Nettogehalt Deutschland

Für alle die nicht in Russland leben. Hier können Susi und Klaus über die weißen Nächte in Petersburg sinnen, die russische Seele aus der Ferne transzendieren oder die nächste Russendisko in Sindelfingen planen.
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fugen
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von fugen »

Immer dieses „früher war alles besser“ ist auch wirklich ätzend, da gibt es sicherlich eine Studie die es locker widerlegt und dem Pöbel zeigen soll wie gut er es den eigentlich hat und soll sich gefälligst schämen zu jammern.
Oder, so läuft es doch in den meisten Streitgesprächen ab.

Ja, dieses Internet ist auch böse, der Mittelstand sollte keinen Staubsaugerroboter haben, tablet/Smartphone sollte auch verboten werden.
Am besten ist die Fortpflanzung an das Gehalt koppeln, wer Lohn bekommt überhaupt nicht in Betracht ziehen, und dann Staffeln 1 Kind ab fünf k, zwei ab 7 k usw

Ich wäre dafür :-)
Kas23P
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von Kas23P »

Also dieser "höhere Standard" als früher empfinde ich garnicht so als Preistreiber was die Lebenshaltungskosten angeht. Man kann auf einiges auch bewusst verzichten und sparen. Was ich schon vor Jahren und jetzt noch schlimmer finde sind die Fixkosten von Standardingen wie Gebühren für z.B. Wasser oder Strom oder was die Stadt/Gemeinde verlangt oder auch alles rund um das KFZ.

Der vielleicht kommende Zwang zum Abschluss einer Elementarschadensversicherung macht dass allegemeine Leben nicht günstiger.
Selbst wenn man auf kleinem Fuß lebt fressen einen diese und weitere Kosten meiner Meinung nach auf. Die Nebenkosten einer Mietwohnung ist auch so eine Sache. Grundsteuer und Sanierungskosten und was sonst noch so alles umgelegt wird und dazukommt ist teilweise echt Wahnsinn.

Als Single steigt die Belastung sogar noch stärker. Eine alleinstehende Frau oder Mann bezhalt im Monat vielleicht 30€ Strom und die Grundgebühr betragen nochmal ~15€ (bei uns beträgt sie so viel zB). Wo soll das noch hinführen?
Ist wie gesagt nur meine Sicht der Dinge.

Edit: Um noch was zum Nettogehalt zu sagen. Also wir müssen auch schauen wie wir unser Geld zusammen halten aber wie man mit +-1500€ im Monat über die Runden kommen soll ist mir auch schleierhaft. Wie achon vorher erwähnt hier im Thread geht man voll arbeiten und beantragt noch Wohngeld. Will nicht wissen wie viele darauf angewiesen sind. Da kommt man schon zum Nachdenken was hier in Deutschland so los ist. Aber hauptsache die Gehälter der Dax Vorstände steigen unfassbar stärker als der von einem normalen Arbeiter. Ist schon pervers wie die Gier seit Korona nochmal deutlich zugenommen hat.
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Norbert
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von Norbert »

paramecium hat geschrieben: 06 Mai 2025, 18:33 Wie man 1121-1495€ als untere Mittelschicht verkaufen kann versteh ich aber überhaupt nicht. Der Mindestlohn beträgt etwa 2100€/Monat, bleiben rund 1500€/Monat netto. Mit Mindestlohn wäre man dann also Mittelschicht?
Aber wer soll denn die normale Mittelschicht sein, wenn nicht der von mir als Beispiel genannte Straßenbahnfahrer? Ein Beruf mit Verantwortung, mit Schichtdienst, kann nicht jeder Dödel machen, aber zugleich auch keine Raketenwissenschaft. Und der liegt ja genau am unteren Ende der normalen Mittelschicht aus dieser Statistik. Und wenn man seinen Lohn anhebt, dann steigen für alle anderen aus der Mittelschicht wieder die Lebenshaltungskosten, weil vor allem diese die Straßenbahn nutzen.
fugen hat geschrieben: 06 Mai 2025, 21:48Noch vor ca 25 Jahren konnte eine Familie mit 4 Kindern, der Mann idr Alleinverdiener, ein Haus Bauen, in Urlaub fahren und alle zehn Jahre ein neues Auto kaufen. Heute muss ein Alleinverdiener Wohngeld beantragen und geht trotzdem schuften.
Diesen Alleinverdiener würde ich gern mal sehen. Also meine Familie hat so nicht gelebt.

Meine Eltern haben beide Vollzeit gearbeitet, in vernünftigen Jobs, ich war das einzige Kind. Es ging uns gut. Urlaub, Auto und so weiter waren möglich. Anschaffungen wie der erste Computer oder ein besserer Fernseher wurden sorgfältig abgewogen und waren keine Kosten, die wir uns so nebenher leisten konnten. Im Urlaub war nicht jeden Tag ein Restaurantbesuch möglich. Für ein Haus hätte es gerade so gereicht, dann wäre aber kein Urlaub mehr drin gewesen.

Aber hätte ich noch drei Geschwister gehabt und wäre meine Mutter nicht arbeiten gegangen: Vergiss es! Undenkbar. Und auch nirgends in meinem Freundeskreis lief es so.

Und ich wüsste auch nicht, wo es jemals massenhaft anders war. Sicher gab es Ausnahmen, der Polier bei Mercedes Benz vielleicht, etc. Oder körperlich sehr fordernde Berufe, die es so heute gar nicht mehr gibt. Oder eben eine geerbte Immobilie, somit Start ins Leben ohne Mietkosten, und damit Puffer für einen Aufstieg.
Kas23P hat geschrieben: 07 Mai 2025, 01:16Also dieser "höhere Standard" als früher empfinde ich garnicht so als Preistreiber was die Lebenshaltungskosten angeht. Man kann auf einiges auch bewusst verzichten und sparen. Was ich schon vor Jahren und jetzt noch schlimmer finde sind die Fixkosten von Standardingen wie Gebühren für z.B. Wasser oder Strom oder was die Stadt/Gemeinde verlangt oder auch alles rund um das KFZ.
Ich empfinde es als Kombination.

Beispiel Auto - über die Sicherheit, die Ausstattung und das Fahrgefühl unseres Toyota Corolla 1991 würde man heute wohl müde lächeln. Und es gibt diese Option eigentlich auch gar nicht mehr, wird nicht mehr gebaut. Und selbst die billigsten chinesischen Kisten müssten auf die europäischen Mindestanforderungen angepasst werden. Sind diese alle sinnvoll? Ist es gut, dass ein Spurhalteassistent nun vorgeschrieben ist? Vermutlich ja. Rückfahrassistent? Vermutlich nein.

Beispiel Nahverkehr - klar ist die Niederflur-Straßenbahn mit Klimaanlage angenehm. Und viele Fans nostalgischer Straßenbahnen schätzen die alten Tatra (Ost) oder Düwag (West) - aber ehrlich, damit lockt man heute keine Leute mehr zum ÖPNV. Aber ohne ÖPNV würden die Innenstädte im Stau ersticken, wir brauchen also attraktive Straßenbahnen. Und dies ist ja keine Erfindung irgendwelcher woken Grünen-Politiker, auch in Russland setzt man ja nun mehr und mehr auf moderne Niederflur-Fahrzeuge und beginnt in Moskau sogar, Strecken zu reaktivieren.

Beispiel Mobilfunk - klar, unverschämt teuer in Deutschland. Aber warum? Weil wir eben nicht wie in Novosibirsk von Haus zu Haus, von Antennenmast zu Antennenmast ein Kabel spannen, sondern optisch schön alles in der Erde verbuddeln. Wollen wir allerorten Kabelsalate, wie man sie aus asiatischen Städten kennt wirklich?

Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen ...
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von paramecium »

Norbert hat geschrieben: 07 Mai 2025, 13:19
paramecium hat geschrieben: 06 Mai 2025, 18:33 Wie man 1121-1495€ als untere Mittelschicht verkaufen kann versteh ich aber überhaupt nicht. Der Mindestlohn beträgt etwa 2100€/Monat, bleiben rund 1500€/Monat netto. Mit Mindestlohn wäre man dann also Mittelschicht?
Aber wer soll denn die normale Mittelschicht sein, wenn nicht der von mir als Beispiel genannte Straßenbahnfahrer? Ein Beruf mit Verantwortung, mit Schichtdienst, kann nicht jeder Dödel machen, aber zugleich auch keine Raketenwissenschaft. Und der liegt ja genau am unteren Ende der normalen Mittelschicht aus dieser Statistik. Und wenn man seinen Lohn anhebt, dann steigen für alle anderen aus der Mittelschicht wieder die Lebenshaltungskosten, weil vor allem diese die Straßenbahn nutzen.
Ich bin da doch bei dir. Der Straßenbahnfahrer aus deinem Beispiel hat ja 600€ netto mehr als der Mindestlohnverdiener. Ich bin halt nur nicht der Ansicht, dass man jemanden mit absolutem Mindestlohn (=1500€ netto) als Mittelschicht verkaufen kann. Unter 1495€ kommt ja dann sogar noch die "Untere Mittelschicht". Bedeutet letztendlich, alle die arbeiten oder Bürgergeld bekommen sind mindestens "Mittelschicht", keiner ist arm.
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Norbert
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von Norbert »

Ich finde es natürlich auch nicht berauschend. Aber die Frage ist: Orientieren wir uns an der Realität, wer so in der Mitte ist, oder orientieren wir uns am Wunsch, wo wir die Mitte gern hätten?

Und 1496 Euro bis 2804 Euro Nettogehalt pro Nase ist eben scheinbar aktuell die Mitte. Der Straßenbahnfahrer liegt mit 2150 Euro wiederum genau in der Mitte davon. Aber es gibt ja ganz viele Jobs, die attraktivere Arbeitszeiten oder weniger Verantwortung haben. All die Angestellten im Supermarkt, in der Stadtreinigung, Pflegekräfte und so weiter. Die gehören zumindest vom Aufgabenbereich alle auch zum Mittelstand und bekommen vermutlich in den meisten Fällen weniger als der Tramführer.
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von Axel Henrich »

fugen hat geschrieben: 06 Mai 2025, 23:29Immer dieses „früher war alles besser“ ist auch wirklich ätzend ...
Aber schau doch mal die Preise früher an, war doch genial ... ;)
Bild

... und auch die Einsparmöglichkeiten "früher" waren enorm, wenn du dir z.B. einen Wasserzähler hast einbauen lassen. ;)
Lies mal hier im Forum von 2008:
viewtopic.php?p=74486#p74486

-ah-
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von fugen »

Norbert hat geschrieben: 07 Mai 2025, 13:19
fugen hat geschrieben: 06 Mai 2025, 21:48Noch vor ca 25 Jahren konnte eine Familie mit 4 Kindern, der Mann idr Alleinverdiener, ein Haus Bauen, in Urlaub fahren und alle zehn Jahre ein neues Auto kaufen. Heute muss ein Alleinverdiener Wohngeld beantragen und geht trotzdem schuften.
Diesen Alleinverdiener würde ich gern mal sehen. Also meine Familie hat so nicht gelebt.

Meine Eltern haben beide Vollzeit gearbeitet, in vernünftigen Jobs, ich war das einzige Kind. Es ging uns gut. Urlaub, Auto und so weiter waren möglich. Anschaffungen wie der erste Computer oder ein besserer Fernseher wurden sorgfältig abgewogen und waren keine Kosten, die wir uns so nebenher leisten konnten. Im Urlaub war nicht jeden Tag ein Restaurantbesuch möglich. Für ein Haus hätte es gerade so gereicht, dann wäre aber kein Urlaub mehr drin gewesen.

Aber hätte ich noch drei Geschwister gehabt und wäre meine Mutter nicht arbeiten gegangen: Vergiss es! Undenkbar. Und auch nirgends in meinem Freundeskreis lief es so.

Und ich wüsste auch nicht, wo es jemals massenhaft anders war. Sicher gab es Ausnahmen, der Polier bei Mercedes Benz vielleicht, etc. Oder körperlich sehr fordernde Berufe, die es so heute gar nicht mehr gibt. Oder eben eine geerbte Immobilie, somit Start ins Leben ohne Mietkosten, und damit Puffer für einen Aufstieg.
Mein Onkel z.B In einem kleinen Steinbruch 1991 angefangen als Baggerfahrer….
Zweiter Onkel in einer Schlosserei, die hatten sogar drei Kinder….
Meine Eltern lass ich da nicht gelten, weil beide Vollzeit arbeiteten und da konnte man eben wie die Made im Speck leben.

Aber sicherlich träume ich es nur und es kann ja nicht sein, weil es nicht sein darf.
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von bella_b33 »

Bei Eurer Diskussion, wer sich mit was wieviel leisten kann, darf man auch eines nicht vergessen: Lohngefälle von West nach Ost. Und kommt mir jetzt keiner mit Tarife sind ja nahezu gleich zwischen West und Ost. In der Baubranche wurde zu meinen Zeiten im Osten immer nur der Mindestlohn gezahlt, im Westen kannte man dagegen nur Tarif....das waren 15DM/h gegen 21,50DM/h.
Wer sein Gewicht halten will, der muss auch mal grillen wenn er keinen Hunger hat!
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fugen
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von fugen »

Ich spreche für eine Region in Rlp wo nahezu null Industrie ist.
Aktueller Lohn für einen Schlosser 15-16€/h
Kumpel fängt ab dem 1.6. an als Lagerleiter bei einem kmu und hat 19€/h, was bei uns schon hoch ist.
Kleiner Galabauer (7mitarbeiter) zahlt meinem Bruder 20€/h

Ich persönlich habe mir bis jetzt immer 3500,- rausgenommen und hatte keine Kosten für Auto, Telefon etc und habe mir schon stellenweise gedacht du lebst wie eine arme Socke.
Deshalb kann ich dir Leute nicht verstehen die den Monat arbeiten gehen für einen Apfel und ein Ei.
Da kannst ja nichts für die Zukunft machen und bist dann in der Altersarmut
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Norbert
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Re: Nettogehalt Deutschland

Beitrag von Norbert »

fugen hat geschrieben: 08 Mai 2025, 02:27Meine Eltern lass ich da nicht gelten, weil beide Vollzeit arbeiteten und da konnte man eben wie die Made im Speck leben.

Aber sicherlich träume ich es nur und es kann ja nicht sein, weil es nicht sein darf.
Wenn es bei Euch so war - beneidenswert. Ich habe es nicht so erlebt.
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