Referendum Donezk

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Berlino10
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 »

Norbert hat geschrieben:
Jurij hat geschrieben:Es würde wohl kaum jemand in der Süd- und Ostukraine zu den Waffen greifen und für ein Referendum kämpfen, wenn er wüsste, dass dort die Mehrheit der Bevölkerung ganz was anderes im Sinn hat. Das wäre zumindest für Russland die größte Blamage, wenn dort bei irgendeinem Referendum nicht das gewünschte Ergebnis rauskommen würde.
Meine subjektive Meinung: Genau weil dies nicht sicher ist, greift Russland aktuell nicht ein. OK, und weil es für Russland viel zu teuer wäre.
Nach Einschätzung von Ost-Ukrainern sind nur etwa 1/3 für Sezession, 2/3 wollen in der Ukraine bleiben, aber natürlich mit anderer Politik in Kiew, mehr föderale Rechte für die Ost-Ukraine, weniger Zentralismus, ...

Wie soll RUS denn eingreifen? Mit Militär? Einen Partisanenkrieg gegen Millionen Widerständige?

Ein Referendum, das der Übergangs-Präsident zumindest in Aussicht gestellt hat, müsste fragen:

1. Föderalismus
a. Sezession
b. innerhalb der Ukraine

2. alles wie jetzt belassen
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

_RGP_ hat geschrieben:Bild
Ist zwar schön bunt, aber ohne Zahlen etwas undurchsichtig. Da werden her Aktionen und deren Echo in den Medien verarbeitet, aber die Meinung der breiten Masse ist nicht ersichtlich.
Sibirier hat geschrieben:Irgendwie gefaellt mir das alles nicht. Haben wir in Zukunft 2 Ukraine? Ost und West?
Offensichtlich gibt es solche Bestrebungen, von denen ich aber den Eindruck habe, dass sie eher von außen gesteuert werden.

Ich kenne Donetzk einigermaßen und hatte/habe etliche Kontakte dort. Immer hatte ich den Eindruck, dass ich in der Ukraine bin, wo zwar vorwiegend Russisch gesprochen wird, aber Ukrainisch gefühlt und gedacht wird. Diese aktuelle Spaltung ist hausgemacht und zwar eher von Kiew ausgehend, als in der Region geboren.

Vielleicht findet man mal paar Teilnehmer/Fans, die bei der EM waren oder sieht sich paar alte Reportagen an. So lange ist das ja noch nicht her.
Damals wäre es die richtige Gelegenheit, den russischen Bären rauszulassen und zu zeigen, wohin man sich orientieren will. Aber offensichtlich hat man die Gelegenheit total verpasst und verschlafen --- oder man ist doch nicht der Meinung, wie einige Radaubrüder momentan.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Jenenser
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Jenenser »

klaupe hat geschrieben: Ich kenne Donetzk einigermaßen und hatte/habe etliche Kontakte dort. Immer hatte ich den Eindruck, dass ich in der Ukraine bin, wo zwar vorwiegend Russisch gesprochen wird, aber Ukrainisch gefühlt und gedacht wird. Diese aktuelle Spaltung ist hausgemacht und zwar eher von Kiew ausgehend, als in der Region geboren.

Vielleicht findet man mal paar Teilnehmer/Fans, die bei der EM waren oder sieht sich paar alte Reportagen an. So lange ist das ja noch nicht her.
Damals wäre es die richtige Gelegenheit, den russischen Bären rauszulassen und zu zeigen, wohin man sich orientieren will. Aber offensichtlich hat man die Gelegenheit total verpasst und verschlafen --- oder man ist doch nicht der Meinung, wie einige Radaubrüder momentan.
Es ist schon traurig, wie die Ukraine sich in den letzten 4 - 5 Monaten entwickelt hat. Die einfachen Menschen sehnen sich deshalb nach Frieden und Stabilität. Russland scheint sich deshalb für die Ukrainer im Osten des Landes zum Rettungsanker zu entwickeln. Allein schon aus der Tatsache, dass es viele familiäre und freundschaftliche Beziehungen nach Russland gibt, die in letzter Zeit besonders intensiv gepflegt werden. Das erfuhr ich aus Gesprächen mit befreundeten Russen. Der Verfall der ukrainischen Währung mit allen folgenden Konsequenzen, die Drohung, Russisch zu verbieten und die Ankündigung einer möglichen Visapflicht nach Russland - bis zur Grenzschließung sind aktuelle Gesprächsthemen. Zur EM 2012 war so eine Entwicklung noch nicht vorhersehbar.
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kamensky
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von kamensky »

Ist es denn nicht so, dass Putin einmal Rückgrat zeigen sollte mit einer direkten und öffentlichen Kommunikation, dass es weder einen Anschluss an RU geben wird noch eine Einbindung von den betroffenen Gebieten. Damit könnte er m. E. schon viel Positives, wenn natürlich für die prorussischen Anhänger Entäuschendes beitragen. Einfach mal klare Verhältnisse schaffen. Alternativ wäre ein Angebot an all diejenigen, die zu RU wollen nach RU umzusiedeln mit allen Pros und Kontras, denn Alles hat seinen Preis.
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von m1009 »

Ist es denn nicht so, dass Putin einmal Rückgrat zeigen sollte mit einer direkten und öffentlichen Kommunikation, dass es weder einen Anschluss an RU geben wird noch eine Einbindung von den betroffenen Gebieten. Damit könnte er m. E. schon viel Positives, wenn natürlich für die prorussischen Anhänger Entäuschendes beitragen. Einfach mal klare Verhältnisse schaffen.
Hat es diese Pressekonferenz nicht in die Freie Welt geschafft??

Letzte Woche... Putin vor den Mikrofonen der Welt... Keine Einmischung, keinen Anschluss an Russland ... Eindeutiger geht es nicht... Vielleicht findet jemand den entsprechenden Clip auf Youtube, war kurz vor dem Wochenende...
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Norbert
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Norbert »

m1009 hat geschrieben:Hat es diese Pressekonferenz nicht in die Freie Welt geschafft??

Letzte Woche... Putin vor den Mikrofonen der Welt... Keine Einmischung, keinen Anschluss an Russland ... Eindeutiger geht es nicht... Vielleicht findet jemand den entsprechenden Clip auf Youtube, war kurz vor dem Wochenende...
Das Problem ist doch aber, dass es solche Bekundungen auch zur Krim gab. Wer glaubt das denn noch ehrlich?!

Vor allem angesichts der Frage, woher all die Kalaschnikows kommen und wieso sich einzelne der Radikalen als russische Generäle vorstellen?! Klar, das können auch aufgebauschte Fakten sein - so sicher bin ich mir da also keinesfalls. Aber Grund zur Besorgtheit bleibt.

Vielleicht kein Anschluss, aber ein zweites Transnistrien, ein zweites Abchasien, ...?
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klaupe
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von klaupe »

Jenenser hat geschrieben:Es ist schon traurig, wie die Ukraine sich in den letzten 4 - 5 Monaten entwickelt hat. Die einfachen Menschen sehnen sich deshalb nach Frieden und Stabilität.
Irgendwie werden hier immer die Dimensionen durcheinandergebracht.
Russland scheint sich deshalb für die Ukrainer im Osten des Landes zum Rettungsanker zu entwickeln.
Nach meiner Beobachtung, leider in den letzten Monaten nur aus der Ferne bei vielen Kontakten und Gesprächen in die Region, halte ich die Aussage "für die Ukrainer im Osten" zu pauschal. Es wird immer gerne so dargestellt und dramatisiert, als wären da hunderttausende an den Demonstrationen beteiligt. Die Medien aller Seiten zeigen einige wenige Straßen und Plätze an ein paar Orten, aber nicht die ganze Stadt oder Region. Ich bin der Überzeugung, würde man alle ostukrainischen Demonstranten in die Donbass-Arena einladen, hätten sie alle gemeinsam auf dem Spielfeld Platz und die internationalen Medien könnten sich auf den Zuschauerplätzen breit machen, Horror- und Sensationsberichte verfassen und in alle Welt funken.
Allein schon aus der Tatsache, dass es viele familiäre und freundschaftliche Beziehungen nach Russland gibt, die in letzter Zeit besonders intensiv gepflegt werden. Das erfuhr ich aus Gesprächen mit befreundeten Russen.
Das kann ich bestätigen, aber "nach Russland" klingt zu fett. Es sind meistens Beziehungen in Grenznähe, vielleicht maximal 1 Tagesreise entfernt. Rostow am Don liegt in der "Nachbarschaft", teilweise auch mit vielen Arbeits-Pendlern aus der Ostukraine und im Dunstkreis um vielleicht Wolgograd oder Woronesch hört dann schon die Freundschaft auf. Moskau liegt weit hinter dem Horizont und wird traditionell sehr skeptisch betrachtet.
Ob die Besuche im Moment deutlich intensiver werden? Ich weiß nicht, sie waren immer schon gut und wenn man genug Kleingeld in der Tasche hatte, dann besuchte man sich. Ukrainische "Gastarbeiter" können in Russland etwas mehr verdienen, bekommen aber selten den gleichen Lohn, wie Russen. Bei den deutlich niedrigeren ukrainischen Verbraucherpreisen lohnt es aber trotzdem.
Der Verfall der ukrainischen Währung mit allen folgenden Konsequenzen,
Rechnen können sogar Ukrainer und die Inflationsrate Russlands ist etwa doppelt so hoch, der russische Verbraucherpreisindex liegt etwa beim Vierfachen. Bei den makroökonomischen Werten (z.B. Staatsverschuldung, Exporterlöse, BIP) liegt Russland allerdings deutlich besser da, aber davon merken die Menschen nichts im Geldbeutel. Das spielt sich auf anderer Ebene ab, allenfalls bei Auslandsreisen oder Kauf von Importwaren.
die Drohung, Russisch zu verbieten
ich denke, diese Idiotie ist vom Tisch oder erst mal unter dem Tisch. Obwohl in der Praxis weitaus nicht so dramatisch, gab das eine verdammt schlechte Propaganda und hat ganz erheblich zu den Differenzen der "Ukrainer" und "Russen" beigetragen.
Tatsächlich sehe ich auch keine Notwendigkeit, Russisch als zweite Staatssprache einzuführen. In der Ostukraine hört und benutzt man sowieso beide Sprachen und in Lviv wird man auch mit offizieller russischer Staatssprache nicht mehr russisch sprechen, als bisher. Aber das war eine Frage von Ehre und Prinzip, die zum total falschen Zeitpunkt auftauchte.
Manchmal muss man im Leben zwischen gutem Ruf und dem Vergnügen wählen und stellt fest, das der gute Ruf kein Vergnügen ist.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 »

Norbert hat geschrieben: Vor allem angesichts der Frage, woher all die Kalaschnikows kommen und wieso sich einzelne der Radikalen als russische Generäle vorstellen?!
Du meinst das Video, das sowohl von ARD als auch ZDF als Beweis dafür benutzt wurde, dass ein Oberstleutnant der Russischen Armee einen Polizei-Umsturz befehligt??

[youtube]DinMf_7dQK4[/youtube]


Jetzt mal ehrlich.... Meine Freundin hat gelacht, als sie das gesehen hat.
Normal hat ein Oberstleutnant der Russischen Armee Zähne im Mund und sieht nicht aus wie ein Obdachloser.
Warum sollte ein Russischer Offizier offen und alleine verkünden, dass er als Russe Teil einer offensichtlich geheimen Mission ist?

RIA meldet das Video als Fake des Maidan
http://de.ria.ru/politics/20140414/268274460.html

Hier stehen Zusammnenhänge - kann das jemand genau verstehen?
https://vk.com/wall-14612220_78541

Darin tauchte der angebliche Oberstleutnant (als Betrüger?) sogar auf der Protestbühne auf
ab 11:25
[youtube]N814zzA-zTo[/youtube]
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Norbert
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Norbert »

Berlino, mich hatte diese Geschichte auch verwundert, weswegen ich es auch gleich mit Vorsicht formuliert hatte. Danke für den Hintergrund.
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Re: Referendum Donezk

Beitrag von Berlino10 »

Norbert hat geschrieben:Berlino, mich hatte diese Geschichte auch verwundert, weswegen ich es auch gleich mit Vorsicht formuliert hatte. Danke für den Hintergrund.
ich habe es ehrlich gesagt, nicht genau verstanden, was er das auf der Protest-Bühne gesagt hat,
ob es ein Ukrainer ist, ob das eindeutige Beweise sind, dass er kein RUS Oberstleutnant ist?

Ich kann besonders nach der Krim-Aktion auch nicht ausschließen, dass in der Ukraine Russen agieren,
ich konnte nur nicht glauben, dass ein vereinzelter hochrangiger Offizier so aussieht und so agiert.

Die militärische Ausstattung erklärt sich über Tausende übergelaufene Polizisten, auch Militärs und Berkut nicht hinreichend?
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