Bluewolf hat geschrieben: 16 Sep 2024, 19:24
Meine Meinung:
AfD + BSW an die Regierung lassen. Und dann abwarten wie sich das entwickelt. Wenn die Wünsche des Souveräns erfüllt werden ist das doch toll. Wenn es aber schief geht zweifle ich nach meinem Besuch daran, dass sich genau diese Menschen in ein paar Jahren noch daran erinnern, dass sie selbst es so wollten. Anders ist nicht zwingend besser.
Ich bin ja waschechter Dresdner und wir haben hier ja aktuell auch ein hübsches Skandalthemen. Die Brücke.
Nun sind natürlich alle ganz schlau. Warum nicht vorher erkannt, warum nicht gehandelt, etc. pp. Die Freien Wähler hätten doch vor einem Jahr eine Untersuchung gefordert, welche vom linksgrünen Stadtrat verhindert wurde und der grüne Bau-Bürgermeister ist ja eh inkompetent, weil er nur Radwege plant (und dabei auch meiner Meinung nach den Radfahrern in dieser Form keinen Gefallen tut).
Natürlich ist richtig, hier nun zu schauen, was genau schief lief. Aber was hätten denn diese Schreihälse anders gemacht? Dass die Brücke marode war wie 55 andere in der Stadt ebenso, das war bekannt. Eine weitere Untersuchung hätte das nur bestätigt, aber nochmals Geld gekostet, welches ja genau fehlt für die Sanierungen. Und was machen wir nun mit den anderen 54 Brücken? Sofort sperren - das wäre erst ein Geschrei!? Weniger Schulen bauen, damit Geld für die Brücken da ist? Dann kommen so alberne Forderungen, wie die Straßenbahnen seltener fahren lassen - dabei sind ja genau Straßenbahnen der Ausweg aus überlasteten Straßen - guter ÖV ist das einzige Konzept weltweit, was gegen Staus funktioniert (im Gegensatz zu breiteren Straßen). Aber schreien können alle, wirklich mitwirken und Kompromisse finden nicht.
Insofern sage ich auch: Lasst die Schreihälse mal selbst machen.
Und zugleich macht genau das mir Sorgen. Weil man damit viele Dinge kaputt machen kann. Sehr schnell sind beispielsweise Straßenbahnlinien wirklich eingestellt und abgerissen, weil man meint, sie sind den Pkw im Weg. Oder Jugendclubs geschlossen, weil man deren politische Linie nicht mochte. Oder oder oder. Das macht mir Sorgen.
Was ich noch spannend fand: Vor fünf Jahren war im Dresdner Hauptbahnhof eine Ausstellung zum "Zug in die Freiheit" - jenen Transitzügen aus der Botschaft Prag in die Bundesrepublik, mit welchem die innerdeutschen Flüchtlinge aus Prag in "den Westen" ausreisen durften. Da wurden auch persönliche Briefe aus den Tagen in der Botschaft ausgestellt. Es war wirklich erschreckend zu erkennen: Die Wortwahl, die Stimmung, diese Unzufriedenheit mit "den Bonzen", wie man damals sagte, sieht man genau heute wieder. Diese Unzufriedenheit, die damals die DDR zu Fall brachte, ist quasi dasselbe, was wir heute als Nörgeln meiner Nachbarn wahrnehmen.