittel (das Bild lasse ich hier aber weg). Wen es interessiert, der findet die Geschichte auf der AntiScam Webseite in Scam or Noscam.
Hallo xxx, Ich freue mich sehr, dass du mich per Mail kontaktiert hast. Leider bin ich gerade bei der Arbeit ich kümmere mich um einen trächtigen Luchs. Es kann sein, dass ich heute sehr lange bleiben muss, vielleicht sogar über Nacht.
Bevor wir weiterreden, muss ich dir etwas Wichtiges sagen: Ich lebe eigentlich in Russland, nicht in Deutschland und zwar in Sankt Petersburg. Sicher hast du schon von dieser Stadt gehört, vielleicht warst du sogar schon mal hier? Die Sache ist die: Diese Datingseite wurde mir von einer Kollegin empfohlen. Sie ist dort auch angemeldet und schreibt seit einigen Wochen mit einem Deutschen. Sie meinte, ich solle in meinem Profil angeben, dass ich in Deutschland lebe, weil westliche Männer aufgrund der politischen Lage Angst vor Russland hätten. Ich habe als Unerfahrene auf sie gehört, auch wenn es mir von Anfang wie eine schlechte Idee vorkam. So ist es passiert. Ich hoffe sehr, dass wir uns trotzdem weiter kennenlernen können.
Wenn es um ein Treffen geht: Ich habe nichts dagegen, zu dir zu kommen, oder du kannst mich besuchen. Wir haben also durchaus Möglichkeiten, einander zu treffen trotz der angespannten politischen Lage. Zum Beispiel habe ich im Juni Urlaub. Wenn es zwischen uns gut läuft, könnten wir dann etwas planen.
Zu mir: Ich arbeite als Tierärztin in einer Tierklinik und jobbe nebenbei im Zoo. Ich bin seit zwei Jahren geschieden. Meine erwachsene Tochter ist 22 Jahre alt, sie lebt mit ihrem Freund in einer Mietwohnung. Sie arbeitet als Kriminaltechnikerin bei der Polizei, ihr Freund hat gerade die Polizeiakademie abgeschlossen und arbeitet jetzt ebenfalls bei der Polizei.
Meine Hobbys: Ich liebe meinen Garten, die Sauna und die Natur. Im Sommer gehe ich oft in den Wald, um Pilze und Beeren zu sammeln. Außerdem mag ich Sportveranstaltungen, Konzerne, Feste und kulturelle Events. Eigentlich ist mein Leben ganz schön voll, aber mir fehlt ein liebevoller Partner, mit dem ich alle schönen und auch die alltäglichen Momente teilen kann.
Ich freue mich auf deine Antwort und hoffe, dass wir uns weiterhin schreiben.


Das witzige ist, die Masche anzugeben in Deutschland zu wohnen, nimmt wirklich überhand. Oftmals so ganz ohne Fantasie. Ich hatte einen anderen Kontakt die gab Harkov, Deutschland an. Googelt das mal ;)

Dann brauchen wir natürlich eine Meldeadresse. Wir werfen Google Maps an, suchen uns eine schöne Gegend mit Street View und kopieren die Adresse und das Bild.

Natürlich brauchen wir auch einen Namen, der auch irgendwie zur Story passt.
Hallo xxx, vielen Dank für deine offenen und ehrlichen Worte!
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Was mir noch wichtig ist zu sagen: Mein Deutsch ist gut, ich kann es sprechen und verstehen. Du wirst also keine Sprachbarriere bei mir erleben. Ich habe Deutsch in der Schule und an der Universität gelernt. Aber vielleicht ist dir schon mein Nachname in meiner E-Mail-Adresse aufgefallen? Mein voller Name ist xxx Dauvalder. Ja, ich habe deutsche Wurzeln! Mein Großvater war Deutscher. Er hat mir von klein auf Deutsch beigebracht. Er hatte ein sehr schweres Schicksal: Er emigrierte in den 1930er Jahren nach Russland. Dann kam der Krieg, die sowjetischen Behörden verhafteten ihn wegen seiner deutschen Herkunft, und er verbrachte viele Jahre in Arbeitslagern, wo er Eisenbahnschienen in Sibirien verlegen musste. Später wurde er freigelassen, hat hier in Russland eine Familie gegründet... Eine bewegende Geschichte, die mich bis heute prägt.
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Aus diesen Daten basteln wir einen Reisepass, denn für die Verpflichtungserklärung in DE braucht das Opfer diese Daten ja. Lustigerweise prüft die Behörde aber nur, ob es für diese Daten Einträge gibt, also Haftstrafen etc., aber die Plausibilität nicht, da es keinen Datenaustausch mit Russland mehr diesbezüglich gibt.

Nun besorgen wir uns vorsichtshalber noch eine Telefonnummer aus dem eingangs erwähnten Datenpool und schon haben wir eine neue Persönlichkeit erschaffen.

Die üblichen Prüfkriterien ziehen (fast) alle nicht:
- Traceroute und ähnliches + Mailheader können alle inzwischen manipuliert oder verschleiert werde. So funktioniert zum Teil auch VPN.
- Bild(er) nicht in den sozialen Medien oder öffentlich zu finden
- Adresse gibt es. Eine Zuordnung/ Prüfung klappt nur über Gosuslugi. Dazu bräuchte ich jedes Mal Hilfe aus Russland, was etwas überhand nehmen würde. Noch dazu könnte der Scammer auch die dort gemeldete Person mit Namen kopiert haben. Dann läuft auch die Abfrage ins Leere, bzw. täuscht Seriosität vor.
- Pass liegt vor. Gleiches Problem wie bei der Adresse.
- Telefonnummer ist real. Nur eben zeitweise gesperrt, zum Beispiel ;)

Man muss also in solch einem Fall tatsächlich alle Register ziehen. Auch die KIs werden noch bedient, und da klappt (zum Glück) der Übergang nicht immer reibungslos, oder es werden veraltete Informationen geteilt. Ich habe in diesem Fall 4 verschiedene Mailadressen benutzt. Das war alles kein Problem, die Antwort kam auf jede Mail, bis ich nach dem 28, AW.AW. den Betreff geändert habe. Auf einmal drei Tage Funkstille und dann eine Beschwerde, warum ich mich nicht mehr melde. Da ist wohl was bei der Übergabe schief gelaufen. :lol: Antwort: wohl im Papierkorb gelandet.
Einmal wird auf auf Visametric verwiesen, ein paar Mails später auf das Konsulat. Mal wird eine Einladung angeboten (Stand 2025), dann wieder auf das EVisum ohne Einladung. Und die bisherige Krönung war, dass im obigen Text auf den deutschen Opa verwiesen wird, und später dann, dass der Nachname vom Exmann übernommen wurde.
Es bleibt also reine Indizienforschung. Und das Dumme ist, der Aufwand die KIs bereitzustellen fällt nur einmal an. In 30 Minuten ist so ein Profil erstellt. Und den Mailverkehr kann die KI dann auf Knopfdruck alleine erledigen. So kann in Scammer locker 10 "Kunden" pro Stunde versorgen. Aber ja, zum Glück wird man dabei manchmal unvorsichtig, was wiederum anderen helfen kann.

Ich habe das jetzt mal für die Neulinge zum Thema Partnersuche heruntergeschrieben. Es ist kein Argument mehr "aber die reagiert doch so einfühlsam auf mich". Oder "sie hat doch auf das Thema geantwortet". Hier noch ein Beispiel auf meinen Vorschlag, sich das erste Mal frei von Visazwängen in der Türkei zu treffen.
Deine Idee mit der Türkei... Uwe, das kann ich nicht. Bitte versteh mich richtig. Für das erste Treffen möchte ich nicht in ein Urlaubshotel fahren. Das fühlt sich für mich an wie ein schneller Ferienflirt, nichts Ernstes. Und das ist nicht das, was ich mir für uns wünsche. Wenn ein Mann mir gleich ein Hotel am Strand vorschlägt, kommen bei mir leider falsche Gedanken auf. Ich hoffe du verstehst mich und bist mir nicht böse.
Klingt nachvollziehbar, oder?
Also ich hoffe, das macht deutlich, dass von hier, und zunehmend auch von AntiScam niemand mehr wirklich dabei helfen kann, Betrug auszuschliessen, bzw. ein Go für eine Beziehung zu geben. Es gibt immer Warnsignale.

Eines noch zum Schluß:
Früher kam es immer irgendwann zu dem Punkt: "Kannst du mir Geld schicken, wegen dies und das..." Da das nicht mehr so einfach geht, ist die Masche jetzt Datensammeln. Ich habe genug Container mit Fakeinformationen rumliegen. Aber sobald ihr den "Damen" mehr von euch erzählt, Bilder schickt, möglichst noch vom Haus oder der Wohnung wo ihr lebt, kann all das nach obigem Schema verwendet und für einen späteren Betrug gespeichert werden.

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 10 Jun 2026, 15:30
von Norbert
Danke für den Einblick, auf dieses Posting können wir gern bei der nächsten Anfrage hier verweisen. Wir haben ja bestimmt 3-4 Fälle pro Jahr, wobei ich dann immer auf anti-scam.de verweise.

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 11 Jun 2026, 00:19
von Wladimir30
Danke Bluewolf. Da haste ja einen sehr detaillierten Bericht zur Lage der nationalen Unsicherheit gegeben. Ein Mischung aus interessant und gruselig.

Es sind tatsächlich immer mehr Parallelwelten, die sich auftun, und zwischen denen (teilweise IN denen) wir leben.

Vielen Dank nochmal!!!

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 11 Jun 2026, 07:05
von HJ52
Wladimir30 hat geschrieben: 11 Jun 2026, 00:19

Es sind tatsächlich immer mehr Parallelwelten, die sich auftun, und zwischen denen (teilweise IN denen) wir leben.

„Schluckst du die blaue Pille, ist alles vorbei. Du wachst in deinem Bett auf und glaubst, was du glauben willst. Schluckst du die rote Pille, bleibst du im Wunderland und ich zeige dir, wie tief der Kaninchenbau reicht.“

@bluewolf Danke!

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 11 Jun 2026, 18:41
von AnuLeB
Nun gut, die internationale Partnersuche im Internet war ja schon immer ein ziemliches Haifischbecken. Es ist nur faszinierend zu sehen, wie sich in den letzten 20 Jahren die Möglichkeiten und Ziele der Betrugsaktivitäten, nicht zuletzt auch aufgrund des technologischen Fortschrittes, verändert haben. Vermutlich sind die Möglichkeiten schon so weit fortgeschritten, dass selbst Videogespräche mit einem Bot möglich sind. Es versteht sich von alleine, dass davon auch baldigst andere Bereiche des Internetlebens erreicht werden, womit dann der Betrug zum Alltagsgeschäft wird. Nur, für das Internet dürfte es eine Katastrophe sein, wenn niemand mehr dem anderen im Netz traut.

Ich bin daher heilfroh, dass ich meine Suche vor über 20 Jahren erfolgreich abschließen konnte, wobei ich meine jetzige Frau auf der damaligen Scam-Seite Nummer 1 (absoluteagency) gefunden habe. Nur, was nützt es denn, die Betrugsseite Nummer 1 zu sein, wenn die Frau nichts davon weiß. ;)

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 12 Jun 2026, 18:25
von Bluewolf
Es geht dem Ende entgegen. Ist inzwischen offensichtlich. Fällt jemand was auf?
Bild

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 13 Jun 2026, 11:20
von bella_b33
Visastelle in Piter? Imho ist doch außer Moskau alles dicht.

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 13 Jun 2026, 16:04
von Bluewolf
Ja Bella, 100 Punkte ;)
Es gibt nur ein Generalkonsulat, wo wohl irgendwo an einem Türschild der Name des Bearbeiters steht.
Ansonsten laufen alle Anträge außerhalb Moskaus über Visametric. Steht sogar direkt auf der Homepage der Botschaft. Aber ich bin sicher, das fällt nur Menschen auf, die sich tatsächlich damit befassen.

Was wäre denn jetzt die normale Reaktion? Fiktive Fortsetzung:

Das Opfer hat Schmetterlinge im Bauch "oh, meine Angebetete kann kommen".
M: Wann?
F: Oh sorry, das Finanzamt hat hohe Nachzahlungen verlangt. Ich kann doch nicht kommen.
M: Wenn es nur um Geld geht, kann ich doch helfen!
F: Du kannst doch gar kein Geld schicken.
M: Ich finde einen Weg.

Ein paar Mails später:
F: Meine Cousine hat ein Konto bei einer kirgischen Bank. Ich kann dir die Bankdaten schicken. Ich vertraue ihr zu 100%. Sie überweist mir das Geld dann.
M: Ok. such mir mal die Flüge raus, ich überweise dir dann das Geld.
F: Hier sind die Flugdaten von LED nach IST und weiter nach FRA. Ich buche erstmal nur den Hinflug. Sobald ich in Deutschland bin, buchen wir den Rückflug gemeinsam.
M: Ok, ich überweise 1000 Euro auf das Konto.

Wiederum später:
F: Ich weine und bin am Boden zerstört. Du hattest recht mit deinem Misstrauen gegenüber meiner Cousine. Sie gibt mir das Geld nicht.

Usw. und so fort.

Bis zum Schluß werde ich das natürlich nicht durchziehen. Der Pass und die Aufenthaltserlaubnis sind bereits bei der Botschaft. Jetzt muss ich noch die Bankdaten herausfinden und ebenfalls der Botschaft mitteilen. Von dort können dann Maßnahmen eingeleitet werden.

Wichtig ist es in all diesen Fällen das Bedürfnis zu unterdrücke und "Ätsch, ich hab dich" oder ähnliches an den Scammer zu schreiben. Einfach still und heimlich in den Ghostmodus gehen, das verunsichert am meisten.

Ich denke, das sollte als Einblick für alle Interessierten reichen :lol:

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 16 Jun 2026, 16:16
von Norbert
Also "Botschaft St. Petersburg" fand ich auch eigenartig, da ist nur ein Generalkonsulat. Daneben: Visumtyp D ist für ein Visum unter 3 Monaten sehr untypisch, würde ich behaupten. Dann wiederholt sich das Ausstellungsdatum nicht unten im Scanbereich, sondern das "gültig bis", das würde ich zumindest mit anderen Visa abgleichen.
Der Pass und die Aufenthaltserlaubnis sind bereits bei der Botschaft. Jetzt muss ich noch die Bankdaten herausfinden und ebenfalls der Botschaft mitteilen. Von dort können dann Maßnahmen eingeleitet werden.
Aber den Pass gibt es doch gar nicht real, oder?

Re: Partnersuche/ Antiscam/ ein Erfahrungsbericht

Verfasst: 16 Jun 2026, 16:45
von Bluewolf
Den gibt es genausowenig wie das Visum.
Aber:
Bisher warnte die Botschaft nur vor Betrugsversuchen über VisaMetric und Webseiten. Nach Schriftverkehr mit der Botschaft ist diese Masche neu, bzw. sind die Dokumente glaubhafter.
Noch einmal. Wer sich nicht mit der Materie beschäftigt, wird wahrscheinlich die Fälschung nicht erkennen. Ich z. B. habe auch nicht genug Ahnung um jetzt zu erkennen ob der Pass echt ist oder nicht. Visa habe ich allerding schon genügend gesehen in den letzten 17 Jahren ;)

Hier noch die amtliche Warnung der Botschaft:
Aktuell erreichen die Deutsche Botschaft Moskau Meldungen zu betrügerischen Aktivitäten im Rahmen des Visumverfahrens. Dabei sollen unbefugte Dritte vorgeben, Beschäftigte des externen Dienstleisters VisaMetric zu sein. Diese sollen Antragstellende weiterhin per E-Mail oder Telefon zu Geldzahlungen aufgefordert haben. Die Deutsche Botschaft Moskau rät zu allgemeiner Vorsicht sowie keine Zahlungen an Dritte zu veranlassen. Sollten Sie Fragen zu laufenden Visumverfahren haben, wenden Sie sich bitte an VisaMetric

Betrügerische Websites

Die Deutsche Botschaft weist mit Bezug auf Visa-Anträge auf drei betrügerische Websites hin.

Zwei Websites (https://visametrik.de und https://visametrik.ru) geben sich als offizielle Website von VisaMetric aus. VisaMetric ist die offizielle Visa-Annahmestelle der deutschen Botschaft in Russland. Die betrügerischen Websites fordern dabei Benutzer auf, persönliche und vertrauliche Informationen einzugeben, und versuchen später, Zahlungen zu veranlassen. Die korrekte Seite von VisaMetric sieht folgendermaßen aus: https://www.visametric.com

Ein betrügerisches Portal https://germania.works gibt sich als die Website der Deutschen Botschaft aus und bietet an, Geld über das Portal auf das Sprerrkonto einer deutschen Bank einzuzahlen. Die Botschaft verlangt keine Online-Zahlungen. Die korrekten Infos zum Visaverfahren finden Sie auf der Website der Botschaft: https://germania.diplo.de