Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Vor kurzem wurden mir diese zwei Videos vorgeschlagen. In mehreren Abschnitten habe ich sie mir angeschaut.
https://www.youtube.com/watch?v=wCebZHU3yIU&t=5s
https://www.youtube.com/watch?v=BYYezMgPS0k&t=22279s
Im Spätsommer 1986 starteten zwei junge Männer aus der BRD mit ihrem Mercedes Richtung Osten:
„Über Brest, dort Grenzübergang nach Russland“ heißt es in ihrer Videobeschreibung.
In Kiew angekommen stellen sie im Video fest:
„Hier, wie überall in Russland, ein Lenindenkmal, Genosse Lenin schaut auf die Kretschmatik!“
Die Reise geht weiter über Charkow, Saporoschje, Jalta auf der Krim nach Rostow am Don. Die Georgische Heerstraße passieren sie in Richtung Tbilissi und Jerewan. Fast schon auf der Rückfahrt erreichen sie Suchumi am Schwarzen Meer Richtung Sotschi. Und von dort erneut Richtung Norden nach Moskau bis Leningrad...
Die zwei Videos sind Perlen einer vergangenen Zeit. Vor genau 40 Jahren, also auch im Sommer 1986, weilte ich erstmalig in Kiew. Wir reisten allerdings von Berlin aus mit dem Zug. In Brest begann nach dem Umspuren der Waggons für uns Schüler die große Sowjetunion.
In Kiew bekam ich damals den Rat eines Einwohners: „Wenn Du unsere Hauptstadt Moskau demnächst besuchst, behalte ein paar 5 Kopeken-Münzen von Deiner jetzigen Reise bei Dir. Ohne großes Wechseln kannst Du dort sofort mit der Metro fahren...“
https://www.youtube.com/watch?v=wCebZHU3yIU&t=5s
https://www.youtube.com/watch?v=BYYezMgPS0k&t=22279s
Im Spätsommer 1986 starteten zwei junge Männer aus der BRD mit ihrem Mercedes Richtung Osten:
„Über Brest, dort Grenzübergang nach Russland“ heißt es in ihrer Videobeschreibung.
In Kiew angekommen stellen sie im Video fest:
„Hier, wie überall in Russland, ein Lenindenkmal, Genosse Lenin schaut auf die Kretschmatik!“
Die Reise geht weiter über Charkow, Saporoschje, Jalta auf der Krim nach Rostow am Don. Die Georgische Heerstraße passieren sie in Richtung Tbilissi und Jerewan. Fast schon auf der Rückfahrt erreichen sie Suchumi am Schwarzen Meer Richtung Sotschi. Und von dort erneut Richtung Norden nach Moskau bis Leningrad...
Die zwei Videos sind Perlen einer vergangenen Zeit. Vor genau 40 Jahren, also auch im Sommer 1986, weilte ich erstmalig in Kiew. Wir reisten allerdings von Berlin aus mit dem Zug. In Brest begann nach dem Umspuren der Waggons für uns Schüler die große Sowjetunion.
In Kiew bekam ich damals den Rat eines Einwohners: „Wenn Du unsere Hauptstadt Moskau demnächst besuchst, behalte ein paar 5 Kopeken-Münzen von Deiner jetzigen Reise bei Dir. Ohne großes Wechseln kannst Du dort sofort mit der Metro fahren...“
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Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Ohne jerzt diese Videos gesehen zu haben (Youtube wird hier immer schwieriger zu schauen) kann ich den flüchtig beschriebenen Eindruck von einer ersten Reise im Jahre 1986 nur bestätigen. Das erste Mal im Reich des Bösen (was es nach Reagans Verplapperer für einen echten Wessi eben nun mal war), auch 1986, oh weh. Da waren die Knie schon recht weich, schon bei der Einreisekontrolle. Die dann viel gelassener war als sie bei einer Fahrt in die DDR war. Auch die vielen Erlebnisse, in der UdSSR sowie überhaupt im Zentrum des Sozialismus'. Das hatte was. Zum Beispiel ein Traktor mitten im Zentrum von Moskau. Wie bitte??? Ein Traktor??? In einer Stadt, die mit Washington oder New York konkurriert???
Eine wilde Zeit.
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Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Hier ist die volle Version, 6h:
https://youtu.be/BYYezMgPS0k?si=oquWxhagKnfTJC7N
Ja, das war schon ne coole Zeit ... , '84 Leningrad, Tallin, die Regale waren voll, alles kostete ingwie 20 Rubel ...
keine Grenzen in UA, Wartezeiten an den Grenzen lächerlich, klar, Diesel tanken war ein Problem
...aber dann wurde es mit jedem Jahr immer heftiger ...
Wer dieses auf und ab einmal erlebt hat ...
Und dann stellt sich ein Lanz hin und fragt:"Na was hat denn Putin schon geschafft in den 20 Jahren" ....
-ah-
https://youtu.be/BYYezMgPS0k?si=oquWxhagKnfTJC7N
Ja, das war schon ne coole Zeit ... , '84 Leningrad, Tallin, die Regale waren voll, alles kostete ingwie 20 Rubel ...
...aber dann wurde es mit jedem Jahr immer heftiger ...
Und dann stellt sich ein Lanz hin und fragt:"Na was hat denn Putin schon geschafft in den 20 Jahren" ....
-ah-
Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Abgerechnet wird zum Schluß. Dann schauen wir mal und hoffen auf das Beste.Axel Henrich hat geschrieben: 23 Jul 2026, 00:22 Und dann stellt sich ein Lanz hin und fragt:"Na was hat denn Putin schon geschafft in den 20 Jahren" ....
Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Den zwei Reisenden aus dem Westen erging es wohl ähnlich. Und in ihrer kurzen Videobeschreibung taucht dann endlich?! auch dieser Satz auf: „...wurden wir dauend vom KGB bewacht und sogar als Spione vehaftet.“Wladimir30 hat geschrieben: 22 Jul 2026, 12:36... kann ich den flüchtig beschriebenen Eindruck von einer ersten Reise im Jahre 1986 nur bestätigen. Das erste Mal im Reich des Bösen (was es nach Reagans Verplapperer für einen echten Wessi eben nun mal war), auch 1986, oh weh. Da waren die Knie schon recht weich, schon bei der Einreisekontrolle. Die dann viel gelassener war als sie bei einer Fahrt in die DDR war.
Was mir auffiel, sie bezeichneten im Video recht häufig die ganze Sowjetunion als Russland. Zur gleichen Zeit mussten wir in der Schule dagegen alle Republiken der UdSSR mit ihren Hauptstädten auswendig lernen. Das Wort Russland benutzten wir höchstens noch im Zusammenhang mit der Zarenzeit und es gab Differenzen im Deutschunterricht zur Schreibweise mit ss oder ß. Wenngleich wir uns schon in Kiew bewusst in der Ukraine aufhielten. Im Video sind die damaligen Propagandaplakate auch oft in der ukrainischen Sprache zu sehen.Wladimir30 hat geschrieben: 22 Jul 2026, 12:36 Auch die vielen Erlebnisse, in der UdSSR sowie überhaupt im Zentrum des Sozialismus'. Das hatte was. Zum Beispiel ein Traktor mitten im Zentrum von Moskau...
Kiew galt als 3. größte Stadt der Sowjetunion, von der wir ja siegen lernen sollten, also als eine Art Vorbild. Ungezwungen gingen wir in der Freizeit durch die Stadt, gingen am Wochenende zum Fußball oder zur Leichtathletik ins Republikstadion und suchten und fanden erfolgreich eine Diskothek im Rayon.
Ich stelle mir gerade vor, wir gehen 1986 aus dem Bessarabischen Markt am Anfang des Kreschtschatik und gegenüber am Lenindenkmal steht der Mercedes mit dem Westkenzeichen…
Ich war ja in den 2000er Jahren oft unterwegs in den beiden nun unabhängigen Staaten Russland und Ukraine. Während im ersteren es sichtbar einen Ruck nach oben gab, stagnierte im anderen irgendwie fast alles. Verfall und Elend auf der Krim, wenn man zum Beispiel mal durch so weniger bekannte Kurorte wie Saky gelaufen ist...Axel Henrich hat geschrieben: 23 Jul 2026, 00:22 Und dann stellt sich ein Lanz hin und fragt:"Na was hat denn Putin schon geschafft in den 20 Jahren" ....
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Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
2x Nö ...AnGro hat geschrieben: 23 Jul 2026, 10:46Abgerechnet wird zum Schluß. Dann schauen wir mal und hoffen auf das Beste.Axel Henrich hat geschrieben: 23 Jul 2026, 00:22 Und dann stellt sich ein Lanz hin und fragt:"Na was hat denn Putin schon geschafft in den 20 Jahren" ....
1x sollten wir vlt. nicht jeden Thread vom Jenenser ins OT zerreden! Schon sein Letzter (Städtepartnerschaft) wurde ziemlich "missbraucht", obwohl Er mit einer Engelsgeduld versuchte, das eigentliche Thema, nämlich Städtepartnerschaft, immer wieder zu fokussieren ...
Das 2. Nö, gilt meiner Aussage. Ich hatte es schon, thematisch, auf 20 Jahre terminiert.
Putin ist Ende '99 angetreten, du weißt in welchen Zustand Russland bei seinem Amtsantritt war und wie es 2020 aussah. Diese Leistung ist ihm nicht mehr zu nehmen.
Oh, du weißt sicher, was nicht so gut war, was man hätte besser machen können und weißt auch sicher, wer es zu dieser Zeit, unter diesen Bedingungen, besser gemacht hätte ...
Ich erzähle es immer wieder gern .... Unsere Tochter ist "86 geboren und hatte eine Lebensversicherung über 5000 Rubel, bei einem durchschnittlichen Monatsgehalt von 60 Rubel. Diese Versicherung war am Ende der Sowjetunion, über Voucher noch 4200 Rubel Wert, dafür bekamen wir zu dieser Zeit ein Weißbrot ...
Uns Uwe hatte seinerzeit ne weitere gute Serie aufgelegt ... Unter Jelzin waren in Russland 114 Schlüsselstellen in Politik und Wirtschaft von CIA, bzw. CiA nahe Stellen besetzt...
Putin beendete diese "feindliche Übernahme" ... und plötzlich war nix mehr mit "billige Tankstelle mit Atomwaffen" ... Und der Westen verfiel wieder in seine typische kolloniale Denke.
In diesem Zusammenhang sei mal erwähnt ..., dass Schland zwar immer gern von der Abhängigkeit Deutschlands gegenüber Russland phantasiert, dabei aber gerne vergisst, dass sich Deutschland durch diese Abhängigkeit in einer ziemlich vorteilhaften wirtschaftlichen und wettbewerblichen Situation befand und diese auch gern nutzte ...
Apropos Lanz, er war 2018 in Russland, der og. Spruch stammt von '22, der muss also, im Vergleich zu Putins Amtsantritt, objektiv sein ...
Nee lass mal, '84, '86 war die Welt auch in Ru noch halbwegs ok ... Ein Heizkörper kostetet 20 Rubel, der kleine rote Junost ebenso 20 Rubel ...
Von Riga und Leningrad (Hotel Rossia), 1984, habe ich leider nur DIAs ...
-ah-
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Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Krim und Baikal war mir leider bis dato nicht vergönnt ...Jenenser hat geschrieben: 23 Jul 2026, 11:34Ich war ja in den 2000er Jahren oft unterwegs in den beiden nun unabhängigen Staaten Russland und Ukraine. Während im ersteren es sichtbar einen Ruck nach oben gab, stagnierte im anderen irgendwie fast alles.
Ansonsten fand ich den Westteil, also das was ich kenne , Uschgorod bis Lwow, Stri, Iwano Frankowsk etc. schon ziemlich europäisch ... also Straßen, Bordstein, Häuser verputzt, nicht dieser weiße Silikatstein, Höfe, hinter dem Haus schön ordentlich ...
Klar, mit Aufstellen der ersten Grenzcontainer zu Russland änderte sich einiges, auch das Wording, der Grenzverkehr etc. ...
In Kiev, unmittelbar an der deutschen Botschaft konnten wir noch Parken ...
-ah-
Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Natürlich war ich nie in Russland unterwegs, aber von 2003 bis 2018 regelmäßig in der Ukraine. Und da stellte sich das Bild etwas differenzierter dar. Fuhr man durch die West- und Zentralukraine, konnte man in der Tat von Jahr zu Jahr deutliche Verbesserungen feststellen. Grundlagen dieser Verbesserungen waren Investitionen in neue Unternehmungen aus der EU, und natürlich auch die Fussballeuropameisterschaft, welche 2012 von Polen und der Ukraine ausgerichtet worden ist. Kam man jedoch weiter in den Süden und Osten der Ukraine, stellte sich sehr wohl schon dein geschildertes Bild der Stagnation ein. Oder, sagen wir mal besser: die Anzahl der Verbesserungen wurden deutlich geringer messbar. So hatte man es z. B. in Zaporizhzhya endlich geschafft, den Neubau der Brücke auf der im Dnipr gelegenen Insel Chortizka fertigzustellen. Vorher sind alle in diesem Zusammenhang getätigten Investitionen im üblichen Sumpf aus Korruption und Selbstbereicherung verschwunden. Ab 2014 hatte ich natürlich keinerlei Interesse mehr auf die Krim zu fahren. Allerdings waren wir am Asowschen Meer. Und auch dort gab es, zumindestens in den Hotspots des Tourismusses sehr wohl Verbesserungen zu sehen. Grundsätzlich jedoch konnte man schon feststellen, dass die Fortschritte in der Ostukraine deutlich geringer gewesen sind. Warum auch sollten EU-Unternehmen in der Osturkaine investieren. Die Wege sind zu lang, und überhaupt war beinahe die komplette ukrainische Wirtschaft eher mit der russischen Wirtschaft kompatibel.Jenenser hat geschrieben: 23 Jul 2026, 11:34 .....
Ich war ja in den 2000er Jahren oft unterwegs in den beiden nun unabhängigen Staaten Russland und Ukraine. Während im ersteren es sichtbar einen Ruck nach oben gab, stagnierte im anderen irgendwie fast alles. Verfall und Elend auf der Krim, wenn man zum Beispiel mal durch so weniger bekannte Kurorte wie Saky gelaufen ist...
Re: Per PKW in Jahr 1986 durch die Sowjetunion
Wie Axel schon berichtete.AnuLeB hat geschrieben: 24 Jul 2026, 10:26
Natürlich war ich nie in Russland unterwegs, aber von 2003 bis 2018 regelmäßig in der Ukraine. Und da stellte sich das Bild etwas differenzierter dar. Fuhr man durch die West- und Zentralukraine, konnte man in der Tat von Jahr zu Jahr deutliche Verbesserungen feststellen. Grundlagen dieser Verbesserungen waren Investitionen in neue Unternehmungen aus der EU,
Nach Lemberg (Lwow, Lviv) reiste ich im Jahr 2013 von Kiew aus mit dem Nachtzug. Das erste, was auffiel, es handelte sich um die modernsten Waggons der ukrainischen Eisenbahn. Und morgens weckte uns der Prowodnik auf ukrainisch. Überhaupt war die ukrainische Sprache auf der Straße vorherrschend. Schon damals bestanden dort junge Leute darauf, nicht auf Russisch angesprochen zu werden. In Kiew, wo ich ja 1986 zum Russisch lernen weilte, blieb dagegen das Ukrainische im Umgang verpönt.Axel Henrich hat geschrieben: 23 Jul 2026, 22:25 Ansonsten fand ich den Westteil, also das was ich kenne , Uschgorod bis Lwow, Stri, Iwano Frankowsk etc. schon ziemlich europäisch ... also Straßen, Bordstein, Häuser verputzt, nicht dieser weiße Silikatstein, Höfe, hinter dem Haus schön ordentlich ...
Kannst Du Dir vorstellen, dass heute Leute aus der Zentralukraine ihre, ich sag mal Muttersprache Russisch ablehnen aufgrund der Ereignisse ab dem Jahr 2022 und versuchen, auch im Alltag nur noch auf ukrainisch zu kommunizieren?
Mir fällt da so die Firma Knauf ein, die Werke in Russland und der Ost-Ukraine betrieb. Brachte denn nun das, wie es in DE heißt:„Davonjagen des ukrainischen Präsidenten“ im Februar 2014 irgendwelche Vorteile?AnuLeB hat geschrieben: 24 Jul 2026, 10:26 Grundsätzlich jedoch konnte man schon feststellen, dass die Fortschritte in der Ostukraine deutlich geringer gewesen sind. Warum auch sollten EU-Unternehmen in der Osturkaine investieren. Die Wege sind zu lang, und überhaupt war beinahe die komplette ukrainische Wirtschaft eher mit der russischen Wirtschaft kompatibel.
«А ещё мир прекрасен потому, что можно путешествовать»
