AnuLeB hat geschrieben: 15 Apr 2026, 18:55Diesen Vergleich verstehe ich nicht. Betrachtest du Russland und die ehemaligen Staaten des Warschauer Paktes als Ehepartner???? Ich denke mal, dieser Vergleich würde gewaltig hinken.
Du schreibst ja: "Aber, diese Staaten haben sich allesamt in eine Demokratie gewandelt, und stehen für die gleichen Wertevorstellungen wie die westlichen Staaten ein. Warum also hätte z. B. die NATO die Mitgliedschaft Ungarns, Polens, die baltischen Staaten, Tschechei, Slowakei, Bulgarien, Rumänien etc. ablehnen sollen."
Ich meine es genauso: Angenommen mir läuft eine äußerst attraktive Frau über den Weg, intelligent, ähnliche Interessen, ach lass sie auch gleich noch reich sein. Und sie signalisiert mir klar: "Hey, zwischen uns könnte etwas laufen."
Warum sollte ich dies ablehnen?
Und für mich ist die Antwort klar: Weil es meinen Interessen widerspricht. Ein gutes Zusammenleben mit meiner Ehefrau zählt für mich deutlich mehr als diese Opportunität.
Und genauso gut hätte man eine gute Nachbarschaft mit Russland auf Augenhöhe höher bewerten können als die Chance, die NATO zu stärken. Man hat sich dagegen entschieden. Was man sich davon versprochen hat, ist mir unklar. Immer, wenn man die Schwäche von irgendwem ausnutzt, sollte man sich überlegen, was daraus wird, wenn die Phase der Schwäche mal endet.
Armenien hat dies mit Azerbaidschan auch sehr schmerzhaft erlebt in den letzten 3 Jahren, nachdem man zuvor 30 Jahre der Stärkere war.
Ich will damit keinesfalls die Reaktion Russlands rechtfertigen. Aber ich bin dennoch der Meinung, man hätte dieses Risiko reduzieren können. Hätte es geklappt? Keine Ahnung. Hätte, hätte, Fahrradkette. Ich kann es nur vermuten, und begrenzt kann ich auf die erfolgreiche Kommunikation auf Augenhöhe in den 1980ern verweisen.
Natürlich scheint das Bild erst einmal schräg, aber Bilder machen komplexe Dinge halt oft greifbarer.