USA ante Portas

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domizil
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Re: USA ante Portas

Beitrag von domizil »

Daten-Salat hat geschrieben:Unmaßgebliche Meinung von:
Armin
... die aber berechtigte Nachdenklichkeiten auslösen sollte. Danke.
Uwe Niemeier
pippie

Re: USA ante Portas

Beitrag von pippie »

Daten-Salat hat geschrieben:Ich finde es immer bemerkenswert, dass in so vielen Beiträgen dieses Forums ein gegensätzliches Interesse, wenn nicht gar eine feindselige Grundhaltung zwischen USA und Russland als Selbstverständlichkeit unterstellt wird. Hoffentlich sehen es Politiker und Diplomaten differenzierter!

Meines Erachtens sitzen wir vom "christlich-abendländischen Kulturkreis" (wenn man "Kultur" noch ohne Erröten sagen kann) in nicht allzu ferner Zeit in denselben Schützengräben, egal ob wir in Friedenszeiten in San Francisco, Berlin oder Wladiwostok ansässig gewesen sind. Das wirkliche Problem ist nicht, dass die Buben in Moskau und Washington ab und zu Cowboy und Indianer spielen; der Ernst der Lage geht von den Milliarden verhungernden und verdurstenden Farbigen im Süden unserer Grenzen aus. "Not kennt kein Gebot", sagt der Volksmund; und wenn die Verelendeten mal ins Laufen kommen, ist es ihnen egal, ob sie verhungern, ersaufen oder wenigstens beim Versuch, an unsere Kühltruhe zu gelangen, an unseren Grenzen verrecken. Wenn Joe, Fritz und Iwan vor lauter Mißtrauen und Konkurrenzneid verpennen, die Fronlinie gemeinsam zu halten, dann Gnade uns Gott.

Unmaßgebliche Meinung von:
Armin
Vielleicht würde es ja schon reichen, wenn man mal mit dafür sorgen würde, dass es den Leuten zu Hause bei sich besser geht.
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Apollo
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Re: USA ante Portas

Beitrag von Apollo »

domizil hat geschrieben:... ich versuche mich kurz zu fassen: Wenn ich mit meinem Wohnungsnachbar 20 Jahre Tür an Tür wohne und dieser Wohnungsnachbar sich entscheidet einen Untermieter reinzuholen und dieser Untermieter in die Wohnungstür einen Sichtspion einbaut - dann regt mich das zum nachdenken an. Ich kann nun auch so einen Sichtspion in meine Tür einbauen oder ich kann es sein lassen. Wenn ich es sein lasse ist der Nachbar im Vorteil: Er sieht mehr als ich und kann das gegen mich ausnutzen - gemeinsam mit seinem Untermieter. Etwas primitiv von mir dargestellt, aber es ist alles so augenscheinlich das es auch gar keinen Erklärungsbedarf gibt.
Uwe Niemeier
Uwe, nimm es mir nicht übel, aber das ist mehr was für Wawotschka am waksal in Kaliningrad.
Uns beide verbindet ja eine gewisse "Leidenschaft" für Russland, da ich aber im Moment dort nicht lebe fehlt natürlich der direkte Draht.

Aber, ich glaube kaum, dass ein Raketenabwehrschirm nun wesentlich die Aufklärungsfähigkeiten der NATO im Hinblick auf die RF erhöht. Die gab es schon vorher, wie es ebenso auch die Aufklärungsfähigkeiten der RF gab. In meinen Augen ein Nullsummenspiel. Sollte die RF dort Defizite haben, müsste Putin mal wieder ein paar Generäle auswechseln. Das wäre ja auch eher peinlich, wenn nun der Schirm oder auch ne Staffel Jäger die Sicherheit nachhaltig bedrohen würden.

Möglicherweise spielen da auch innenpolitische Aspekte eine Rolle, Russland ist eben keine Weltmacht mehr. Das sehen viele Menschen dort mit Wehmut.
Vielleicht redet man sich aus diesem Grund auch die ohne Zweifel vorhandene Ostexpansion der Nato schlecht.
Soweit da Zusagen getroffen worden sind, bezogen die sich a) auf die Ex DDR und b) war zum Zeitpunkt der Aussage der WP noch existent.
Das sowohl die unzerstörbare Union freier Republiken als auch der WP disintegrieren würde hatte zum damaligen Zeitpunkt wohl niemand realistisch auf dem Radar.
Staaten wie Polen und Ungarn bevorzugen wohl, angesichts gemachter Erfahrungen mit der SU, die Nato. Wie soll man damit umgehen mit diesem Wunsch ?

Russland fühlt sich eingekreist, hat aber irgendwie auch keine Antwort oder Lösung auf die ganze Situation. Sollen die dort ihre Iskander stationieren und gut ist. Vielleicht ändert sich ja alles schon wieder wenn das Thema Iran gelöst ist.
Wo ist das Bernsteinzimmer versteckt ?

http://stjgfb.blogspot.de/
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Re: USA ante Portas

Beitrag von domizil »

Apollo hat geschrieben:Uwe, nimm es mir nicht übel, aber das ist mehr was für Wawotschka am waksal in Kaliningrad.
…gut, habe mich von Wowa am Bahnhof verabschiedet und versuche mal meine Sorgen darzulegen.
Apollo hat geschrieben:Aber, ich glaube kaum, dass ein Raketenabwehrschirm nun wesentlich die Aufklärungsfähigkeiten der NATO im Hinblick auf die RF erhöht.
Ich antworte erstmal so: Es exisitieren so viele Atombomben bei den Ru und den USA und anderen NATO-Mitgliedern, das reicht aus, um die Welt mehrmals aus den Angeln zu heben. Wozu entwickelt man die dann immer noch weiter - um sich (zumindest zeitweilig) Vorteile zu verschaffen. Mit dem Raketenschild ist es ähnlich.
Der amerikanische Raketenschild ist ein Frühwarnsystem gegen einen möglichen Raketenangriff aus dem Iran. Er kann aber auch in Richtung eines jeden anderen beliebigen Staates ausgerichtet werden. Um diese Sorgen zu zerstreuen hat Russland angeboten eine gemeinsame Station zu schaffen. Die Amerikaner haben abgelehnt. Warum? Kooperation in Militärangelegenheiten fördert doch gerade das Vertrauen zueinander. Ähnliches hatten wir schon bis 1989 durch die Beobachtermissionen der NATO und des Warschauer Vertrages.
Sollte es zu einer militärischen Auseinandersetzung zwischen USA und Ru kommen (was Gott und Marx und die klugen Politiker beider Staaten verhüten mögen) hat die USA ein Frühwarnsystem um mögliche Raketen aus Ru abzufangen. Der Russe hat so etwas nicht und muss sich nun etwas einfallen lassen. Da er seine Militärdoktrin vor Jahren geändert hat und fast alle ausländischen Stützpunkte liquidiert sind, bleibt ihm nur die Stationierung von Waffensystemen auf eigenem Territorium in der Nähe der Objekte von denen er sich bedroht fühlt
Apollo hat geschrieben: Das wäre ja auch eher peinlich, wenn nun der Schirm oder auch ne Staffel Jäger die Sicherheit nachhaltig bedrohen würden.
.
Zur Stationierung von Jägern F-16 und Transportflugzeugen in Polen. Eine kleine, winzige Maßnahme im Rahmen der gesamten Militärpolitik der USA. Könnte es aber nicht sein, dass die USA hiermit einfach nur testen wollen, wie die Öffentlichkeit darauf reagiert und wenn es kein besonderes Aufsehen erregt setzt man die „genehmigte Okkupation“ Polens fort?
Apollo hat geschrieben:Vielleicht ändert sich ja alles schon wieder wenn das Thema Iran gelöst ist.
Natürlich ändert sich dann alles. Der Iran erhält nach der „personalpolitischen Lösung“ a la Irak einige tausend Demokratieberater aus den USA, also auch wieder direkt vor der Nase der Russen und alles das, was man gegen Iran aufgebaut hat wird nun nicht mehr benötigt und kann „anderweitigen Verwendungszwecken“ zugeführt werden (damit meine ich aber nicht Verschrottung).
Zusammenfassung: Alles was die USA in militärpolitischer Hinsicht nach 1990 getan haben hat nicht zur Erhöhung der Sicherheit der Menschheit auf dieser Erde beigetragen. Im Gegenteil - es kostet täglich vielen Menschen das Leben. Entweder durch reale kriegerische Auseinandersetzungen oder durch Terror. Und nach Beendigung einer "Demokratisierungsaktion" hat sich etwas später immer herausgestellt, wie die USA sich die "Fakten zum Kriegsbeginn" zurechtgebogen haben. Ist ja auch nichts neues, gab es in der Geschichte alles schon.

...tschuldigung, Text ist wieder etwas länger geworden. Mit Wowa konnte ich mich kurz fassen, bei qualifizierteren Gesprächspartnern werden eben mehr Argumente ausgetauscht ...
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Re: USA ante Portas

Beitrag von Saboteur »

domizil hat geschrieben:Warum? Kooperation in Militärangelegenheiten fördert doch gerade das Vertrauen zueinander.
.

Ja da kann man bei ernstem Interesse doch mal nachforschen WARUM die USA abgelehnt hat. Sind dir denn die Gründe bekannt? Mich wundert es jedenfalls nicht... Vielleicht sind die Gründe auch welche auf die man selbst kommen kann?

Vielleicht weil Rußland kein demokratisches Land ist?
Vielleicht weil Russland bekanntes Problem der Korruption dazu führt das Geheimnisse direkt im Iran oder wo auch immer landen?
Vielleicht weil man keine "Partner" stärken der so massenhaft Verbrechen gegen die Menschenrechte begangen hat und diese nicht aufklärt?
Vielleicht weil die russische Armee im desolaten Zustand kein ernsthafter Partner sein kann?
Vielleicht weil die Kooperationsangebote Russlands nur ne Show sind und nicht ernst gemeint sind, wäre ja ein Feindbild weniger. Auf welche Symbole sollen denn Kinder in Ferienanlagen schiessen wenn nicht auf Natosymbole.

und so weiter und so weiter... da fällt mir noch mehr ein, was als Begründung taugen könnte.
....setzt man die „genehmigte Okkupation“ Polens fort?
Ja es ist ja nicht so dass Polen kein souveräner Staat ist und ich persönlich verstehe schon , dass sie kein Bock auf eine reale Okkupation durch Rußland haben... kennen se ja schon.
Zusammenfassung: Alles was die USA in militärpolitischer Hinsicht nach 1990 getan haben hat nicht zur Erhöhung der Sicherheit der Menschheit auf dieser Erde beigetragen.


Das sehe ich nicht so.
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Re: USA ante Portas

Beitrag von domizil »

... mit diesen Begründungen müßte die USA eigentlich die Zusammenarbeit mit der Hälfte der Welt ablehnen. Welcher von den anderen Staaten der Welt entspricht denn schon den Demokratievorstellungen der USA?
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Re: USA ante Portas

Beitrag von Saboteur »

domizil hat geschrieben:... mit diesen Begründungen müßte die USA eigentlich die Zusammenarbeit mit der Hälfte der Welt ablehnen. Welcher von den anderen Staaten der Welt entspricht denn schon den Demokratievorstellungen der USA?
Uwe Niemeier
ja wir sprechen aber über Russland und die Usa...
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pippie

Re: USA ante Portas

Beitrag von pippie »

Saboteur hat geschrieben: Vielleicht weil man keine "Partner" stärken der so massenhaft Verbrechen gegen die Menschenrechte begangen hat und diese nicht aufklärt?
Ein Land, was in der ganzen Welt unter dem Deckmantel der Demokratie Kriege anzettelt, würde wegen der Menschenrechtsproblematik keine Gespräche mit Russland führen?
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Re: USA ante Portas

Beitrag von bigbear »

Morgen, 1.August 2012 ist der Präsident in Uljanowsk.
leichtes Chaos in der Stadt, viele Geschäfte bleiben geschlossen, der öffentliche Verkehr wird eingeschränkt.

http://russland-heute.de/articles/2012/ ... 14344.html

wird verwirklicht, die USA benutzen Uljanowsk als "Zwischenstützpunkt" für Afghanistan
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Re: USA ante Portas

Beitrag von domizil »

... tja, wenn es den Amerikanern in den Kram passt, und sie günstig einen Stützpunkt in Russland für ihren Demokratisierungseinsatz in Afghanistan erhalten können, kann man nachfolgende Argumentation von Saboteur auch mal vergessen:
Saboteur hat geschrieben:Vielleicht weil Rußland kein demokratisches Land ist?
Vielleicht weil Russland bekanntes Problem der Korruption dazu führt das Geheimnisse direkt im Iran oder wo auch immer landen?
Vielleicht weil man keine "Partner" stärken der so massenhaft Verbrechen gegen die Menschenrechte begangen hat und diese nicht aufklärt?
Vielleicht weil die russische Armee im desolaten Zustand kein ernsthafter Partner sein kann?
Vielleicht weil die Kooperationsangebote Russlands nur ne Show sind und nicht ernst gemeint sind, wäre ja ein Feindbild weniger. Auf welche Symbole sollen denn Kinder in Ferienanlagen schiessen wenn nicht auf Natosymbole.
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