hier ein Bericht über meine Erfahrungen zur Einreise von Norwegen aus nach Russland über den Grenzübergang Storskog/Borisoglebsk.
Am 10.Jan 2026 machte ich mich von Niederbayern aus über Dänemark und Schweden auf den Weg zum Nordkapp, von dort ging es dann über Kirkenes zum Grenzübergang nach Storskog, die einzige Möglichkeit im hohen Norden, nach Russland einzureisen.
Am Abend des 1.Feb war ich ihn Kirkenes angekommen und nächtigte auf dem Parkplatz vor der Lutherkirche. Am nächsten Morgen ging ich zur Post, um meine Kameradrohne heimzuschicken und zu meiner freudigen Überraschung war die Dame am Schalter eine gebürtige Deutsche. Nochmal tanken und einkaufen und dann gings die rund 20km zum Grenzübergang, da ja mein Visum ab 2.Feb gültig war.
Die Ausreise aus Norwegen war einfach, die Dame am Schalter, die die Papiere kontrollierte konnte sehr gut deutsch und die beiden jungen Zöllnerinnen konnten englisch und nach 20 Minuten war alles vorbei. Sie monierten nur, dass ich mein Bargeld nicht angegeben hatte, was aber kein Problem darstellte. Alles in allem sehr nett und freundlich. Ach ja, ich war der Einzige dort bei der Ausreise...
Dann ging es zur russischen Einreise, die alles in allem ca. vier Stunden dauern sollte, obwohl ich wieder der einzigste Gast war. Um es vorweg zu sagen : auch hier waren alle sehr freundlich und nett, schon fast familiär. Wer den riesigen Grenzübergang Terehova kennt, dann ist der Posten hier eine Einöde - ein Bürogebäude und eine Halle, um die Fahrzeuge zu kontrollieren, alles überschaubar.
Der Zöllner, der mich 'betreute', ich nenne ihn Toman, konnte gut englisch und hat immer übersetzt, da der junge Mann in zivil, ich nenne ihn Tim, der über zwei Stunden lang mit meinem Handy in einem anderen Raum zugange war, kein Wort englisch konnte und immer wieder rüber kam, um Sachen nachzufragen. Zwischendrin immer wieder warten, Fotos und Fingerabdrücke wurden gemacht und als ich nach Nachfrage erwähnte, dass ich nördlich von München lebe, war das Eis komplett gebrochen. Egal wo auf der Welt, jeder kennt München 'ahh, Bayern München? very good!'
Toman, dem Aussehen nach einer mongolischen Minderheit angehörend, erklärte mir immer wieder mit einem Lächeln, dass alle Papiere ok sind, ich mich nicht zu sorgen bräuchte wegen der Einreise, dass sei alles Routine, er entschuldigte sich auch mehrmals, dass es solange dauert. Als ich ihm sagte, dass sei schon in Ordnung so und ich wäre schon froh darüber, wenn wir nur teilweise so wie sie unsere Grenzen kontrollieren würden, konnte er es nicht glauben, wie es bei uns abläuft.
Nach all den Formalitäten kam auch Tim wieder dazu und übergab mir mein Handy wieder. Als dann im Bürogebäude noch mein Kamerarucksack kontrolliert wurde, taute auch der ansonsten streng dreinblickende Tim auf und fachsimpelte mit mir, dank der Übersetzung von Toman, über Kameras. Ach ja, auf meine Nachfrage hin wäre die Drohne beschlagnahmt worden, die Anzahl der anderen Kameras und Objektive interessierte sie nicht. Auch die Sternennachführung, die ich sicherheitshalber mit der Drohne heimschickte, wäre kein Problem gewesen.
Gerne hätte ich mit den Jungs noch ein Foto gemacht, was aber nicht zulässig ist, meinte Toman lächend.
Dann ging es rüber zur Halle, wo dann mein Sprinter noch intensiv durchsuchte wurde, auch zwei Spürhunde kamen zum Einsatz. Toman überwachte die ganze Kontrolle und ein Kollege von ihm kontrollierte alles, wobei ich zwischendrin die Sachen aus-u. einräumte, damit sie überall hinkamen. Zuletzt würden noch einige Teile durch den Scanner geschickt und nach vier Stunden bekam ich meine Papiere zurück. Auch hier alles sehr entspannt und freundlich. Ich verabschiedete mich von Toman per Handschlag und wir wünschten uns einen schönen Tag. Mit Stempel im Pass und der Migrationskarte in der Hand ging es zum Kontrollhäuschen am Ende des Platzes, die Schranke öffnete sich und am 24.Tag meiner Reise und nach knapp 5.000 gefahrenen Kilometern war ich in Russland angekommen.
In den vier Stunden war ich der Einzigste, der nach Russland einreiste, als wir rüber zur Halle gingen, war eine kleine Gruppe von Reisenden zu sehen, die nach Norwegen einreisen wollte, sonst war in dieser Zeit niemand zu sehen. Es waren mehr Bedienstete als Reisende anwesend...
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