kaktus hat geschrieben:Arbeitsvertrag so formulieren: Arbeitsgeber ausbildet für 6 Monate, Arbeitnehmer verpflichtet sich für 2 Jahre solange Arbeit gibt (Projekteinstellung?)
Ist nach russischem Arbeitsrecht verboten. Die gesetzliche Kündigungsfrist von 2 Wochen kann man nicht aushebeln - solche Klauseln haben nach russischem Recht keine Gültigkeit. Man darf allenfalls über einen kurzen Zeitraum (bis 6 Monate nach Auskunft eines Juristen) Klauseln einbauen, dass die Ausbildungskosten in diesem Fall vom ehemaligen Arbeitnehmer übernommen werden müssen. Aber 6 Monate sind für meinen Arbeitgeber nichts - ein Entwickler ist erst nach ein bis zwei Jahren voll eingearbeitet.
Man kann das sogar bewusst angehen. Man bildet bis zu einem gewissen Grad aus. Stellt sie für die Konkurrenz zur Verfügung bis sie gesättigt ist. Schiebt noch Andere nach bis es inflationär wirkt und schauen wir mal, ob sie die Alle einstellen würden.
Ich, als Arbeitgeber von 20 Entwicklern soll den ganzen PHP-Markt von Novosibirsk ausbilden? Das kann nun wirklich nur ironisch gemeint sein. Intel kann sich das vielleicht leisten, aber doch kein KMU.
Wenn man im Ist Zustand keine Expertise hat(HR) sollte lieber die Finger davon lassen oder Kooperationen angehen (Lieblingsgeschäftsmodell der RU: joint venture!)
Hat mein vorheriger Arbeitgeber auch versucht. Da triffst Du auf russische Geschäftspartner, wo sich der Direktor gleich im ersten Monat den Lohn für einen neuen Porsche Cayenne auszahlen lassen will. Langfristige Strategen - und wenn man ein neues Geschäft aufbauen will, braucht man zunächst erst einmal etwas Geduld - sind hier noch seltener als gute Arbeitskräfte.
Ich kenne diverse deutsche Unternehmen, die zunächst Partner für ein Joint-Venture gesucht haben, aber dann verzweifelt aufgegeben haben und doch ein eigenes Unternehmen gegründet haben.
Man kann auch den Boris oder Alexey ansprechen, warum sie/er plötzlich geht oder gehen möchte! Geld ist nicht immer maßgebend dann! Vielleicht gehen von 20 dreizehn aber mit den sieben kann ich das durchführen was WIR möchten?!
Es ist doch ganz einfach. Du kannst in einem normalen russischen Team den Mitarbeitern vielleicht einen Lohn von 1000 bis 3000 Euro netto zahlen. (Mehr ist utopisch, wenn man die "Verluste" durch die russische Mentalität und den immer noch vorhandenen Wissensrückstand gegenüber Europa kompensieren will.) Nun kommt die Konkurrenz und braucht einen (!) guten Teamleiter. Für den einen Teamleiter, den wir vorher ausgebildet haben, können die natürlich locker 6000 Euro zahlen. Da sagt Boris oder Alexey natürlich nicht nein. Und auch ich würde gehen!
Du musst bedenken, dass in Deutschland die Lohnunterschiede zwischen qualifizierten Angestellten und mittleren Führungskräften vielleicht 20 bis 50 Prozent sind (drei Tarifstufen höher oder so). In Russland bekommt man das zwei- bis fünffache! Die Teamleiter (für fünf bis sieben Mitarbeiter) in einem mir bekannten Architekturbüro bekommten im Schnitt 160.000 Rubel, die ausgebildeten Architekten, die teilweise mehr können, nur 30.000 Rubel.
Vielleicht auch nur kurz gedacht: In RU + nn herschen anscheinend andere Regeln.
Hmmmm!