Boris Reitschuster ist ein deutscher Journalist, der über 16 Jahre lang in Russland, hauptsächlich in der Metropole Moskau verbracht hat. Hier war er seit 1999 Leiter des Moskauer Büros des Focus. In seiner Zeit in Russland entwickelte sich bei ihm eine große Faszination für den Osten, die in fünf Büchern über Kultur und Politik in der Russischen Föderation mündete. „Russki Extrem. Wie ich lernte, Moskau zu lieben“ ist eines seiner Werke, das 2009 erschien. Seit 2011 ist er wieder in Deutschland und erzählt To4ka-Treff von seinen ganz alltäglichen Erfahrungen als Journalist in Russland.
"Wenn ich in Russland Kollegen erzähle, dass ich berichten kann, was ich will, dass ich keine Aufträge erhalte, wie meine Artikel aussehen sollen, dass ich kein Agent des BND bin, dann schütteln die meisten den Kopf und denken: „Hält der uns für blöd, wenn er uns solche Ammenmärchen erzählt?“ Dass ein Journalist unabhängig sein kann, ist für die meisten Russen genauso wenig vorstellbar wie sich die meisten Deutschen wohl kaum vorstellen können, wie viele Journalisten in Russland brave Befehlsempfänger sind – oder, wie es mal ein Kollege in den 90er Jahren ausdrückte: Kettenhunde, die auf Befehl ihres „Herrchens“ bereit sind, jedem ins Bein zu beißen oder ihn zerfleischen."
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