Wladimir30 hat geschrieben: 14 Apr 2026, 07:58
Wie gesagt, Jena konnte diese Verwurzelung in der Bevölkerung Wladmirs nie erreichen, und auch in Erlangen war die Partnerschaft mit Jena mehr eine Kopfgeburt.
Was haben wir, als Bevölkerung in Jena, denn uns im Jahr 1987 davon versprochen? Reisen in bisher unerreichbare Gegenden - fällt mir da so spontan ein. Bei aktiver Mitwirkung als Jugendlicher wäre ich vielleicht schon 2 Jahre vor der Grenzöffnung in den Genuss von баварское gekommen und die Städte Jena und Erlangen hätten bei irgendwelchen organisierten Empfängen die Rechnung bezahlt. Langweilig! Nach dem 9.11.1989 galt West-Berlin als gesetzt. Und danach, die große BRD? Wohin? Fahren wir doch im Dezember mit der Clique nach Erlangen, holen uns im Rathaus das Begrüßungsgeld und betteln nach einem Bett für die Nacht und was zu Essen. „Meldet Euch im Jugendgästehaus!“ - so die Empfehlung dann des Mitarbeiters im Erlanger Rathaus. Doch, wir verliefen uns. Auf der Henkestraße - kurz eine junge Frau angesprochen und sofort diese Antwort erhalten: „Ihr bleibt hier!“ Im Studentenwohnheim! Spannende Diskussionen folgten mit den Bewohnern. Da waren sogar Franzosen dabei. Der Kontakt mit allen hielt später noch eine ganze Weile…
Norbert hat geschrieben: 14 Apr 2026, 13:54
Menschen, welche sich jahrelang für den Austausch engagiert haben, werden leider in die Extreme getrieben.
Die einen sind völlig enttäuscht von Russland...
Die anderen sind völlig verstört von der Dämonisierung jeglicher Beziehungen zu Russland...
AnGro hat geschrieben: 14 Apr 2026, 15:34
Beides ist oft zu beobachten, auch hier im Forum, aber hilft das irgendjemandem? Immerhin müssen wir "danach" ja auch wieder einen Weg zueinander finden....
Menschen sind halt oft sehr ungeduldig.
Das „danach“ bezieht sich doch hier auf das Ende der „Speziellen Militäroperation“?
Und die dann daraus entstandenen Ergebnisse.
Die sind aber leider heute noch nicht vorauszusehen.
Jeder, der sich damit beschäftigt, hat so seine Vorstellungen und warum sollte er diese Möglichkeit nicht nutzen:
Norbert hat geschrieben: 14 Apr 2026, 18:42
... unser Forum ist ein kleiner Beitrag, dass es zumindest für einige, die den Wunsch danach haben, eine Plattform gibt. Klingt arg nach Pathos, ist aber gar nicht so gemeint. Man tut halt, was im Rahmen der eigenen Möglichkeiten realistisch ist. Auch wenn es nur ein winziger Tropfen auf den gigantischen heißen Stein ist.
...
Wladimir30 hat geschrieben: 14 Apr 2026, 14:49
Von Erlanger Seite aus wurde eindeutig und unzweifelhaft gefordert, dass sich die Wladmirer politische Führung ohne Wenn und Aber von der offiziellen Position Moskaus distanzieren solle, andernfalls werde die Partnerschaft einseitig aufgekündigt. So kam es dann ja auch.
Die Städtepartnerschaft, einst von der Politik organisiert und jetzt für ihre Zwecke, ja Ziele, missbraucht!
Sehe ich ein wenig Optimismus in diesem Satz auf den Seiten der Stadt Erlangen?
„Wegen des Angriffskriegs der russischen Armee auf die Ukraine beschränken sich die Kontakte seit dem 24. Februar 2022 auf die Zivilgesellschaft und die Verbindung zum Erlangen-Haus.“
Es gab und gibt Menschen, die nutzten die „Städtepartnerschaft“ einst als Art Sprungbrett für eine Annäherung Richtung Wladimir, überhaupt nach Russland. Sie bedauern sicherlich das, wie Du schreibst, Scheitern dieser offiziellen Partnerschaft, kommen aber auch ohne das "Administrative" jetzt prima zu recht.
Wladimir30 hat geschrieben: 14 Apr 2026, 18:03
AnGro hat geschrieben: 14 Apr 2026, 15:34
Immerhin müssen wir "danach" ja auch wieder einen Weg zueinander finden.
Richtig! Und genau hier müssten die Städtepartnerschaften einspringen. Die wären per se prädestiniert dafür, diese Politik der kleinen Schritte zur Annäherung von verhärteten Positionen umzusetzen.
Schon ein paar Ideen, was „danach“ in der Gestaltung einer, dann ja neuen oder erneuerten „Städtepartnerschaft“ anders oder gleich laufen soll und muss?