Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

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freqtrav
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Re: Corona Ausbreitung

Beitrag von freqtrav »

Wladimir30 hat geschrieben: 17 Aug 2020, 07:04 Ich dachte eher, dass das Problem die Nebenwirkungen sein können, weniger eine Überdosierung?
Habe das oben noch einmal genauer erklärt. Nebenwirkungen sollte es bei einer Impfung nicht geben, eher Impfreaktionen wie Fieber, Rötungen.
Bin gegen fast alles Exotische geimpft, Cholera, Gelbfieber, nie Probleme gehabt. Vor Corona hab ich durchaus Respekt; deswegen würde ich sofort zu einer Impfung greifen. Frau ist Lehrerin, die schleppt mir das irgendwann hier NRW an.
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Re: Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Beitrag von Berlino10 »

Ich kann nicht sagen, ob dies zutrifft, aber es liest sich seriös :)
Der russische Covid-19-Impfstoffkandidat „Sputnik V“ macht zur Zeit weltweit Schlagzeilen. Vor allem deutsche Kommentatoren übertreffen sich dabei gegenseitig mit teils schrillen Warnungen vor den möglichen Nebenwirkungen und kritisieren einhellig die dramatische Verkürzung der Testphasen. Das ist auch vollkommen berechtigt. Bei all der Kritik scheinen die Kommentatoren jedoch zu vergessen, dass Russland sich hier nur unwesentlich vom Rest der Welt unterscheidet. Auch Deutschland, die EU und die USA haben die Testphasen für „ihre“ Impfstoffkandidaten massiv verkürzt und sich für Milliarden Euro sogar bereits Impfstoffe gesichert, die überhaupt noch nicht in einer größeren Studie auf Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet wurden.
...
AstraZeneca ist da keine Ausnahme. Die dritte klinische Testphase des deutsch-amerikanischen Impfstoffkandidaten der Firmen BioNTech und Pfizer endet offiziell am 11. November 2021, die des Kandidaten der US-Firma Moderna sogar erst am 27. Oktober 2022. Dennoch haben beide Unternehmen bereits konkrete Verträge mit der US-Regierung unterzeichnet, die einen Einsatz ihrer Impfstoffe zu Beginn des nächsten Jahres beinhalten. Noch dramatischer ist die zeitliche Diskrepanz beim vielzitierten deutschen Projekt des Unternehmens CureVac.
...
Wir müssen also nicht nach Russland blicken, um eine unverantwortliche Verkürzung der ansonsten üblichen Zulassungskriterien für die Impfstoffkandidaten festzustellen. ... Nicht nur Russland, sondern die ganze Welt spielt voll auf Risiko;

Russischer Impfstoff – gerechtfertigte Zweifel und zweierlei Maß
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Re: Corona Ausbreitung

Beitrag von paramecium »

freqtrav hat geschrieben: 17 Aug 2020, 06:54 Also, ich wäre dabei. Hätte keine Bedenken. Was schlimmstenfalls passieren könnte, wäre die Unwirksamkeit bei einigen Geimpften, d.h. nicht genug Antikörper hinterher im Blut. Überdosieren kann man bei Impfungen eigentlich eher nicht.
Um konkret zu Antworten: Was schlimmstenfalls passieren könnte ist, dass man genau die Epitope mittels des Vektorimpfstoffes im Körper exprimiert, die bei Risikopatienten zu einer überschießenden Antwort des Immunsystems führen. Die Folge wäre Inflammation gefolgt von schweren Sekundärinfektionen in dieser Risikogruppe.
freqtrav hat geschrieben: 17 Aug 2020, 07:26
Wladimir30 hat geschrieben: 17 Aug 2020, 07:04 Ich dachte eher, dass das Problem die Nebenwirkungen sein können, weniger eine Überdosierung?
Habe das oben noch einmal genauer erklärt. Nebenwirkungen sollte es bei einer Impfung nicht geben, eher Impfreaktionen wie Fieber, Rötungen.
Bin gegen fast alles Exotische geimpft, Cholera, Gelbfieber, nie Probleme gehabt. Vor Corona hab ich durchaus Respekt; deswegen würde ich sofort zu einer Impfung greifen. Frau ist Lehrerin, die schleppt mir das irgendwann hier NRW an.
Das es bei Impfungen keine Nebenwirkungen geben kann stimmt nicht. Neben den Nebenwirkungen die du als Impfreaktionen genannt hast können in seltenen bis sehr seltenen Fällen auch anaphylaktische Schocks (meist bedingt durch Zusatzstoffe), Erbrechen und Durchfall (Haemophilus influenzae B-Impfung) oder zum Beispiel Sehstörungen und Lähmungen (Tollwut-Impfung) auftreten. Wie gesagt, treten solche Nebenwirkungen sehr selten auf, aber nur deswegen weil man Impfstoffe in klinischen Studien ausgiebig testet und Kandidaten mit schweren Nebenwirkungen gar nicht erst auf den Markt bringt.

Die Behörden müssen immer die Kosten-Nutzen-Rechnung aufstellen:
  • Nehme ich häufig vorkommende leichte und selten* vorkommende moderate Nebenwirkungen für einen Impfstoff gegen eine tödliche Krankheit wie Tollwut in Kauf? (->Sicherlich).
  • Nehme ich häufig vorkommende leichte Nebenwirkungen für einen Impfstoff gegen eine gefährliche Krankheit in Kauf, wenn mich dieser Impfstoff lebenslang schützt? (->Sicherlich).
  • Nehme ich häufig vorkommende moderate bis selten vorkommende schwere Nebenwirkungen für einen Impfstoff gegen eine gefährliche Krankheit in Kauf, wenn mich dieser Impfstoff 6 Monate schützt? (->Eher nicht).
*Seltene Nebenwirkungen = 1 bis 10 Behandelte von 10.000
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Re: Corona Ausbreitung

Beitrag von freqtrav »

paramecium hat geschrieben: 17 Aug 2020, 18:18 Das es bei Impfungen keine Nebenwirkungen geben kann stimmt nicht. Neben den Nebenwirkungen die du als Impfreaktionen genannt hast können in seltenen bis sehr seltenen Fällen auch anaphylaktische Schocks (meist bedingt durch Zusatzstoffe), Erbrechen und Durchfall (Haemophilus influenzae B-Impfung) oder zum Beispiel Sehstörungen und Lähmungen (Tollwut-Impfung) auftreten.
...
  • Nehme ich häufig vorkommende moderate bis selten vorkommende schwere Nebenwirkungen für einen Impfstoff gegen eine gefährliche Krankheit in Kauf, wenn mich dieser Impfstoff 6 Monate schützt? (->Eher nicht).
Gehöre selbst zur Risikogruppe. Klar würde ich diese möglichen "Nebenwirkungen" in Kauf nehmen, zumal abzusehen ist, dass Frauchen mir die Krankheit irgendwann aus der Schule einschleppt. Auch in den von Dir genannten 6 Monaten kann ich daran sterben.

Selbst die Tetanusimpfung ist bis heute für Risikogruppen nicht so ohne. Während meine Mutter richtig krank geworden ist, gab es bei mir kaum Symptome. Letztendlich weißt Du nie, wie das Immunsystem bei manchen Leuten reagiert - aber auch nicht nach ein paar Jahren mehr klinischen Tests. Und wie unterschiedlich die einzelnen Länder so etwas handhaben siehst Du am Metamizol. In DE nur auf Rezept erhältlich, in USA, Kanada und Skandinavien verboten, in russischsprachigen Ländern bekomme ich das für ein paar Kopeken an jeder Ecke (in Minsk am Airport 40 Cent).

Habe ja selbst davon gesprochen, dass eher Zusatzstoffe Schuld sind. Genau da könnte man und wird wahrscheinlich (hoffentlich) auch auf schon bekannte zurückgreifen.

Bei Tollwut soll es inzwischen eine Impfung ohne (große) Nebenwirkungen geben, sagt ein befreundeter Tierarzt. Ob die dann gegen Subgruppen dieses Virus (Asien, Südamerika) so hilfreich ist, kann ich nicht beurteilen.
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Re: Corona Ausbreitung

Beitrag von paramecium »

paramecium hat geschrieben: 17 Aug 2020, 18:18 Um konkret zu Antworten: Was schlimmstenfalls passieren könnte ist, dass man genau die Epitope mittels des Vektorimpfstoffes im Körper exprimiert, die bei Risikopatienten zu einer überschießenden Antwort des Immunsystems führen. Die Folge wäre Inflammation gefolgt von schweren Sekundärinfektionen in dieser Risikogruppe.
freqtrav hat geschrieben: 18 Aug 2020, 10:03 Gehöre selbst zur Risikogruppe. Klar würde ich diese möglichen "Nebenwirkungen" in Kauf nehmen, zumal abzusehen ist, dass Frauchen mir die Krankheit irgendwann aus der Schule einschleppt. Auch in den von Dir genannten 6 Monaten kann ich daran sterben.

Du würdest beispielsweise die oben genannten Risiken alle 5-6 Monate in Kauf nehmen? Selbst wenn das so wäre - die europäischen/US-amerikanischen Behörden würden so einen Impfstoff zurecht niemals zulassen. Wir haben Dutzende Impfstoffe in Phase 3. Am Ende werden die mit dem besten Risiko-/Nutzen-Effekt zugelassen werden, gerade weil es darum geht die breite Masse zu impfen. Im Rahmen dieses Prozesses kann es möglicherweise auch zu temporären Zulassungen kommen, die später widerrufen werden.
freqtrav hat geschrieben: 18 Aug 2020, 10:03 Letztendlich weißt Du nie, wie das Immunsystem bei manchen Leuten reagiert - aber auch nicht nach ein paar Jahren mehr klinischen Tests.
Doch, wenn ich in Phase 3 Zehntausende Personen teste und über Monate bis wenige Jahre beobachte habe ich ein extrem gutes Bild über die Wirksamkeit/Wirkdauer und vorhandene Nebenwirkungen. Genau das ist das Ziel der Phase 3. Was darüber dann nicht abgedeckt ist (Einzelschicksale im niedrigen ppm-Bereich) in den ersten Jahren der Markteinführung untersucht werden. Das ist auch nicht schlimm. Bei Bedarf kann man das Produkt wieder vom Markt nehmen.
freqtrav hat geschrieben: 18 Aug 2020, 10:03 Und wie unterschiedlich die einzelnen Länder so etwas handhaben siehst Du am Metamizol. In DE nur auf Rezept erhältlich, in USA, Kanada und Skandinavien verboten, in russischsprachigen Ländern bekomme ich das für ein paar Kopeken an jeder Ecke (in Minsk am Airport 40 Cent).
Nur spielt Metamizol risikotechnisch in einer ganz anderen Liga als ein Medikamenten- und Impfstoffkandidat der nur Phase 2 abgeschlossen hat.
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Re: Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Beitrag von Magdeburg-Moskva »

Metamizol, auch als Analgin bekannt, ist in Westeuropa eine Art Reserveschmerzmittel, wenn also die rezeptfreien Paracetamol, Ibuprofen usw. nicht mehr helfen oder es Kontraindikationen gibt. Daher nur auf Rezept.
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Re: Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Beitrag von Berlino10 »

Die entscheidende Frage ist doch die, ob man frei daran kommt, oder nicht?
Wenn nicht, ist es auch nicht zugelassen?
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Re: Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Beitrag von paramecium »

Berlino10 hat geschrieben: 19 Aug 2020, 01:11 Die entscheidende Frage ist doch die, ob man frei daran kommt, oder nicht?
Wenn nicht, ist es auch nicht zugelassen?
Alle innerhalb eines Landes frei verkäuflichen und verschreibungspflichtigen Medikamente sind in diesem zugelassen. Eine Zulassung hat des weiteren nichts damit zu tun, ob ein Medikament aktuell produziert und verkauft wird.
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Re: Corona Ausbreitung

Beitrag von freqtrav »

paramecium hat geschrieben: 18 Aug 2020, 21:50 Du würdest beispielsweise die oben genannten Risiken alle 5-6 Monate in Kauf nehmen? Selbst wenn das so wäre - die europäischen/US-amerikanischen Behörden würden so einen Impfstoff zurecht niemals zulassen. Wir haben Dutzende Impfstoffe in Phase 3. Am Ende werden die mit dem besten Risiko-/Nutzen-Effekt zugelassen werden, gerade weil es darum geht die breite Masse zu impfen. Im Rahmen dieses Prozesses kann es möglicherweise auch zu temporären Zulassungen kommen, die später widerrufen werden.
Ja, würde ich. Die Krankheit kann mich jeden Tag erwischen, das Risiko der Impfung wäre dann nur alle 6 Monate. Ist eine reine Wahrscheinlichkeitsfrage.
Hier redet man jetzt von 2022 für die breite Masse. Vorher besorge ich mir das Zeugs woanders. Spiele gerne Versuchskaninchen.
paramecium hat geschrieben: 18 Aug 2020, 21:50 Nur spielt Metamizol risikotechnisch in einer ganz anderen Liga als ein Medikamenten- und Impfstoffkandidat der nur Phase 2 abgeschlossen hat.
Das sehen ein paar Ärzte in meiner Umgebung anders, gottseidank mein Hausarzt nicht.
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Re: Russischer Corona-Impfstoff "Sputnik V"

Beitrag von kamensky »

Jetzt soll wohl im grossen Umfang getestet werden,

https://www.cash.ch/news/boersenticker- ... en-1604400
ATTN @all: Ich bin weder der Verfasser noch ein Redaktionsmitarbeiter von der/den vorstehenden Verlinkung/en.
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